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Hoyerswerda

Die Picknickwiese kommt in die Stadtviertel

Im WK III startet Hoyerswerdas KulturFabrik im Mai ein neues Projekt.

Der ersten Picknickwiese 2009 folgten bisher sechs weitere, eine im WK X. Nun geht es quer durch die Neustadt.
Der ersten Picknickwiese 2009 folgten bisher sechs weitere, eine im WK X. Nun geht es quer durch die Neustadt. © Archivfoto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Am Sonntag vor Himmelfahrt soll es losgehen. Für den 17. Mai plant die KulturFabrik Hoyerswerda im WK III den Start ihrer neuen Reihe „Stadtteilanker Bürgerwiesen“. Auf dem Rasen gegenüber der Lindenschule, dort, wo Ende 2002 der Block Johannes-R.-Becher-Straße 19 bis 25 abgerissen wurde, lautet das Ansinnen „Ausprobieren, Austoben, Präsentieren, Informieren, Genießen und gemütliches Beieinandersein“. So steht es auf Postkarten, mit denen die KuFa auf die Sache hinweist.

Vor zehn Jahren im August war es, als sie erstmals auf die Freifläche an der Orange Box zur Picknickwiese einlud. Die Idee dabei: Leute treffen sich an einem sonst nicht so gut genutzten Platz, bringen Picknick-Utensilien mit und verleben zusammen einen Nachmittag. Dazu gibt es ein wenig Musik. Es sollte einfach mehr öffentliches Leben in den öffentlichen Raum.

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Präsentation lokaler Angebote

Der Ansatz für die Bürgerwiesen ist ganz ähnlich, geht aber darüber hinaus. Die KuFa will in die Wohngebiete gehen, mit Familienfesten nicht nur Leute zusammenbringen, sondern auch gleich noch die Angebote von lokalen Vereinen und Initiativen vorstellen. Das Projekt „Stadtteilanker Bürgerwiesen“ gehört zum sogenannten Gebietsbezogenen Integrierten Handlungskonzept (GIHK), in dem die Stadt Vorhaben zur Bekämpfung sozialer Schieflagen zusammengefasst hat. Die Umsetzung wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. KuFa-Koordinatorin Julia Kieschnick hatte vor ein paar Tagen zur Auftaktveranstaltung ins Bürgerzentrum eingeladen. „Netzwerktreffen“ stand in der Einladung, denn ohne Partner wird es nicht gehen. Gut 50 Teilnehmer von Sport- und anderen Vereinen, Privatpersonen und Vertreter der Stadt kamen im Café zusammen.

Klar ist inzwischen der Zeitplan: Dieses Jahr soll es fünf Bürgerwiesen geben, nächstes Jahr ebenso fünf – mit einem großen Finale an der Orange Box. Nach dem Auftakt am 17. Mai im WK III geht es zunächst am 13. Juni in den WK V. Dort gibt es eine Kooperation mit dem Nachbarschaftshilfeverein, der an diesem Tag sein Sommerfest am Mehrgenerationenhaus feiert. Es folgt am 26. Juli der WK VI. Ins Auge gefasst ist eine spezielle „Jugendwiese“ auf dem Hof der Oberschule „Am Planetarium“. Am 16. August ist der WK VIII an der Reihe und am 6. September der WK I. Dort wird dann seit ein paar Tagen die neue Oberschule in Betrieb sein, was die Veranstaltung in ihrem direkten Umfeld sinnvoll erscheinen lässt. Schulleiterin Romy Stötzner hat schon Unterstützung zugesagt.

Die generelle Hoffnung ist, dass die Feste mehr oder weniger vor der unmittelbaren Haustür auch Menschen anlocken, die normalerweise keine Gäste bei den eigentlich nicht zu knapp angebotenen Veranstaltungen in der Stadt sind. „Man muss da ja meist durch eine Tür“, beschreibt Julia Kieschnick ein Hemmnis, das offenbar manche Leute abschreckt. Sie lädt ausdrücklich dazu ein, Ideen für die Bürgerwiesen einzubringen. „Vielfalt sucht Dich“, heißt es auf den erwähnten Postkarten.

Vereinsbroschüre in Planung

Der Grundgedanke, mehr Hoyerswerdaern die vielen permanenten Freizeitangebote in der Stadt näherzubringen, erinnert ein wenig an den Markt der Möglichkeiten. Julia Kieschnick sagt, ihrem Eindruck nach habe die Bereitschaft, irgendwo hinzugehen und sich zu erkundigen, aber stark nachgelassen. Im eigenen Viertel, hofft man, ist sie vielleicht höher. Die KuFa plant parallel tatsächlich auch an einer sogenannten Stadtbroschüre ähnlich den Vereins-Verzeichnissen, die über viele Jahre bei den Märkten der Möglichkeiten zu haben waren. Derzeit scheinen vielen Hoyerswerdaern die Informationen dazu zu fehlen. „Egal ob Sport, außerschulische Bildung, Soziales, Kultur, Selbsthilfestellen oder Kinder- und Jugendarbeit – schon bei unseren ersten Befragungen stießen wir auf eine große Wissenslücke“, heißt es seitens der KuFa zum Stand der Dinge.

Julia Kieschnick hofft, das klappt, was man mit den Bürgerwiesen im Auge hat. Bestenfalls, sagt sie, haben viele Vereine hinterher viele neue Mitglieder. Ihr Traum wäre ein ehrenamtliches Quartiersmanagement in jedem WK: „So, dass die Wohngebiete wieder zusammenrücken und permanente Kommunikation herrscht.“ Man muss es ja nicht gleich Wohnbezirksausschuss nennen.

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