merken
PLUS

Pirna

Die Nächste fordert den Ratschef heraus

Das Amt des Bürgermeisters in Heidenau ist begehrt. Nun will Annette Denzer-Ruffani für die FDP das Rathaus entstauben.

Einer will im Rathaus bleiben, drei andere wollen es ihm abnehmen: Jürgen Opitz ist seit 2012 Heidenaus Bürgermeister, Daniela Lobe seit 2014 Stadträtin, Annette Denzer-Ruffani ist jetzt in den Rat gewählt worden, Uwe Dreßler versucht es aus eigener Kraft
Einer will im Rathaus bleiben, drei andere wollen es ihm abnehmen: Jürgen Opitz ist seit 2012 Heidenaus Bürgermeister, Daniela Lobe seit 2014 Stadträtin, Annette Denzer-Ruffani ist jetzt in den Rat gewählt worden, Uwe Dreßler versucht es aus eigener Kraft © Foto Marko Förster, Montage SZ

Der Countdown läuft. Bis 27. Juni, 18 Uhr, können Kandidaten für die Heidenauer Bürgermeisterwahl am 1. September nominiert werden oder sich selbst bewerben. Bisher blieben die großen Überraschungen aus. 

Amtsinhaber Jürgen Opitz (CDU) will es nochmal wissen, die Linken vertrauen diesmal auf Daniela Lobe und Uwe Dreßler als Einzelkandidat auf die Bürger, denn er muss erstmal Unterschriften sammeln. Mit Annette Denzer-Ruffani geht nun für die FDP die zweite Frau ins Rennen. Sie ist einerseits eine Überraschung, andererseits auch wieder nicht.

TOP Deals
TOP Deals

Die besten Angebote und Rabatte von Händlern aus unserer Region – ganz egal ob Möbel, Technik oder Sportbedarf – schnell sein und sparen!

Die Liberalen haben in Heidenau zwölf Mitglieder, die Kandidatin wird Nummer 13 sein. Sie hat ihren Mitgliedsantrag am Montagabend zur Nominierungsveranstaltung ausgefüllt. Obwohl auch Parteilose und Auswärtige nominiert werden können, ist das verfügbare Personal begrenzt. Kreisvorsitzender und Heidenauer Fraktionschef Norbert Bläsner konzentriert sich auf den Landtagswahlkampf, der nicht wiedergewählte Stadtrat Thomas Richter auf seinen Rechtsanwaltsjob. Annette Denzer-Ruffani hat schon den Sprung in den Stadtrat geschafft und soll auch nun liberale Bürgermeisterin werden.

Dabei war sie bis 2015 CDU-Anhängerin. Doch seither sei einiges schief gelaufen. Es habe damit begonnen, dass sie sich als Bürgerin nicht mehr mitgenommen fühlte. Nach den Auseinandersetzungen vom August 2015 um den über Nacht zur Flüchtlingsunterkunft gemachten ehemaligen Praktiker habe man sich zu schnell wieder um die Verwaltung gekümmert, und das Thema nie richtig ausgewertet. Ein Umdenken habe nicht stattgefunden.

„Bissel anders, aber sympathisch“

Dann kamen die zunehmenden Querelen zwischen der Stadt und dem Kultur- und Heimatverein, dessen Geschäftsführerein sie ist, dazu. Die Ausschreibung des Stadtfestes und des Weihnachtsmarktes, die beide vom Verein organisiert wurden, brachte das Fass zum Überlaufen. Nun sagt Annette Denzer-Ruffani, das Rathaus entstauben zu wollen. Der Entschluss habe sie ein paar schlaflose Nächte gekostet, nun aber will sie bewusst den Kopf hinhalten und sich den Herausforderungen, die sie Visionen nennt, zu stellen.

Annette Denzer-Ruffani ist für ihr mitunter etwas lockeres Mundwerk bekannt. Was jedoch nicht heißt, dass sie das, was sie mache, nicht ernst nehme. Sie sei dabei, sich Fachwissen anzueignen, in Themen einzusteigen. Nicht auszuschließen, dass sie im Wahlkampf irgendwo mit einem Staubwedel auftritt, um das von dem Entstauben zu untermauern. Die Truppe hinter ihr nennt sie ihre „Mädels und Jungs“, bei denen sie sich angenommen fühlt. „Bissel anders, aber sympathisch“ nennt Bläsner die FDP-Kandidatin. Im Falle ihrer Wahl würde im Stadtrat Bläsners Schwester nachrücken. Doch so weit ist es noch nicht.

Für den 1. September gilt: Im ersten Wahlgang gewinnt, wer mindestens die absolute Mehrheit erreicht, also 50 Prozent plus eine Stimme. Vor sieben Jahren war das Jürgen Opitz gegen drei Mitbewerber gelungen. Das dürfte diesmal schwer, wenn nicht sogar unmöglich werden.

In der zweiten Runde reicht dann die einfache Mehrheit. Dann können Kandidaten sich zurückziehen, aber auch noch neue dazu kommen. Letzteres gibt es kaum, Ersteres aus taktischen Gründen immer wieder. Die erste spannende Frage im diesjährigen Bürgermeisterwahlkampf beantwortet am 2. Juli der Stadtwahlausschuss. Er entscheidet an diesem Tag, 17 Uhr, öffentlich, wer kandidiert. Aktuell sammelt nur Uwe Dreßler Unterschriften und sind die drei Kandidaten nominiert.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

Und unseren ebenfalls kostenlosen täglichen Newsletter abonnieren Sie unter www.sz-link.de/pirnaheute.

Mehr zum Thema Pirna