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Die Oase am Rande der Stadt

Wenn Volker Wolf nach der Nachtschicht ausgeschlafen hat, kümmert er sich um Haus und Garten. So schiebt er in diesen Tagen den Rasenmäher über die Wiese und genießt dabei das schöne Wetter. Seit 1999...

Wenn Volker Wolf nach der Nachtschicht ausgeschlafen hat, kümmert er sich um Haus und Garten. So schiebt er in diesen Tagen den Rasenmäher über die Wiese und genießt dabei das schöne Wetter. Seit 1999 wohnt er mit seiner Familie am Schießhäuselweg unweit der ehemaligen Gaststätte „Am Kulturheim“ im Löbauer Ortsteil Ebersdorf.

Die einst eigenständige Gemeinde im Süden der Stadt gehört seit jenem Jahr zu Löbau, in dem Wolfs hierher gezogen sind. „Wir haben damals hier gebaut“, sagt Volker Wolf, „weil wir ins Grüne wollten.“ So habe man die Wohnung in Löbau-Ost aufgegeben. Zu den Ersten der Siedlung gehörte die Familie damals allerdings nicht. „Bereits vor der politischen Wende in der DDR wurde hier mit dem Bau einzelner Eigenheime begonnen“, sagt so auch Löbaus Stadtsprecherin Eva Mentele. Rund 3,8 Hektar umfasst das Gebiet mit seinen 27 Baugrundstücken.

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Ein kleiner Spaziergang durch die Siedlung tut gut. Es herrscht Ruhe. Nur von der Ferne sind Kinderstimmen zu hören, die aus dem Ebersdorfer Kindergarten dringen. Zwölf Krippen-, 45 Kindergarten- und 20 Hortkinder können hier insgesamt betreut werden. Die schön gepflegten Gärten – manche mit akkurat verschnittenen Hecken als lebender Zaun – fallen ins Auge. Kaum einer von ihnen hat nicht irgendwo ein Klettergerüst oder eine Schaukel zu bieten. Für Familien mit Kindern ist die Wohngegend ein kleines Paradies. Auch Volker Wolf möchte nicht mehr hier weg, und das, obwohl das erste der Kinder inzwischen aus dem Haus ist und in Dresden ein Studium begonnen hat. Selbst die eigene Arbeitsstelle in Heidenau ist für die Familie kein Umzugsgrund.

Die Grundstücke sind unterschiedlich groß. Manch einem sieht man an, dass seine Besitzer zu den besser verdienenden Löbauern gehören. Andere wiederum sind froh, hier einst günstig ein Häuschen erstanden zu haben. Familie Schwarze zum Beispiel. Bis vor ein paar Jahren hat sie in der Innenstadt gelebt. Doch schon bevor die Kinder kamen, habe der Wunsch bestanden, sich etwas im Grünen zu suchen. „Unsere Kinder sollten nicht mitten in der Stadt aufwachsen“, sagt Familienvater Daniel Schwarze. Eben hat er die beiden aus der Kita abgeholt. Nun drängeln die quirligen Zwillinge, weil sie endlich nach Hause wollen. Im eigenen Häuschen wohnt die vierköpfige Familie mittlerweile seit etwa sechs Jahren. Die endgültige Entscheidung fiel im Jahr 2008. „Damals hatten wir das Glück, das Haus günstig zu kaufen“, so Daniel Schwarze.

Dass der Kindergarten der Zwillinge ganz in der Nähe ist, freut die Schwarzes sehr. Und immerhin gibt es wenige Meter entfernt auch eine Ärztin für Allgemeinmedizin. „Nur einen Kinderarzt gibt es hier leider nicht“, so Schwarze. Wenn die Kinder also einmal krank sind oder zur Vorsorgeuntersuchung müssen, dann hilft nur der Weg in die Stadt. Aber den nimmt man schon mal in Kauf.

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