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Die nächsten Schulcontainer sind da

Seit einer Woche stehen neue Klassenzimmer vor der Scultetus-Oberschule. Auch aus Rauschwalde gibt es Neuigkeiten.

© nikolaischmidt.de

Von Ingo Kramer

Königshufen ist um zwei Gebäude reicher. Mini-Gebäude zwar nur, aber gebraucht werden sie dringend. Weil die vier Görlitzer Oberschulen aus allen Nähten platzen, müssen zusätzliche Klassenräume in Containern als Verstärkung angeschafft werden. „Für die Scultetus-Oberschule in Königshufen haben wir zwei Klassenräume á 50 Quadratmeter gekauft“, sagt Amtsleiter Torsten Tschage. Die Container seien vorigen Dienstag aufgestellt worden und noch nicht eingerichtet. „Die Einrichtung der Klassenräume sowie der elektrische Anschluss und die Bodenbelagsarbeiten werden bis Schuljahresbeginn abgeschlossen“, bestätigt der Amtsleiter.

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An der Oberschule Rauschwalde finden bereits seit zwei Jahren Teile des Unterrichts in Containern auf dem Schulhof statt.
An der Oberschule Rauschwalde finden bereits seit zwei Jahren Teile des Unterrichts in Containern auf dem Schulhof statt. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Alles in allem kosten die Container die Stadt rund 250 000 Euro. Eingerechnet sind dabei unter anderem Planungskosten, ein Unterbau, ein Satz Schulmöbel pro Container, ein Schrank für Unterrichtsmaterialien und eine transportable Tafel. Den Kauf hatte der Verwaltungssauschuss bereits im April beschlossen. Dank der Container kann die Schule drei fünfte Klassen aufmachen, eine mehr als vergangenes Jahr. 75  Schüler haben hier ihren Wunschplatz bekommen. Dafür wird die Oberschule Innenstadt etwas entlastet und startet ebenfalls mit drei statt bisher vier Klassen ins neue Schuljahr. Allerdings werden nicht die Fünftklässler im Container lernen, sondern die Zehntklässler müssen dorthin ausweichen. Schulleiter Frank Dörfer ist offen für die neue Lösung: „Wir müssen uns davon verabschieden, Container immer gleich negativ zu sehen. Das sind richtig gute Klassenzimmer.“ Bei der Auswahl, welche Container und Ausstattungen sinnvoll sind, war die Schule mit einbezogen, sagt Dörfer. Es sollen andere Container sein als die in Rauschwalde.

Vor der dortigen Oberschule stehen bereits seit zwei Jahren drei Container-Klassenzimmer, ebenfalls á 50 Quadratmeter. Als diese im Sommer 2016 aufgestellt wurden, ging es zunächst um eine Übergangslösung von einem Jahr. Diese wurde 2017 auf zwei Schuljahre verlängert. Deshalb wurden die Container nicht gekauft, sondern gemietet. Nun aber hat die Stadt für die Kostenrechnung weitere fünf Jahre angesetzt – und verglichen, was fünf weitere Mietjahre und ein Kauf der Container kosten würden. Ergebnis: Für einen Kauf muss die Stadt 84 500 Euro aufbringen – und damit fast 38 000 Euro weniger, als wenn sie die Container weiterhin mieten würde.

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Deshalb mussten die Stadträte im Technischen Ausschuss vor wenigen Tagen eine Entscheidung für Rauschwalde treffen: Einstimmig votierten sie für den Kauf. Die fünf Jahre Nutzungsdauer sind freilich nur eine Schätzung. Bereits seit Januar vorigen Jahres ist klar, dass Görlitz das Problem auf Dauer nur mit dem Bau einer zusätzlichen fünften Oberschule lösen kann. OB Siegfried Deinege und Bürgermeister Michael Wieler setzen sich seither immer wieder dafür ein, bisher aber ohne größeren Erfolg. Zuletzt war bekannt geworden, dass in der Verwaltungsvorschrift „Invest Schule“, auf die die Stadt gehofft hatte, der Neubau von Schulen und die Erhöhung von Kapazitäten ausgeschlossen sind. Nun muss die Stadt eine andere Förderoption finden – oder mit 100 Prozent Eigenmitteln bauen. Solange es keine Klarheit gibt, bleiben die Mini-Gebäude auf den Schulhöfen die Übergangslösung. Auf ein Wort