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Meißen

Die neue Hebamme

Schauspielerin Tammy Girke hat ihren großen Auftritt zu den Meißner Burgfestspielen.

Schauspielerin Tammy Girke (26) übernimmt abwechselnd mit Darstellerin Luca Lehnert die Rolle der Hebamme Marthe.
Schauspielerin Tammy Girke (26) übernimmt abwechselnd mit Darstellerin Luca Lehnert die Rolle der Hebamme Marthe. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Der Impuls, Schauspielerin werden zu wollen, kam schon in der neunten Klasse. Als sie mit Mitschülern eine Vorstellung von Faust besuchte. So hat es die 26-jährige Schauspielerin Tammy Girke der Magdeburger Volksstimme erzählt. „Das war beeindruckend“, schwärmte sie.

Jetzt erhält sie bei den Neuen Burgfestspielen in Meißen ihren großen Auftritt. Abwechselnd mit Darstellerin Luca Lehnert übernimmt sie die Rolle der Hebamme Marthe im Stück „Das Geheimnis der Hebamme“ nach Motiven des Romans von Sabine Ebert.

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Das Schauspielern mag ihr in den Genen liegen, heißt es in der Volksstimme. Ihre Uroma habe im Stadttheater Görlitz auf der Bühne gestanden, schreibt die Zeitung. Ein Gänsehautmoment war es deshalb, als sie in ihrem Kostüm für die Rolle in „Kiss me, Kate“ den Aufnäher mit der Aufschrift „Stadttheater Görlitz“ entdeckte. Ihre Uroma werde es nicht getragen haben, aber als ein Zeichen reichte es allemal aus.

An fünf Theatern hat Tammy Girke laut Volksstimme vorgesprochen. Nie habe sie gehört, dass sie es sein lassen sollte, aber es habe immer so ein bisschen der letzte Kick gefehlt. 2014 bekam sie schließlich die weibliche Hauptrolle in der Uraufführung von „Ritter Roland“, einem Musical über die Stadtgeschichte Stendals. Seit 2015 studiert Tammy Girke an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und ist seit der Spielzeit 2017/2018 Mitglied des Schauspielstudios Dresden.

„Das Geheimnis der Hebamme“ in einer Produktion der Landesbühnen Sachsen kommt am Donnerstag, Freitag und Sonnabend, jeweils 20 Uhr, im Burghof zur Aufführung. Dort bekommt Marthe endlich nach einem langen Fußmarsch von Franken nach Sachsen die Erlaubnis, Ritter Christian zu heiraten. Zahlreiche gefährliche Situationen muss sie auf diesem Weg bestehen und steht dann vor dem Markgrafen Otto und seiner Gattin Hedwig in Meißen auf der Burg.

Marthes Geschichte bis dahin ist voll von Tragik, doch auch angefüllt von glücklichen Momenten: Weil sein Sohn tot geboren wurde, will ein grausamer Burgherr in Franken der jungen Hebamme Hände und Füße abschlagen lassen. Ihr gelingt die Flucht und sie schließt sich einer Gruppe von Siedlern an, welche angeführt von Ritter Christian, ostwärts in die Mark Meißen zieht. Am Ziel angekommen, gründen sie Christiansdorf, das spätere Freiberg. Nachdem in Christiansdorf eine Silberader entdeckt wird, kommt es zu blutigen Kämpfen um die Eigentums- und Abbaurechte.

Markgraf Otto von Meißen gelangt durch den Silberabbau zu großem Reichtum. Christian hingegen fühlt sich den ritterlichen Idealen verpflichtet. Er ist ein gerechter Herr, der sich für den Frieden und das Wohlergehen der Dorfbewohner einsetzt. Immer wieder muss er sich mit dem Markgrafen und den ihm ergebenen Rittern, die selbstherrlich und brutal unter den Siedlern wüten, auseinandersetzen.

Seit der ersten Begegnung sind Christian und Marthe ineinander verliebt, auch wenn sie ihre Gefühle lange verbergen, zumal die Standesunterschiede eine Verbindung zwischen beiden nicht zulassen. Als selbstbewusste, kluge Frau ist Marthe besonderen Gefahren ausgesetzt und wird immer wieder als Hexe verschrien. Dennoch heiraten beide am Ende entgegen vieler Widerstände und fordern so die Ordnung heraus. (SZ)

www.neue-burgfestspiele-meissen.de

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