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Die neue Schwimmhalle wird in Kamenz gebaut

Die vom Kreistag geforderte Standortbetrachtung kam zu keinem anderen Ergebnis. Jetzt muss es schnell gehen. In einem Jahr soll die Förderung stehen. 

Die Jahre des Kamenzer Hallenbades in der Macherstraße sind gezählt. Schon bald beginnt in der Nähe oder an anderer Stelle in Kamenz der Ersatzneubau. Der Kreistag hat den Planungsstart abge-
segnet.
Die Jahre des Kamenzer Hallenbades in der Macherstraße sind gezählt. Schon bald beginnt in der Nähe oder an anderer Stelle in Kamenz der Ersatzneubau. Der Kreistag hat den Planungsstart abge- segnet. © René Plaul

Kamenz. Der Kreisausschuss des scheidenden Kreistages ist am Montagabend in Bautzen über eine Standortbetrachtung zum Hallenbad-Ersatzbau für die in die Jahre gekommene Kamenzer Schwimmhalle informiert worden. Das 25-seitige Gutachten hatte der Kreistag im Mai vor allem auf Initiative der beiden Fraktionschefs von CDU und SPD mit großer Mehrheit gefordert, bevor der Planungsprozess überhaupt starten kann. Das Fazit der Ingenieur Consult GmbH aus Leipzig ist eindeutig: Man habe sechs „Makrostandorte“ nach gleichen Kriterien bewertet, nur für Kamenz könne eine „planerische Empfehlung“ gegeben werden. Betrachtet wurden auch die Städte Königsbrück, Pulsnitz, Großröhrsdorf, Bischofswerda und vor allem Radeberg, weil ja von dort der energische Einspruch erfolgt war (die SZ berichtete).

Für den Kamenzer OB Roland Dantz, selbst Mitglied des Kreisausschusses, kommt das Ergebnis nicht überraschend. Mit Genugtuung nahm er allerdings den großen Vorsprung zur Kenntnis, den Kamenz gegenüber den Alternativstandorten erreicht hat. In acht Kategorien waren maximal 16 Bewertungspunkte zu erreichen. 14 davon schaffte Kamenz und damit einen großen Vorsprung vor den nächsten Standorten. Das waren Großröhrsdorf und Pulsnitz mit je acht Punkten. Sieben Punkte erreichten Radeberg und Bischofswerda, nur drei Punkte die Stadt Pulsnitz. Bewertet wurden die Einwohnerzahl, die Schulzahlen und Versorgungsbereiche, die Anzahl der Schwimmvereine, die touristische Gesamtentwicklung, der Versorgungsauftrag und die Zentralität, die Nähe zu konkurrierenden Hallenbädern sowie die Qualität des ÖPNV und des motorisierten Individualverkehrs. In der letzten Kategorie gaben die Gutachter Kamenz sogar null Punkte, obwohl es ja eigentlich eine halbwegs funktionierende Spange von der A4 bei Burkau bis zur B 97 bei Bernsdorf gibt. Diese führt ja beinahe in Speerwurfnähe an der jetzigen Halle (mit Parkplatz) vorbei, aber am Ende spielte dies eh keine Rolle.

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OSSV-Mitglieder waren als Gäste dabei

Das Fazit aus der gut besuchten Ausschusssitzung – auch OSSV-Mitglieder waren im Kreistagssaal als Gäste dabei – ist klar: Die Landkreisspitze kann jetzt die ersten drei Planungsstufen ausschreiben. Der Ersatzbau für die Halle in der Macherstraße wird in Kamenz erfolgen. Zunächst wird geklärt, an welcher Stelle. Hier bieten sich im Grunde zwei Standorte an. Naheliegend wäre die Fläche hinter der jetzigen Halle, die ja auch mittelfristiges Entwicklungspotenzial bezüglich eines Freibeckens hätte. Nach wie vor wird – vor allem in den Sommerferien – das Fehlen einer Freibademöglichkeit in Stadtnähe vermisst. Ein weiterer Standort, der bereits im Gespräch war, ist das Bildungszentrum an der Macherstraße. Hier käme es zu einer Ergänzung mit der Dreifeld-Sporthalle. Die Fläche der jetzigen Kabi-Immobilie, die in großen Teilen sanierungsbedürftig beziehungsweise abrissreif ist, würde sich dafür eignen.

Fakt ist auch, dass die Zeit drängt. Der Neubau der Halle hatte sich vor allem wegen der Zuschussbedingungen gegenüber der Sanierung als sinnvoll erwiesen. Der Ersatzbau würde mit 14,5 Mio Euro nur wenig mehr als die Sanierung kosten – allerdings bei bis zu 85 prozentiger Förderung. OB Dantz: „Wenn Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Ost beansprucht werden sollen, müsste der Landkreis als Eigentümer und Bauherr spätestens in einem Jahr die Anträge gestellt haben.“ Dies sei sportlich, aber durchaus realistisch. Mit dem Hallenneubau würde klar sein, dass es keine Unterbrechung des Schul-, Bade- und Leistungsschwimmens bräuchte. Auch dieses Argument ist nicht zu unterschätzen ...

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