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Das ist die Neue in der Altmarktgalerie

Die Dresdnerin Manuela Schwenke hat ganz klein angefangen. Mittlerweile führt sie neun Kreativläden.

Jahrelang hat Manuela Schwenke (l.) gewartet. Jetzt konnte sie zusammen mit ihrer Tochter Tizia ihr Bastelgeschäft in der Altmarktgalerie eröffnen
Jahrelang hat Manuela Schwenke (l.) gewartet. Jetzt konnte sie zusammen mit ihrer Tochter Tizia ihr Bastelgeschäft in der Altmarktgalerie eröffnen © René Meinig

Von Jonas Lauschke

Zusammen mit ihrer Tochter Tizia steht die Dresdnerin Manuela Schwenke in ihrem neuen Geschäft in der Altmarktgalerie. Jahrelang hat sie gewartet, bis endlich ein Laden im Einkaufszentrum frei wurde. Mit 750 Quadratmetern ist das hier aber nicht nur die neueste, sondern auch die größte Filiale des Dresdner Unternehmens. Aber angefangen hat alles vor 25 Jahren.

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1994 eröffnete die studierte Berufspädagogin für Elektrotechnik ihren ersten Laden in der Pirnaer Altstadt, den sie am Anfang neben ihrem Job geführt hat. Unweit vom Markt verkaufte sie zusammen mit ihrem Partner Kreativwaren wie Wolle und Verpackungen. Ihre damals 5-jährige Tochter war an den Wochenenden auch dabei, weil die Großeltern zu weit weg gewohnt haben. „War cooler als Schule“, erinnert sich die heute 30-Jährige an die Tage im Laden.

Die Idee für das Geschäft hatte Manuela Schwenke vor allem aus einem Grund. „Wir waren schon immer kreativ und haben gebastelt“, sagt die Chefin. So hat sie als Kind Steinfiguren bemalt und später als Studentin durch den Verkauf selbst gemachter Kleidung und Lederkissen etwas dazuverdient. Das Geschäft zu eröffnen, war aber nicht so einfach wie gedacht. „Es gab damals keine Unterstützung von Banken“, sagt Schwenke. Stattdessen hat sie einen Baukredit auf das Haus, was sie von ihrer Großmutter geerbt hat, aufgenommen, um den Laden eröffnen zu können.

Nur war das eigentlich nicht in Pirna geplant. „Wir waren schon immer Dresdner und wollten dort unseren Laden gründen, aber die Mieten waren einfach zu hoch“, sagt sie heute. Aber schon zwei Jahre später konnte sie ein Geschäft auf der Martin-Luther-Straße in Dresden eröffnen.

Doch 2002 kam der große Rückschlag: Das Elbhochwasser zerstörte die Pirnaer Filiale. Eine Versicherung gegen Hochwasser hatte der Laden nicht. „Die waren schon immer schwer zu bekommen. Wir wussten danach lange nicht, wie es weitergeht“, sagt sie über die Zeit nach der Katastrophe. Hilfe gab es durch Spenden sowie staatliche Gelder und nur wenige Monate später konnten sie – zwei Straßen weiter – ein neues Geschäft in Pirna beziehen.

Seitdem hat sich das Familienunternehmen auf neun Filialen mit 40 Mitarbeitern vergrößert. Sechs sind immer noch in Sachsen, drei davon in Dresden. Außerdem kann man sie in Erfurt, Magdeburg und seit 2014 sogar in Berlin finden. Aber nicht nur die Anzahl der Läden hat sich vergrößert, sondern auch das Angebot.

So verkaufen sie nicht mehr nur Karten und Verpackungen, sondern auch einige Serviceleistungen: Zum Beispiel kann man selbst geformte Tonfiguren in den Geschäften brennen lassen. Außerdem gibt es mittlerweile Workshops. Dort können Anfänger und Fortgeschrittene unter anderem Häkel-Techniken lernen. Seit einigen Jahren führen die Schwenkes auch einen Onlineshop für Produkte, die mit Mangas – japanischen Comics – zusammenhängen.

Die Idee hatte nicht Manuela, sondern ihrer Tochter. Denn sie war schon als Kind großer Fan der Hefte. Mittlerweile fragen Fangruppen im Internet, wann endlich ein Geschäft in ihrer Gegend aufmacht. „Wir wollen erst mal nichts überstürzen und keine neuen Läden aufmachen“, sagt die Chefin. Aber auch, wenn sie noch nicht weiß, wo, eine Sache ist sicher: Ihre Tochter Tizia, die schon als zweite Geschäftsführerin tätig ist, wird das Familienunternehmen in der Zukunft einmal weiterführen.

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