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Die Ortsgeschichte erlaufen

Ein Rundkurs soll künftig zu historischen Stätten in Putzkau führen. Auch zum Valtenberg wird ein Weg ausgeschildert.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

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Putzkau. Putzkauer Milchhübel? Nie gehört. Doch Ortskundige schwören darauf: Die Anhöhe soll fantatische Ausblicke auf den Ort und Fernsichten bis ins Westlausitzer Bergland bieten. Noch ist sie ein Geheimtipp. Doch engagierte Bürger um Ralph Riedel und Dr. Markus Helbig von der Bürgervereinigung wollen das ändern. Sie arbeiten an einem Wanderwegenetz, das den Milchhübel mit einbindet. Wenn alles nach Plan läuft, kann man am Ende dieses Jahres die Wanderstiefel schnüren, um auf neuen Wegen zu laufen bzw. Rad zu fahren.

Das Ortswappen soll den Weg weisen.
Das Ortswappen soll den Weg weisen.

Zwei Wege sollen ausgeschildert werden. Zum einen als Rundkurs ein historischer Wanderweg durch Putzkau. Zwischen der ehemaligen Schule im Niederdorf, jetzt der Jägerhof, und der auf dem Weg nach Neukirch gelegenen Hübelschänke wird man sich an 35 historischen Objekten über die Ortsgeschichte informieren können, sagt Markus Helbig. Dazu sollen an markanten Bauwerken Infotafeln aufgestellt werden. Neben Kirche, Bahnviadukt, Herrenbaus und früheren Mühlen wird man auch an Wohnhäusern Interessantes nachlesen können. Zum Beispiel an der Brauereistraße, wo sich das älteste erhaltene Wohnhaus auf dem Gebiet des Altkreises Bischofswerda befinden soll. Der Rundkurs wird etwa zehn Kilometer lang sein; man kann ihn natürlich auch in kürzeren Abschnitten erlaufen. Markiert wird dieser Weg mit dem Ortswappen.

Zum Hausberg von Neukirch

Ein zweiter Weg soll von Putzkau aus zum Wanderwegenetz am Valtenberg führen. Markiert wird er mit einem gelben Punkt. Die mit 587 Metern höchste Erhebung im Lausitzer Bergland gilt zwar als Hausberg der Neukircher. Aber auch die Putzkauer zählen sich zu den Valtenberg-Anrainern und wollen das auch in der künftigen touristischen Vermarktung ihres Dorfes deutlich machen.

14 000 Euro sind veranschlagt, um Infotafeln herzustellen, Wege auszuschildern, den Milchhübel als Aussichtspunkt einzurichten. Ein Großteil des Geldes wird als Förderung aus dem Ile-Topf fürs Bautzener Oberland in Aussicht gestellt, berichtet Ralph Riedel, Vorsitzender der Putzkauer Bürgervereinigung. Rund 2 000 Euro müssen die Bürger selbst aufbringen. „Wir hoffen dabei auch auf Spenden“, sagt der Vereinsvorsitzende. Bis zum Ende dieses Jahres sollen die Wege dann ausgeschildert sein. Zurzeit laufen die Absprachen dafür. Mitglieder der Bürgervereinigung werden die neuen Wanderwege pflegen. Seit kurzem betreuen sie auch den bereits bestehenden Rundwanderweg durch und um Putzkau.

Die Gemeinde Schmölln-Putzkau will sich stärker im Tourismus profilieren. Im November 2016 fasste der Gemeinderat den Beschluss, der Touristischen Gebietsgemeinschaft „Oberlausitzer Bergland“ beizutreten, der unter anderem auch Neukirch und Steinigtwolmsdorf angehören. Durch die Mitgliedschaft in dem Verbund hoffe man auf eine bessere Werbung vor allem für Vermieter in der Gemeinde, sagte damals Bürgermeister Achim Wünsche (parteilos) der SZ. Die Mitgliedschaft kostet Schmölln-Putzkau rund 1 400 Euro im Jahr. Ausflüglern sowie Gästen, die ein paar Tage bleiben, muss man freilich auch etwas bieten. Da passen die Pläne für die beiden neuen Wanderwege voll ins Konzept der Gemeinde Schmölln-Putzkau.