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Die Ruhe vor dem Sturm

„Kreative Sommertage“ finden bis Sonntag im Barockpark statt. Mit Keramik, Schmuck, Holz, Kultur und Parkführungen.

Antonio Antrilli und seine Frau Erika Koopmann am Freitag in Zabeltitz: Nur kurz gönnen sich die Veranstalter der „Kreativen Sommertage“ eine Pause im Indianerstuhl mit Hund Arthur.
Antonio Antrilli und seine Frau Erika Koopmann am Freitag in Zabeltitz: Nur kurz gönnen sich die Veranstalter der „Kreativen Sommertage“ eine Pause im Indianerstuhl mit Hund Arthur. ©  Kristin Richter

Zabeltitz.  Erika Koopmann scheint ihren Humor nie zu verlieren. „Schrecklich – am Sonnabend und Sonntag sollen nur 25 Grad werden“, sagt die Landschaftsarchitektin mit ironischem Unterton. Gemeinsam mit ihrem Mann Antonio Antrilli ist sie an diesem Freitag kräftig am Wirbeln. Händler auf Händler trudeln auf dem Platz vor dem Zabeltitzer Palais ein – die Autos und Anhänger gefüllt mit viel Kreativem, Kulinarischem, auch Extravagantem. 

Die „Kreativen Sommertage“ in Zabeltitz stehen bevor. Und während der Freitag eher dem Aufbau gilt, soll es am Sonnabend und Sonntag für jeden Geschmack und jedes Alter etwas geben. „Schauen, genießen, kaufen“, ist das Motto, mit dem Koopmann und Antrilli schon zum dritten Mal in Zabeltitz antreten – bei den vorherigen Auflagen noch als „Gartentage“ tituliert. Doch im vergangenen Jahr hagelte es im Nachhinein Kritik. Vor allem, weil wegen der tropischen Temperaturen Blumenhändler abgesagt hatten. Das soll diesmal nicht passieren. „Wir haben extra noch einmal angerufen: Alle drei Gärtnereien, die zugesagt haben, werden am Sonnabend und Sonntag kommen“, so Erika Koopmann.

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Die engagierte Frau hofft, dass dann auch ihre Stimme wieder mitspielt. Denn sie ist quasi als Geschichtenerzählerin „Tante Luna“, als Seifenkugelherstellerin und „Mädchen für alles“ aus dem Programm überhaupt nicht wegzudenken. Ganz besonders freut sie sich auf die Vielfalt der geschätzten 30 Aussteller, aber auch die Parkführungen im Rahmen der Kreativtage. „Das sind geführte Rundgänge durch den schattigen Park im Kostüm“, verrät sie.

Zeiten und Tickets

Geöffnet: Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Eintritt: Erwachsene 5 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei, Familienkarte 9 Euro.

Im Eintrittspreis enthalten ist die Teilnahme an einer der Parkführungen. Sie finden jeweils 13 und 14.30 Uhr statt.

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Für einen kurzen Moment entspannt, lehnt sie sich mit ihrem Mann auf einem „Indianerstuhl“ zurück. Hund Arthur, ebenfalls so etwas wie ein Maskottchen, liegt zu Füßen. Die Möbelstücke der „Holzverarbeitung Müglitztal“ aus Burkhardswalde stehen bereit und fallen sofort ins Auge. Tischlermeister Egbert Ermer erklärt mit verschmitztem Lächeln: „Die Indianer haben nie auf dem Boden gesessen, sondern immer auf unseren Stühlen.“

Hinter den Stühlen und auch Bänken verbirgt sich indes eine interessante Geschäftsidee. Für die Herstellung der Möbel wird ausschließlich Holz aus dem heimischen Forst verwendet. Rund anderthalb Stunden dauert es, ehe solch ein Stuhl fertig ist. „Wir machen das seit etwa zehn Jahren“, so Egbert Ermer. Die Idee entstand auf Hinweis eines Kunden, der mit einer fertigen Zeichnung im Unternehmen auftauchte. Seitdem gehört die Produktion dieser ausgefallenen Holzmöbel aus überwiegend Buche, aber zum Beispiel auch Nussbaum oder Erle, zum Standard in Burkhardswalde, macht etwa ein Viertel des Geschäfts neben Gartenhäusern, Carports oder Pavillons aus. Und: „Jedes Stück ist wegen der erhaltenen Baumkante ein Unikat“, sagt Egbert Ermer.

Wie viele der Händler, Gastronomen und anderen Anbieter gehört er zum kleinen Stamm, den Erika Koopmann und Antonio Antrilli für ihre Veranstaltungen gewonnen haben. Größer soll es auch in Zukunft nicht werden. „Wir sind nicht Großharthau“, sagt Erika Koopmann mit Blick auf die dortige Gartenmesse „LebensArt“.

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