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Die Sage vom Schwarzen Christoph

Im Goldberger Kreise, eine halbe Meile nördlich vom Gröditzberge, im Dorfe Nieder-Alzenau, hatte der schwarze Christoph seine Burg. Er war aus dem Geschlecht von Reisewitz. Den Übernamen verdankte er seinen schwarzen Haaren.

Im Goldberger Kreise, eine halbe Meile nördlich vom Gröditzberge, im Dorfe Nieder-Alzenau, hatte der schwarze Christoph seine Burg. Er war aus dem Geschlecht von Reisewitz. Den Übernamen verdankte er seinen schwarzen Haaren. Mit seinem Namen scheuchten die Mütter die Kinder; denn er war ein in Schlesien gefürchteter Raubritter. Besonders diente ihm der der Stadt Goldberg gehörige Hainwald zum Aufenthalt. Hier überfiel er die Kaufleute. Achtung hatte er allein vor Gelehrten. Er verschonte sie fast immer; jedoch mußten sie sich ihm als solche erst ausweisen. Viele Edelleute hielten zu ihm, und auch der Herzog Friedrich II. nahm über die Zeit Rücksicht, bis ihn die Goldberger Bürger in seiner Burg während eines nächtlichen Festes überfielen, nach blutigem Kampfe banden und einlieferten. Der Herzog verurteilte ihn, und man hing ihn und einen Knecht, beide in weißen Hemden, den Herrn zum Unterschiede mit Sporen an den Stiefeln, in Liegnitz an den Galgen. Wie er zur Richtstätte geführt ward, sagte er: „Hätte ich daran gedacht, was David im Psalter sagt: Verlaßt euch nicht auf Fürsten, sie sind Menschen und können nicht helfen, so ständen meine Sachen besser.“ (gekürzt)

Will-Erich Peuckert, „Schlesische Sagen“, Neuausgabe 1989, Diederichs Verlag München

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