merken
PLUS Hoyerswerda

Die Oberschule wird pünktlich fertig – fast

18 Jahre nach Schließung des einstigen Zuse-Gymnasiums in Hoyerswerda beginnt im Gebäude wieder Unterricht.

Ein wenig wie aus dem Werbekatalog wirkt der Blick aufs historische Hauptgebäude und zwei der insgesamt drei Unterrichts-Pavillons.
Ein wenig wie aus dem Werbekatalog wirkt der Blick aufs historische Hauptgebäude und zwei der insgesamt drei Unterrichts-Pavillons. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Unter anderem die neue Adresse steht schon fest. Liefen die Planungen und Bauarbeiten der Stadt Hoyerswerda für ihre aktuell größte Investition bisher unter der Anschrift „Oberschule, Konrad-Zuse-Straße 7“, hatte der Stadtrat am Dienstag zu entscheiden, wer dort regelmäßig fegen und die Fenster putzen wird. Im Beschluss stand „Oberschule, Claus-von-Stauffenberg-Straße 40.“ Das Ganze ergibt Sinn, soll doch die Zufahrt aus Richtung Treff-8-Center erfolgen. Künftig. Zuletzt war das Rathaus an der Fördergeld -Beschaffung für die nötigen Bauarbeiten gescheitert. 

Zunächst wird es also mit Start an der Kreuzung vis-á-vis der LebensRäume-Zentrale durchs Wohngebiet gehen müssen. Der Technische Stadtrats-Ausschuss hat kommende Woche über das Vorhaben zu entscheiden, wenigstens schon einmal in Ordnung zu bringen, was verwaltungsintern die „innere Stauffenbergstraße“ genannt wird.

PPS Medical Fitness
Das Gesundheitszentrum für die ganze Familie
Das Gesundheitszentrum für die ganze Familie

Sie wollen mehr Fitness und Gesundheit in Ihr Leben bringen? Lernen Sie die vielen Gesundheitskurse und Angebote kennen und lassen Sie sich von den umfangreichen Angeboten von PPS Medical Fitness begeistern!

Am Zieltermin freilich wird nicht herumgedeutelt. Am 31. August sollen die derzeit noch zwei Oberschulen „Am Stadtrand“ und „Am Planetarium“ Geschichte sein, soll der Unterricht im umgebauten und erweiterten historischen Schulhaus im WK I beginnen. Am 15. August werden die Bauarbeiter fertig sein, kündigte Dietmar Wolf von der Bauverwaltung im Stadtrat an: „Wir sind so ziemlich mit allen Gewerken auf der Zielgeraden.“ Freilich hakt es hier und da noch ein wenig. Covid-19 und die Auswirkungen lassen grüßen. Ein Problem nennt Wolf zum Beispiel die Ausrüstung und Möblierung der Fachkabinette für Physik, Chemie und Biologie. Zulieferer der beauftragten Firma aus dem fränkischen Öhringen sind in Verzug. Der Einbau der Spezialmöbel wird nach dem Stand der Dinge daher erst nach Schuleröffnung erledigt sein. Zieldatum ist der 21. September.

Genau so, wie im Jahr 1959

Die Viren und der Kampf dagegen haben auch am bisherigen Haupteingang ihre Spuren hinterlassen. Inmitten der sorgsam nach historischem Vorbild sanierten Fassade sieht es noch nach Rohbau aus. Der Grund: Der Denkmalschutz hat spezielle Anforderungen, und die Abstimmungen mit der Stadt zogen sich in die Länge, weil über Wochen kein Treffen möglich war.

Im Inneren hingegen mutet der Eingangsbereich schon wieder so an wie 1959, als die damalige Ernst-Schneller-Schule in Betrieb ging. Dietmar Wolf hatte am Dienstag Fotos dabei. Die restaurierte Windfangtür präsentiert sich mit kühn geschwungenen Griffen in Blau. Ein anders Bild zeigte das glänzende, weil aufgearbeitete Parkett der Bühne in der bisherigen Aula, die künftig eher ein Mehrzweck-Saal sein wird. Ebenfalls zu sehen waren die Solaranlage auf dem Dach des Neubaus oder Arbeiten zum Einbau der Lehrküche.

Turnhallen-Bau soll folgen

Etwas in Rückstand geraten ist das Großvorhaben also. Denn ursprünglich war einmal vorgesehen, schon Ende dieses Monats fertig zu werden. Nun ist angekündigt, dass die Lehrer ab 17. August in ihre neue Wirkungsstätte dürfen. Diese wird ziemlich sicher teurer als mit 13,2 Millionen Euro eingepreist. Nach dem Stand der Abrechnung liegt die Stadt um 55.000 Euro drüber. Wolf wies darauf hin, dass das nur 0,44 Prozent der Bausumme seien. Ob es dabei bleibt, ist jedoch offen. Denn noch müssen Arbeiten im geplanten Umfang von fast vier Millionen Euro durch die Rechnungslegung. Das Rathaus will prüfen, ob das Land Sachsen womöglich willens ist, noch einmal einen Fördergeld-Nachschuss zu gewähren.

Und neu stehen schon zwei weitere Kraftakte an. Aus der Oberschule „Am Stadtrand“ soll mit Baustart noch in diesem Jahr das künftige Domizil der Handrij-Zejler-Grundschule (derzeit am Adler) werden. Die Oberschule soll noch eine Turnhalle bekommen. Zwar sind neue Außensport-Anlagen so gut wie fertig. Doch bei schlechtem Wetter steht erst einmal nur die angejahrte „Tonne“ im WK IX zur Verfügung.

Noch in Arbeit ist der Außenbereich des vormaligen Haupteingangs. Die Schüler der Oberschule sollen diese hingegen über die Hofseite betreten oder verlassen.
Noch in Arbeit ist der Außenbereich des vormaligen Haupteingangs. Die Schüler der Oberschule sollen diese hingegen über die Hofseite betreten oder verlassen. © Foto: Mirko Kolodziej

Mehr zum Thema Hoyerswerda