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Sie steigt den Striegistalern aufs Dach

Nina Möller stammt aus Schleswig-Holstein und wohnt in Bayern. Jetzt wird sie auch noch in Sachsen "heimisch" - als neue Bezirksschornsteinfegerin.

Nina Möller hat den Kehrbezirk Striegistal als bevollmächtigte Bezirksschornsteinfegerin übernommen.
Nina Möller hat den Kehrbezirk Striegistal als bevollmächtigte Bezirksschornsteinfegerin übernommen. © privat

Region Döbeln. Sie sei etwas jünger als die meisten Kollegen, sagt Nina Möller, auch wenn sie ihr genaues Alter nicht preisgeben will. Dennoch ist sie als bevollmächtigte Bezirksschornsteinfegerin für den Kehrbezirk Striegistal bestellt worden. Dieser umfasst Ortsteile in Kriebstein, Roßwein, Rossau und Striegistal. Doch wie kommt es, dass es eine Schornsteinfegermeisterin aus Bayern nach Sachsen verschlägt? Denn der Betriebssitz von Nina Möller liegt in Beratzhausen im Landkreis Regensburg.

​Das Ziel von Nina Möller war es schon immer, sich selbstständig zu machen. Sie hätte auch noch etwas länger gewartet, hatte aber von einer Kollegin in Mittweida gehört, dass der Kehrbezirk Striegistal zu vergeben ist. 

Andreas Schleinitz, der dort bisher als Bezirksschornsteinfeger aktiv war, ging in den Ruhestand und suchte einen Nachfolger. Obwohl sie in Bayern ihre Meisterausbildung absolviert hat und auch dort lebt, bewarb sich Nina Möller und erhielt den Zuschlag.

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Ihren Wohnsitz in Bayern will Nina Möller nicht aufgeben. Sie hat den Mitarbeiter ihres Vorgängers übernommen. „Robert Haubold arbeitet weiter für mich. So bleibt für die Kunden zumindest ein bekanntes Gesicht erhalten“, sagt Nina Möller. Der Beruf hat auch viel mit Verwaltungsaufgaben zu tun. 

„Alles was der Mitarbeiter vor Ort erledigt, muss in eine Software eingetragen werden. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch“, erklärt die Schornsteinfegermeisterin. Sie sei die eine Hälfte der Woche in Sachsen, die andere in Bayern.

Einst eine Notlösung

Nina Möller stammt aus Schleswig-Holstein, ist in Rendsburg aufgewachsen. Nach dem Abitur wollte sie Jura studieren und Richterin werden. „Als ich mein Abitur abgeschlossen hatte, waren allerdings fast 900 Bewerber vor mir und meine Noten haben nicht ganz ausgereicht“, sagt sie. 

Sowohl ihr Großvater als auch ihr Onkel sind beide Schornsteinfeger, wobei der Opa schon seinen verdienten Ruhestand genießt. Sie entschloss sich, diesen Beruf zu ergreifen. „Es war für mich eher so etwas wie eine Notlösung. Doch mittlerweile ist es der schönste Job, den ich mir vorstellen kann“, so Möller. Im vergangenen Jahr legte sie ihre Meisterprüfung ab.

Sie findet es wichtig, dass sie als Frau auf eigenen Beinen steht. „Gerade jetzt in der Corona-Krise müssen viele Frauen wieder die Betreuung der Kinder zu Hause übernehmen“, so Möller. Hinzu kam ihre eigene Erfahrung.

Nachdem sie ausgelernt hatte, hatte sie 13 verschiedene Arbeitgeber. „Das hat ebenfalls zu dem Entschluss beigetragen, mich für den Kehrbezirk zu bewerben“, sagt sie. Einerseits habe die Jobsuche nun für sie ein Ende, andererseits bereiten ihr der Umgang mit den Menschen und das Lösen von Problemen Freude.

Als Bevollmächtigte gehört es zu ihren Tätigkeiten, dass sie Abnahmebescheinigungen für Feuerstätten ausstellt. „Ich schaue mir vor Ort an, ob brandschutztechnisch alles in Ordnung ist“, so Möller. Sie ist zudem als Energieberaterin tätig. „Wenn jemand sein Haus verkaufen oder vermieten möchte, benötigt er einen Energieausweis“, erklärt sie. Auch bei der Beantragung von Fördergeld zum Beispiel für eine Heizung leistet sie Unterstützung.

Genügend Abstand gewährleistet

​Der Kehrbezirk von Nina Möller umfasst über 20 Ortsteile, die auch räumlich weit auseinanderliegen. Die meisten Kunden freuen sich, dass sich auch dank Robert Haubold praktisch nicht viel ändert. Sie sei mit den Feuerstättenschauen und Abnahmen ausgelastet und habe es deshalb noch nicht geschafft, alle Kunden aufzusuchen. 

Die Corona-Krise habe dabei kaum Auswirkung auf ihre Arbeit. „Die Reinigung der Schornsteine erfolgt vom Dach aus, sodass genügend Abstand gehalten werden kann“, so Möller.

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