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Die neue Abkürzung zur Kesselsdorfer

Die Stadt verschönert die Brachen in Löbtau. Das kostet Millionen. Auch ein Friedhof verändert sich.

© Sven Ellger

Von Annechristin Bonß

Fußgänger in Löbtau können sich über eine neue, grüne Abkürzung durch den Stadtteil freuen. Wer vom Badweg in Richtung Deubener Straße will, kann nun über den Annenfriedhof laufen. Zusammen mit der Stadt hat die Friedhofsverwaltung einen neuen Eingang auf das 14 Hektar große Areal geschaffen. Am Ende des Badweges gelangen Fußgänger nun über ein kleines Tor auf den Friedhof. Ein Taster, ähnlich dem an Fußgängerampeln, lässt das Schloss aufspringen. Von dort können die Anwohner über das Wegenetz auch bis zu den beiden Eingängen an der Kesselsdorfer Straße laufen. Der Umweg um das gesamte Karree ist damit nicht mehr notwendig.

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Der neue Zugang ist ein Abschluss, aber auch ein Neustart für umfassende Verschönerungsarbeiten der Stadt in Löbtau. Seit Mitte der 90er-Jahre investiert die Stadt in das Sanierungsgebiet Löbtau und fördert Bauvorhaben von Investoren dort. Knapp 67 Hektar misst die Fläche, die von der Weißeritz begrenzt wird und sich zwischen Wernerstraße und Frankenberg/Mohorner Straße erstreckt. Der Annenfriedhof bildet die westliche Grenze.

15 Millionen Euro haben den Stadtteil seitdem verändert. Historische Bauten sind wieder schön. Löbtauer Vorgärten konnten erhalten werden. Viele Innenhöfe haben ein ansehnliches Aussehen bekommen. Bauarbeiter und Stadtplaner haben zudem Plätze, wie den Bonhoefferplatz und den Bünauplatz, Straßen und Fußwege neu gestaltet. Den Erfolg der Mühen merken die Stadtplaner bereits. „Der kontinuierliche Zuzug, insbesondere von Familien mit Kindern, zeigt das zunehmend positive Image von Löbtau als attraktiven Wohnstandort“, sagt Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne).

Die Neu- und Alt-Löbtauer freuen sich auch über zusätzliche Freiflächen. Im neuen Columbusgarten an der gleichnamigen Straße kann gegrillt werden, Hobbygärtner haben ihren Platz, ein Volleyballfeld und ein Fahrradparcours wurden gebaut. Am Badweg musste ebenfalls eine alte Fabrik weichen. Der Bereich galt als Kernfläche im Sanierungsplan. Allein hier wurden knapp fünf Millionen Euro investiert. Statt der Ruinen und Brachen gibt es jetzt zwischen Badweg und Clara-Zetkin-Straße einen Spielplatz, Fitnessgeräte und eine neue Kita. Wer die Abkürzung über den Friedhof wählt, kommt hier vorbei.

In den kommenden Jahren will die Stadt das umfassende Programm fortführen. Derzeit wird die Poststraße zwischen der Kesselsdorfer Straße bis zum Bonhoefferplatz für 1,3 Millionen Euro ausgebaut. In der Tharandter Straße 17 soll der Spielplatz „Kletterfelsen“ einen neuen Zugang von der Weißeritz aus bekommen. In den Grünzug entlang des Flusses will die Stadt ebenfalls weiter investieren. Ursprünglich war geplant, dass bis Ende 2017 die Sanierungsziele in Löbtau erfüllt sind. Nun prüft die Stadt, ob eine Verlängerung bis 2020 möglich ist. Bei der EU sind neue Fördermittel beantragt.

Das könnte auch dem Annenfriedhof helfen. Die Verwaltung kämpft mit den hohen Kosten für die Instandhaltung. Immer mehr Gräber werden aufgegeben. Dafür wünschen sich viele Menschen eine alternative Form der Beerdigung, die auch weniger kostet. Dennoch müssen Wege auf dem großen Areal gepflegt, Büsche und Bäume geschnitten und der Rasen gekürzt werden. Lara Schink vom Verband der Annenfriedhöfe Dresden hofft, öffentliche Mittel für die Pflege der Anlage zu bekommen. „Der hintere Teil des Friedhofs könnte als öffentlicher Park ausgewiesen werden“, sagt sie. Die weiten Grünanlagen und Alleen laden zum Verweilen, Picknick und Treff unter freiem Himmel ein. Dafür sei eine enge Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden, der Stadt, dem Kirchenamt und auch den Pflegern der Gräber notwendig. „Das hier wäre ein Leise-Park mit viel Erholungspotenzial“, sagt sie.