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Die Polizei hat einen Verdacht

Wurde die Gülle von der Schweinemastanlage Stolpen absichtlich in den Bach geleitet? Wie es weitergeht, ist Sache der Staatsanwaltschaft. 

In der ehemaligen Schweinemastanlage tut sich was. Die Gegner sehen das mit Besorgnis.
In der ehemaligen Schweinemastanlage tut sich was. Die Gegner sehen das mit Besorgnis. © Archivfoto: Dirk Zschiedrich

Die Ermittlungen zum Gülle-Vorfall an der Schweinemastanlage in Langenwolmsdorf am 8. und 9. April sind noch nicht abgeschlossen. Die Polizei ermittelt wegen Gewässerverunreinigung.

 „Der Verdacht richtet sich gegen die Schweinemastanlage. Eine Fahrlässigkeit steht hier in Rede“, sagt Polizeisprecher Marko Laske. Über weitere Schritte werde später die Staatsanwaltschaft entscheiden.

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Der Vorfall sorgte für Aufregung unter den Anwohnern. Die Gülleflecken auf den Wiesen waren deutlich zu erkennen. Und auch die toten Fische im Bach in Stolpen-Altstadt könnten die Folge davon gewesen sein. Der Verdacht, dass der Betreiber der Schweinemastanlage, Marten Tigchelaar, fahrlässig gehandelt hat, liegt damit zwar nahe, ist aber nicht bestätigt. Der niederländische Schweinezüchter, der die Anlage 2017 gekauft hatte, verweist auf eine Havarie. Dabei könnte es zu eben jenem Gülleaustritt gekommen sein.

Seitdem ist zwar nichts mehr passiert, aber die Gegner der Schweinemastanlage sind wachsam. Sie haben die Bürgerinitiative „Keine Wiederinbetriebnahme der Schweinemastanlage in Stolpen“ gegründet (SZ berichtete). Ihre Online-Petition hat inzwischen 1 507 Unterstützer, davon 660 aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und 449 aus dem Stolpener Postleitzahlbereich. „Wir sind mit der Resonanz auf unsere Petition sehr zufrieden. Das ist für eine eher konservative Gegend schon erstaunlich“, sagt Gerd Baumann von der Bürgerinitiative. Die Petition läuft noch fünf Wochen. 2 100 Unterschriften sind das Ziel. Danach soll alles an Landrat Michael Geisler (CDU) übergeben werden.

An die Landkreisbehörde, da diese auch für die Genehmigungen zuständig ist, richtet sich die Petition. Die Unterzeichner fordern den Landrat auf, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Wiederinbetriebnahme der Anlage zu verhindern. Außerdem fordern sie vom Land Sachsen, dass der Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement im Programm „Entsiegelung landwirtschaftlicher Flächen“ das Grundstück als Ausgleichsfläche für notwendige Versiegelungen kauft und renaturiert.

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Für neuen Zündstoff sorgte der Betreiber vor wenigen Wochen. Um arbeiten zu können, hatte er am 12. April eine Änderungsanzeige im Landratsamt eingereicht. Er will übergangsweise 4 488 Ferkel einstallen statt der 4 900 Schweine, was er dürfte. Laut Behörde wäre das im einfachen Verfahren möglich. Das bezweifelt die Bürgerinitiative. „Unserer Meinung nach wäre das genehmigungsbedürftig, da die Ferkel zu einer anderen Fallgruppe als Mastschweine gehören“, sagt Gerd Baumann. Es sei nicht möglich, die Mastschweine einfach gegen Ferkel auszutauschen. Auch auch beim Abriss des Heizhauses sehen sie einen Verstoß gegen die von der Stadt verhängte Veränderungssperre. Eine Anzeige wäre möglich, davon geht die Bürgerinitiative aus. „Da dieser Abriss dem Ziel unseres Widerstandes, der Renaturierung des Areals, aber näherkommt, haben wir uns vorerst entschlossen, diesen Schritt nicht zu gehen“, sagt Baumann. Bei der Einwohnerversammlung vor Kurzem hatte er das Verschwinden der Anlage bereits optisch aufbereitet. Um die Ziele durchzusetzen, wolle sich die Bürgerinitiative auch anwaltlich beraten lassen. Am Montag, 3. Juni, berät zudem der Stadtrat zum Bebauungsplan. Die Bürgerinitiative hat sich den Termin bereits im Kalender vorgemerkt.

Hier geht es zur Petition

Ratssitzung: 3. Juni, 18. 30 Uhr, Markt 26 in Stolpen

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