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Die neue Basteiaussicht kommt

Ein Jahr lang haben Experten Flora und Fauna an der berühmten Felsformation beobachtet. Jetzt ist klar: Die neue Aussichtsplattform darf gebaut werden.

Basteiaussicht aktuell: Die vordere Spitze ist zurückgebaut.
Basteiaussicht aktuell: Die vordere Spitze ist zurückgebaut. © Marko Förster

Seit Sommer 2016 fehlt der Basteiaussicht in der Sächsischen Schweiz ein kleines, aber entscheidendes Stück. Damals mussten die vorderen zehn Meter der weltbekannten  Aussicht gesperrt werden, weil der felsige Untergrund nicht mehr sicher genug war. Im Frühjahr 2019 folgte der komplette Rückbau dieses Teils. 

In absehbarer Zeit soll der ursprüngliche Ausblick von der vordersten Felsspitze aus über das Elbtal  jedoch wieder möglich sein. Die Bauarbeiten für die geplante schwebende Plattform dürfen planmäßig starten. Das teilte die Landesdirektion Sachsen am Mittwoch mit. Es sei ein guter Kompromiss zwischen dem Naturschutz und dem Wirtschaftsfaktor Tourismus gefunden worden, erklärte Regina Kraushaar, die  Präsidentin der Landesdirektion.

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Die Aufsichtsbehörde gibt damit den Weg frei für ein aufwendiges Bauprojekt im Nationalpark Sächsische Schweiz. Da die Bastei mit ihren jährlich über 1,5 Millionen Besuchern inmitten des Schutzgebietes mit dem höchsten Naturschutzstatus liegt, durften die Bauarbeiten nicht ohne ein ausgedehntes vorgeschaltetes Monitoring beginnen. 

Das ist die Zukunft: Ein Betonsteg soll im vorderen Teil frei über dem brüchigen Fels schweben.
Das ist die Zukunft: Ein Betonsteg soll im vorderen Teil frei über dem brüchigen Fels schweben. © Freiraumplanung mit System. LandschaftsArchtitekte

Ein Jahr lang haben Experten die Tier- und Pflanzenwelt rings um die Felsformation beobachtet. Die daraus hervorgegangenen Auflagen sehen nun vor, dass neue Fledermausquartiere geschaffen werden und der Bestand der Riffkiefern erhalten bleiben muss. Die "naturschutzrechtliche Befreiung", wie es im Amtsdeutsch heißt, ist damit erteilt.

Bevor der eigentliche Bau der neuen Aussichtsplattform beginnen kann, sind jedoch umfangreiche Sicherungsarbeiten an den Felsen vonnöten. Wie im vergangenen Jahr bekannt wurde, ist der Zustand des Sandsteins auch im hinteren Teil, also dort, wo die Plattform künftig aufliegen soll, deutlich instabiler als bis dato angenommen. In einer Tiefe von 16 Metern unter der Oberfläche stießen Geologen bei Bohrungen nur noch auf fein-bröseligen Sand. 

Ein regelrechtes Geflecht aus Stahl soll dem Sandstein nun neuen Halt geben. Rund zehn Stahlpfähle wollen die Spezialisten bis zu 19 Meter tief senkrecht in den Fels treiben. Die Pfähle werden auf Zug verschraubt, die Bohrlöcher anschließend mit Beton verpresst. Die vordere Felsnadel soll mit überdimensionalen Nägeln waagerecht an das Massiv angeheftet werden, damit sie nicht zur Elbe hin abbricht.

So sah die Aussicht bis zum Frühjahr 2019 aus: Das Geländer reichten bis an die Spitze. Der vordere Teil war aber schon seit 2016 gesperrt.
So sah die Aussicht bis zum Frühjahr 2019 aus: Das Geländer reichten bis an die Spitze. Der vordere Teil war aber schon seit 2016 gesperrt. © Dirk Zschiedrich

Erste Vorbereitungen dafür sollen bereits Mitte August beginnen und bis in den Oktober andauern. Die eigentliche Felssicherung mithilfe von Stahl und Beton ist dann für das Jahr 2021 geplant. Inwieweit dies den Besucherverkehr auf der Basteibrücke beeinträchtigen wird, teilte die Landesdirektion noch nicht mit. 

Baubeginn für die Plattform ist dann 2022 - noch im gleichen Jahr soll die neue Aussicht nach derzeitigem Planungsstand auch freigegeben werden. Vorgesehen ist ein schwebender Steg, der sich lediglich im hinteren Bereich auf dem Felsen abstützt und dessen vordere Spitze in geringer Höhe frei über dem Gestein schwebt. Der Aussichtssteg soll 20 Meter lang und bis zu 3,5 Meter breit sein und damit in etwa den Ausmaßen der früheren Plattform entsprechen mit dem Vorteil, dass er auch barrierefrei zugänglich sein wird. 

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Das Bauvorhaben wird durch den dem Finanzministerium untergeordneten Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) durchgeführt. Die angesetzten Gesamtkosten liegen bei rund 2,5 Millionen Euro.

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