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Die Nachbarschaft wächst mit

Kleingärten. Guten Rat und Hilfe, aber auch viel Verständnis und Toleranz finden Kleingärtner in der Sparte gleich nebenan.

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Von Angelika Hoyer

Bei Roschers in Olbersdorf ist keiner daheim. Wer die Familie zwischen März und Oktober tagsüber erreichen will, muss sich schon zur Sparte „Töpferblick“ nach Eichgraben aufmachen. Denn dort haben die Rentner in der Pflanz- und Erntezeit ihr zweites Zuhause.

Hier wird aber nicht nur gejätet, gegossen und das selbst gezogene Gemüse verarbeitet, sondern auch Nachbarschaft gelebt. „Eine ganz andere als in den Häusern“, sagt Christian Roscher. Man kann über mehrere Parzellen hinweg zuschauen, wie prächtig sich die neue Tomatensorte des einen entwickelt oder woran ein anderer gerade experimentiert. Geplauscht wird aber nicht nur über Sorten und Erträge, sondern auch privat kommt man sich näher.

Wie sehr Gärten die Menschen verbinden können, schildert auch Karin Hausmann aus Jonsdorf. „Wir genießen trotz eines Altersunterschiedes von 25 bis 30 Jahren sehr guten Kontakt zu den Leuten nebenan.“ Jetzt bekamen Hausmanns sogar ungewöhnlichen Besuch vom Nachbargrundstück. Eine Kürbispflanze machte nämlich nicht vor der hohen Hecke halt, sondern schlängelte sich meterweit herüber. Beim Rasenmähen wird sie hochgehoben und hat inzwischen beidseitig Früchte angesetzt.

Nachbarn bezeugen Rekord

Vom freundschaftlichen Miteinander in ihrer Kleingartenanlage „Spreewäldchen“ in Ebersbach schwärmen auch Charlotte und Erhard Prenzel, die sich in diesem Jahr an besonders schönen und großen Sonnenblumen in ihrer grünen Oase erfreuen. Aus zehn Samen sind nach reichlich Wassergaben neun prachtvolle Exemplare gewachsen. Die höchste misst 4,55 Meter, eine zweite hat mit einem beachtlichen Durchmesser den dicksten Stiel, und eine dritte drehte sich um ihre eigene Achse und „schaute“ danach in die entgegengesetzte Richtung. Leider brach sie bei heftigem Wind ab. Seit 37 Jahren sind die 72- und 73-Jährigen Mitglied im Verein. Zwei Gartennachbarn bezeugen jetzt die 4,55 Meter hohe Sonnenblume.

Landesgartenschau: Übrigens hat Siegfried Pioch aus Löbau noch einen Tipp für Gartenfreunde. Als Gewinner einer Fahrt zur Landesgartenschau nach Oschatz hat er den Connex getestet und glaubt, die beste Verbindung gefunden zu haben. Hier seine Empfehlung: Hinfahrt ab Löbau 6.57 Uhr, Ankunft Oschatz um 9.05 Uhr; zurück dann wieder ab Oschatz um 14.18 Uhr, Ankunft in Löbau 16.03 Uhr.