merken
PLUS

Die Plastik-Profis von Reick

Im Gewerbegebiet gibt es kaum noch freie Flächen. Jetzt wird dort Kunststoff produziert – auch für die Frauenkirche.

Von Nora Domschke

Im Reicker Gewerbepark siedeln sich immer mehr Unternehmen an. Mittlerweile sind es 13 Betriebe, die elektronische Bauelemente sowie Mess- und Navigationsinstrumente herstellen und Software für die Computerbranche entwickeln. Seit Kurzem werden in einer neuen Halle an der Ecke Seidnitzer Weg/Otto-Mohr-Straße nun außerdem Kunststoffteile produziert. Mit dem Neubau vergrößern die beiden Geschäftsführer Steffen Schreyer und seine Schwester Kerstin Krause ihre Firma Kunststofftechnik Dresden, die bislang ihren Sitz in der Breitscheidstraße hatte.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Dort begann 1991 die Erfolgsgeschichte des Unternehmens, das ihr Vater Wolfgang Schreyer damals gründete. „Zu DDR-Zeiten hat er beim VEB Schokopack gearbeitet“, sagt sein Sohn Steffen. Dort wurden Verpackungen für Süßwaren hergestellt. Nach der Wende wagte Wolfgang Schreyer dann den Schritt in die Selbstständigkeit, spezialisierte sich mit seiner Firma auf die Produktion von Kunststoffteilen. „Damit sind wir noch heute ein klassischer Zulieferbetrieb“, so Steffen Schreyer. Zu den Kunden gehört auch die Theegarten-Pactec GmbH, die aus dem VEB Schokopack entstanden ist. Bis April mieteten Schreyer und Krause einen Teil des Firmengeländes in der Breitscheidstraße. Doch das Geschäft mit den Verpackungen läuft so gut, dass Pactec das Areal am ehemaligen Schokopack-Hochhaus inzwischen komplett selbst nutzt und ausbaut. Also mussten sich Schreyer und Krause einen neuen Standort suchen. „Wir haben lange überlegt, ob wir selbst bauen“, sagt Kerstin Krause. Die 51-jährige Dresdnerin und ihr 47-jähriger Bruder beschäftigen mehr als 30 Mitarbeiter. „Mehrere Grundstücke kamen dafür infrage, unter anderem an der Rennbahn, in Sporbitz und im Gewerbegebiet Nickern am Kaufpark. „Schließlich bewarben wir uns auf eine Ausschreibung der Stadt für das Grundstück in Reick“, so Kerstin Krause. Und sie hatten Glück, bekamen den Zuschlag.

Der kommunale Gewerbepark, der sich auf einem etwa elf Hektar großen Areal zwischen der Eisenbahnstrecke und der Reicker Straße erstreckt, wurde Ende der 1990er-Jahre gegründet. Er befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des VEB Elektromat, welches von 1995 bis 1997 beräumt wurde. Alte Fabrikgebäude wurden entkernt und abgerissen, der Erdboden mithilfe von Fördermitteln auf Altlasten untersucht und saniert. Schließlich muss der Untergrund der riesigen Halle und den schweren Produktionsmaschinen standhalten. Auf etwa 2 400 Quadratmetern werden nun Kunststoff- und Metallbauteile für jegliche Arten von Verpackungsmaschinen hergestellt. „Wir beliefern unter anderem Unternehmen aus der Medizintechnik und Druckmaschinenhersteller“, sagt Schreyer. Mit ihren Produkten werden irgendwann Babywindeln eingepackt. Oder sie landen in einer Hamburger Maschine, in die vorn der Tabak eingelegt wird und hinten die fertige Zigarettenschachtel herauskommt.