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Die Queen kommt zur Bauern-Olympiade

Die Lausitzer Gemeinde atterwasch platzt beim10. Jubiläum am Wochenende aus allen Nähten.

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Von Beowulf Kayser

Mit einem schwarzen Rolls Royce will die englische Queen am Sonntag in das Olympia-Stadion von Atterwasch bei Guben (Spree-Neiße) einfahren. Nach der umjubelten Olympia-Vergabe an die britische Hauptstadt kommt Königin Elisabeth II zwar nicht persönlich als Ehrengast zur 10. Bauernolympiade. Sie schickt jedoch ein nicht weniger attraktives Double in die rund 250 Einwohner zählende Lausitzer Landgemeinde. Hier werden am Wochenende über 3 000 Schaulustige zum Jubiläum der Gaudi-Festspiele erwartet. „Unser Dorf platzt am Wochenende aus allen Nähten“, sagte der Vorsitzende des Heimat- und Feuerwehrvereins, Uwe Brose. Für das Spektakel mit zwölf Lausitzer Bauernteams haben sich bereits Busunternehmen aus Berlin und Sachsen sowie zahlreiche Fernsehstationen angemeldet, darunter auch Reuters TV aus London, der MDR und der RBB.

Bauerntölpel gegen Wikinger

Die lustigste Olympiade der Welt lebt auch in diesem Jahr wieder von den ausgeklügelten Wettkampf-Ideen des Atterwascher IOC und den phantasievoll verkleideten Mannschaften mit den außergewöhnlichen Namen. Da treffen die einheimischen „Bauerntölpel“ auf die „Bremer Stadtmusikanten“, die „Wikinger“ und die „Verhexten Babuschkas“ sowie die „Russenmafia“, die „Sembtener Säcke“ oder die „U-Krayner“. Für den lustigen Auftritt im sicher wieder ausverkauften Olympia-Stadion am Schwarzen Fließ konnten sich im Jubiläumsjahr nur Teams aus der Niederlausitz zwischen Spremberg, Döbern und Forst qualifizieren. Über 30 Mannschaften, auch aus der Oberlausitz, hatten sich trotz aufwendiger Promotion -Touren entlang von Spree und Neiße vergeblich um einen Startplatz bemüht.

„Statt einer Goldmedaille gibt es wieder ein lebendes Schwein von etwa 100 Kilogramm für den Sieger“, sagte der 40-jährige Vereinsvorsitzende. Auch für die Platzierten gibt es wieder bäuerliche Preise, unter anderem Kaninchen, Hühner, Tauben sowie Kartoffeln, frischen Imker-Honig oder ein Schock arschfrische Eier (60 Stück) vom Bauernhof nebenan. Allerdings erwartet das IOC dafür auch ulkige Höchstleistungen am laufenden Band beim traditionellen Strohballen-Rollen, dem Zielschießen mit richtigen Hühnereiern, einem Tauziehen auf wackligem Wassersteg oder dem Stuhltanz rund um die mit Schlamm gefüllten Kalkpötte. „Lachsalven ohne Ende sind wieder vorprogrammiert“, so Brose.

Kräuterschnaps „Bäuerling“

Zusatzpunkte für die bäuerlichen Olympia-Disziplinen gibt es für die Mannschaften bereits gleich zu Beginn. Unmittelbar nach der neuen olympischen Hymne und der Entzündung des Olympia-Feuers bewerten die Zuschauer die originellsten Kostüme. Sie sollen auch für zusätzliche Punkte sorgen, wenn sie an der Gestik der Bauernteams solche Begriffe, wie „Rucksack-Bulle“ oder „Kuh-Melken“, auf Anhieb erkennen. Die ausgelassene Stimmung bei Deutschlands einziger Bauernolympiade soll am Sonntag auch durch ein neues Bauernprodukt angeheizt werden: dem „Atterwascher Bäuerling“, einem 35-prozentigen Kräuterschnaps.

10. Bauernolympiade in Atterwasch

(Abzweig B 97 Cottbus-Guben),

10. Juli, ab 14 Uhr, Eintritt vier Euro,

Kinder bis zwölf Jahre freier Eintritt