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Pirna

Die Neuen, die Alten und die Wiederkehrer

Die Sitze im Dohnaer Stadtrat sind begehrt. 49 Kandidaten bewerben sich um die 18 Plätze. Einige Namen lassen aufhorchen.

Dohnas Markt mit Rathaus.
Dohnas Markt mit Rathaus. © Archivfoto: Marko Förster

Der bisherige Dohnaer Stadtrat war recht überschaubar: CDU und Freie Wähler hatten gleich viele Vertreter, die zwei Linken waren rechnerisch das Zünglein an der Waage. 

Künftig wollen auch die SPD und Bündnis 90/Grüne wieder sowie die AfD ganz neu mitmischen. Der Wahlkampf vor allem von CDU und Freien Wähler ist in vollem Gange. Beide nutzen dafür auch Facebook, wo sich Kandidaten vorstellen.

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Drei, die bleiben wollen

Die meisten Kandidaten haben die Freien Wähler – 21 Männer und zwei Frauen. Das sind fünf mehr als es Sitze zu vergeben gibt. Die ersten fünf auf der Liste sind alte Bekannte. Es folgen drei, die zwar aktuell nicht im Stadtrat sind, jedoch durchaus bekannt. Landwirt Frank Schnutz ist einer der prominenten Gegner des Industrieparks Oberelbe. Das ist zugleich eines der Hauptthemen der Freien Wähler. Zu ihnen gehören Peter Hauer, der vor vier Jahren Bürgermeister werden wollte, und Uwe Naumann, der schon mal im Stadtrat saß.

Die CDU geht ebenfalls mit bewährten Räten, ergänzt um einige neue ins Rennen, die zum Teil schon Ausschuss-Erfahrung haben, wie Andreas Hoppe und Ralf Köhler. Interessant ist bei der CDU, wer fehlt: Zum Beispiel Matthias Matzka und Gert Mosig. Mit Hoppe kandidiert der Vater von Mareen Hoppe, die bei den Linken als eine von vier Kandidaten auf der Liste steht. Angeführt wird die Liste von Sabine Dinse. Die hatte bei der letzten Wahl schon so viele Stimmen, dass sie nach dem Ausscheiden von Magdalena Paul nachgerückt wäre. Doch vor zwei Jahren machte sie Hinderungsgründe geltend, weshalb Jörg Fritzsche, der ebenfalls wieder kandidiert, nachrückte und inzwischen Fraktionschef der zwei Linken Räte ist. Laut Dohnaer Geschäftsordnung können Fraktionen ab zwei Personen gebildet werden.

Zwei, die ihre Rückkehr planen

Die SPD und die Grünen wollen zurück ins kommunpolitische Spielfeld. Die SPD traut das zwei Frauen zu. Karin Thiele ist die Erfahrene, für die es vor fünf Jahren nicht gereicht hatte. Nun will sie es noch einmal wissen – so wie ihr Sohn in Heidenau. Ob es für beide und damit eine Fraktion reicht oder es Zusammenschlüsse gibt, wird sich zeigen. Am ehesten käme dafür wohl Bündnis 90/Grüne infrage.

Auch die fehlen seit den Wahlen 2014 im Dohnaer Stadtrat, in dem lange Peter Garbotz die grüne Fahne hochhielt. Ein Name unter den drei Kandidaten lässt aufhorchen: Thomas Klingner. Vor 20 Jahren war er schon einmal gewählt worden – in den Stadt- und Kreistag. Damals zog er den Kreistag dem Stadtrat vor. Nun kandidiert er wieder für beide. Diesmal will er im Falle der Wahl beide Ämter wahrnehmen.

„Nach 20 Jahren im Kreistag weiß ich nun schon etwas besser, wie der Hase läuft“, sagt Klingner. „1999 hatte ich noch keinerlei Erfahrung in der Kommunalpolitik und war der einzige Grüne im Kreistag.“ Jetzt will er für mehr Farbe auch in Dohna sorgen. „Aber auch die Kandidatur der inhaltlich limitierten AfD hat mich bewogen, mich noch einmal zur Wahl zu stellen.“

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Dohnas Kandidaten für den Stadtrat

CDU: Markus Altmann, Anke Werner, Wilfried Müller, Renate Messerschmidt, Dietmar Neumann, Danilo Grund, Ralf Köhler, Daphne Schirmag, Maria Susann Kolaschinski, Hans-Jürgen Woldrich, Andreas Hoppe, Thomas Beyer, Uwe Jahr, Martin Klöber, Uwe Hoppenz, Franz Jörg Bräunig

Freie Wähler: Hans-Jörg Fischer, Lars Häßlich, Rudolf Werner, Reinhardt Nitschke, Jan Woyack, Frank Schnutz, Peter Hauer, Uwe Naumann, Erdmute Hering, Horst Siebenhäuser, Jan Neugebauer, Jörg Schiekel, Jörg Nescheida, Carsten Nitzsche, Gunter Clemenz, Enrico Richter, Jens Wagner, Stefan Brade, Kathrin Jäkel, Thomas Munde, Tilo Prokoph, Sebastian Jagodzinski, Thomas Jacob

Die Linke: Sabine Dinse, Jörg Fritzsche, Mareen Hoppe, Detlef Pastewski

SPD: Sabrina Repp, Karin Thiele

Bündnis 90/Grüne: Ulrike Kranz, Andreas Hertling, Thomas Klingner

AfD: Peter Thomas

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