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Die Nubbern holen das Dorf mit ins Boot

Andere füllen Säle, die Nubbern Höfe. Einen zumindest. Den der Familie Paufler. Dort herrschte Ende vergangenen Jahres dichtes Gedränge beim 1. Burkauer Weihnachtsmarkt, den die Nubbern gemeinsam mit den Heimatfreunden organisierten.

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Von Ingolf Reinsch

Andere füllen Säle, die Nubbern Höfe. Einen zumindest. Den der Familie Paufler. Dort herrschte Ende vergangenen Jahres dichtes Gedränge beim 1. Burkauer Weihnachtsmarkt, den die Nubbern gemeinsam mit den Heimatfreunden organisierten. Am morgigen Sonnabend machen sie wieder was fürs Dorf: Beim Tanzabend im Mittelgasthof führen sie einige Programmeinlagen auf – unter anderem mit einer Superstar-Parade, zwei Livebands und „zwei Handgeschnitzten“. Auch ein Boot spielt eine Rolle. „Wir möchten den Gästen Spiel und Spaß bieten“, sagt Udo Mager. Mehr verraten er und seine Nachbarn trotz Nachfragens nicht. Auch sonst sind sie eine eingeschworene Gemeinschaft.

Die Nubbern, wie sich die Burkauer in ihrer Mundart nennen, sind rund 100 Nachbarn, die zwischen der Kirche und dem Autohaus Winter zu Hause sind. „Bei uns stimmt die Chemie, und wir haben gemeinsame Interessen“, sagt Anja Gebhardt-Varga. Schon Großeltern und Eltern waren lebenslustige Leute, die gern gemeinsam feierten. Das hat sich erhalten: Vor vielen Häusern steht noch heute eine Bank. Die Nachbarn helfen sich gegenseitig, und das oft ungefragt. Ist einer im Urlaub, kann es schon mal sein, dass der Nachbar nicht nur die Haustiere füttert, sondern auch gleich noch den Rasen mäht. Zugezogene werden schnell in der Gemeinschaft aufgenommen. „Man trifft sich gern und freut sich, wenn man sich sieht“, sagt Maik Hübschmann. Die Nubbern haben ihren eigenen Schaukasten, ihre T-Shirts und ihr Wappen: eine am Gartenzaun blühende Sonnenblume als Zeichen des nachbarschaftlichen Friedens. Bei all dem sei man „keine Nachbarschaft zum Vorzeigen“, sagt Uwe Körner. „Auch bei uns kommt es hin und wieder zu Meinungsverschiedenheiten. Dann reden wir darüber.“

Eine Party fürs ganze Dorf

Aktionen wie der Weihnachtsmarkt und jetzt das Programm im Mittelgasthof laufen ausschließlich ehrenamtlich, aus Spaß an der Freude. „Wir haben kein finanzielles Interesse“, betont Udo Mager. Statt dessen wolle man Ralf Schuster, dem Wirt vom Mittelgasthof, helfen, dass der Abend ein Erfolg wird. Der Gastwirt hatte die Nubbern bei einem ihrer Nachbarschaftsfeste unterstützt. Öffentliche Auftritte wie der morgige sollen deshalb die Ausnahme bleiben.

Mit der Party fürs ganze Dorf widmet sich der Mittelgasthof jetzt auch bewusst der mittleren und älteren Generation. Gespielt wird vor allem ihre Musik.

Tanzabend im Mittelgasthof Burkau Sonnabend 19 Uhr; Eintritt sechs Euro. Reservierungen unter (035953) 7410 oder 6475.