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Dippoldiswalde

Rustikale Wartehäuser fürs Erzgebirge

Im Gebiet der Gemeinde Klingenberg sollen bis 2022 zwölf Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut werden. Die sollen aber auch in die Landschaft passen.

Dieses hölzerne Buswartehäuschen steht seit rund 10 Jahren in Paulshain. Es könnte als Vorbild für andere dienen.
Dieses hölzerne Buswartehäuschen steht seit rund 10 Jahren in Paulshain. Es könnte als Vorbild für andere dienen. © Karl-Ludwig Oberthür

In den nächsten Jahren müssen allein in der Gemeinde Klingenberg über 50 Haltestellen umgebaut werden, damit sie auch für Fahrgäste mit Rollstuhl oder Kinderwagen kein Hindernis darstellen. Das ist eine gesetzliche Vorgabe. Die bezieht sich aber nur auf die Bordsteine, die Wartefläche und die Markierung am Boden für Sehbehinderte. Wenn sie aber schon bauen, dann wollen die Klingenberger auch die Wartehäuschen erneuern. Damit kommen sie zwar langsamer voran. Das Klingenberger Ziel liegt bei zwölf Bushaltestellen, die bis 2022 erneuert werden. Dann sollen bis 2025 noch einmal 21 folgen. Aber die neuen Haltestellen erhalten dann eine Gestaltung aus einem Guss.

Einfachkonstruktion hält dem Schnee nicht stand

Dabei soll die Planung aber nicht für jede Haltestelle neu beginnen, sondern die Arbeit soll einer einheitlichen Linie folgen, erklärte Stefan Lippert, Bauamtsleiter der Gemeinde. Deswegen stellte er den Gemeinderäten drei Varianten vor, wie künftig die Wartehäuschen im Gemeindegebiet aussehen könnten. Variante eins ist eine massive Holzkonstruktion, die teilweise verglast ist. Solche Häuschen stehen in einer kleinen Ausführung bereits in Paulshain und etwas größer in Beerwalde. 

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Variante zwei ist eine hochwertige Stahl-Glas-Konstruktion und Variante drei ein einfacher Standard-Stahlbau mit Glas. Der wäre zwar kostengünstig, scheidet aber aus. Denn es ist zweifelhaft, ob die einfache Konstruktion die Schneelasten aushalten würde, mit denen man vor allem in den höheren Lagen des Klingenberger Gebiets trotz des Klimawandels immer noch rechnen muss.

Bleiben die Holzvariante und die aufwendigere Stahlkonstruktion im Rennen. Hier gab am Ende die Schönheit den Ausschlag. Preislich liegen beide gleichauf. Bei der Pflege müssen die Glasflächen an der Stahlvariante öfter gereinigt werden. Dafür ist im Abstand von mehreren Jahren am Holz ein Neuanstrich erforderlich. 

Über eine Zeit von 20 Jahren gerechnet, ist der Aufwand vergleichbar. So fiel die Entscheidung für die rustikalen Holzbauten. „Die fügen sich gut in den ländlichen Raum ein“, erklärte Lippert. Der Gemeinderat folgte seiner Argumentation mit Mehrheit.

Standort an der Oberschule ist eine Ausnahme

Aber es gibt noch einige Punkte mehr zu bedenken. Hartmut Baumgart (Bfk) wies daraufhin, dass es eine Ausnahme gibt, wo ein rustikaler Holzbau nicht hinpasst. Das ist die Haltestelle vor der Poelzig-Oberschule in Klingenberg. Das Schulhaus ist ein modern gestalteter Betonbau. Dazu würde ein rustikales Holzhäuschen nicht passen. Dafür gab es Zustimmung. 

Wolfgang Richter (BfK) forderte, bei den Holzhäuschen so wenig Glas wie möglich einzusetzen. Es komme doch immer wieder vor, dass solche Scheiben zerschlagen werden, vor allem wenn die Wartehäuschen an Stellen sind, wo niemand sieht, was dort geschieht. „Dort kommt Sicherheitsglas zum Einsatz“, versicherte Lippert. 

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Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK) erklärte, dass hier verschiedene Anforderungen erfüllt werden müssten. Die Glasflächen bieten einen guten Windschutz. Sie kommen also dort zum Einsatz, wo eine Haltestelle besonders dem Wind ausgesetzt ist. Außerdem müssen die Busfahrer auch erkennen können, ob jemand an der Haltestelle steht. Das wird auch mit einer Glaswand erleichtert. „Wie werden aber darauf achten, dass wir bei ganz entlegenen Haltestellen möglichst Holz anstelle von Glas einsetzen“, kündigte Schreckenbach an.

Die ersten Haltestellen, die jetzt neu gestaltet werden sollen, sind die in Pretzschendorf Mitte und „Ruppendorf Feuerwehr“. Die stehen ganz oben auf der Liste, weil sie an einer Staatsstraße liegen. 

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