merken
PLUS

Die neuen Forsthaus-Wirte

Jana und Rene Simmert übernehmen die Ohorner Ausflugsgaststätte Luchsenburg. Eine emotionale Entscheidung.

Von Carolin Menz

Jana Simmert hat einige Nächte wach gelegen. Immer wieder ging ihr die Frage durch den Kopf: Sollte sie es wagen, die Ohorner Gaststätte „Forsthaus Luchsenburg“ zu übernehmen? Es würde noch mehr Schulden bedeuten und noch mehr Arbeit. Ihr Herz war da schon viel weiter. Im tiefsten Inneren wusste sie längst: Na klar, wag‘ ich das. Am 1. September übernehmen Jana und Rene Simmert die Geschäfte der Gaststätte und des Hotels von Sigrid und Joachim Kinzel, Tante und Onkel von Jana Simmert. Alle wohnen sie in Rammenau. Kinzels werden beide 65 in diesem Jahr. Da wird es Zeit, an den Ruhestand zu denken und die Geschäfte in jüngere, kräftigere Hände abzugeben.

StadtApotheken Dresden
Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da
Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da

Die Stadt Apotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

„Lange war klar, dass meine Cousine das Forsthaus Luchsenburg weiterführt. Doch die hat sich nun aus persönlichen Gründen dagegen entschieden“, sagt Jana Simmert. Ein Makler war mit dem Verkauf schon beauftragt, als Jana Simmert im Februar von den Absichten ihrer Verwandtschaft erfuhr. Sie packte die Gelegenheit beim Schopfe. Eine emotionale Entscheidung, wie sie sagt. Das Lebenswerk der Kinzels sollte weiterleben und nicht in fremde Hände übergehen. „Ich war natürlich als Kind sehr oft in der Gaststätte, half auch mal aus, wenn Not am Mann war“, sagt sie. Später, als sie mit ihrem Mann immer mal wieder im lauschigen Biergarten saß, träumte sie schon mal davon, irgendwann selbst Betreiberin einer kleinen Pension zu sein. Nun klappt es in diese Richtung, auch zur Erleichterung der Familie.

Jana Simmert ist gelernte Wirtschaftskauffrau und Hotelfachfrau. Beste Voraussetzungen also für den Chefposten in der Luchsenburg. Zunächst soll alles beim Alten bleiben. Denn das Forsthaus ist gut besucht – natürlich hat Jana Simmert die Zahlen in den Büchern gecheckt. Am Wochenende kommen die Familien zum Feiern, in der Woche sind vor allem Monteure und Geschäftsleute im Hotel zu Gast.

Kinzels aus Rammenau hatten das Forsthaus Luchsenburg übernommen, als es noch HO war und Kinder ihr Ferienlager in den Bungalows verbrachten. Nach der Wende, übernommen von der Treuhand, investierten sie viel ins Gebäude aus dem Jahre 1720. Die Gaststube wurde saniert, die Küchentechnik erneuert, ein Hotel erbaut, die alten gegen neue Bungalows ausgetauscht. Jahrelang arbeiteten sie hart. Bauten sich einen festen Kundenstamm auf. Gäste kommen aus dem Kamenzer, Bischofswerdaer, Bautzener und Dresdner Land. Auch deshalb ist Jana Simmert überzeugt, das Richtige zu tun. „Derzeit brodelt natürlich die Gerüchteküche, viele Gäste sind verunsichert. Manche denken sogar, es ist schon geschlossen“, sagt sie. „Doch dem ist nicht so! Das Lokal bleibt offen.“ Mit der Übernahme durch Simmerts geht es nahtlos weiter. Wichtig für alle, die Plätze reserviert haben. Manche sogar schon für Silvester 2015.

Jana Simmert fand über viele berufliche Wege zum Forsthaus mitten im Wald. Nach der Lehre arbeitete sie in der Gastronomie, in Bretnig und Pulsnitz und bis zur Geburt ihrer Tochter vor elf Jahren in der Bischofswerdaer Bowlingbahn. Nach dem Babyjahr verkaufte sie an der Fleischtheke bei Netto. Vielleicht nicht der Traumjob, aber eine Aufgabe. Daheimsitzen und nichts tun ist nichts für die 42-Jährige, die sich ehrenamtlich für den Rammenauer Heimatverein engagiert.

Seit sieben Jahren arbeitet sie als freiberufliche Handelsvertreterin für Finanzdienstleitungen, berät Kunden in Sachen Baufinanzierung, Bausparen und Versicherungen. Sie will weitermachen, parallel zur Aufgabe in der Luchsenburg. Sie wird dort zuständig sein für Personalplanung, Einkauf, Kalkulation, Service und Küche. Ihr Mann, hauptberuflich bei Infineon in Dresden, wird sich um alles Bauliche und Technische kümmern. Nebenbei betreibt der 38-Jährige einen Hausmeisterservice, ist bei der Feuerwehr und neu in den Rammenauer Gemeinderat gewählt worden. Langeweile gibt es nicht bei Simmerts.

Die acht Mitarbeiter der Ohorner Gaststätte übernimmt Jana Simmert, wie sie sagt. Auch die Küche werde bleiben, wie sie ist. Gutbürgerlich. „Warum etwas verändern, was die Gäste mögen“, sagt Jana Simmert. Und dennoch will sie hier und da Veränderungen. Dach und Fassade müssen neu werden. Schön wären der Ausbau des Dachbodens zum Mehrzweckraum, eine Mehrauslastung des Hotels durch junge Familien, der Ausbau des Spielplatzes. Jana Simmert freut sich auf die neuen Herausforderungen. Ab Sommer wird sie regelmäßig vor Ort sein, in der Gaststätte und im Biergarten. Sie will sich bekannt machen als die neue Luchsenburg-Wirtin.

Das „Forsthaus Luchsenburg“ bietet Gaststube, Vereinszimmer, Blockhütten, Terrasse und Biergarten. Ein Ausflug lohnt auch zu Pfingsten! Geöffnet ist der Gasthof mit Landhausflair täglich ab 11 Uhr, mittwochs erst ab 17 Uhr. Zu finden ist das Forsthaus An der Luchsenburg 1 in Ohorn, der Weg dorthin ist für Wanderer, Radler und Autofahrer ausgeschildert.

www.forsthaus-luchsenburg.de