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Die Schlammschlacht hat ein Ende

Der alte Hartplatz in Doberschau war oft nicht nutzbar. Jetzt wird Kunstrasen verlegt. Davon profitieren nicht nur die Fußballer.

© Carmen Schumann

Von Katja Schäfer

Doberschau. Doberschau hat eine neue Sehenswürdigkeit. Zumindest zeitweise. Seit kurzem zieht der Sportplatz nicht nur Fußballbegeisterte an, sondern auch viele weitere Leute. Kindergartengruppen spazieren hin, um Bagger und andere Baumaschinen zu bestaunen. Rentner beobachten, wie sich das Gelände von Tag zu Tag verändert.

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Zu sehen gibt es viel, seit der Bau eines Kunstrasenplatzes begonnen hat. Gegenwärtig bringen Beschäftigte der Firma Frauenrath Großröhrsdorf die Tragschicht aus Schotter auf. Dort, wo sie schon planiert wurde, sieht man, dass die Oberfläche zu den Seiten hin leicht geneigt ist. Das hänge mit der neuen Variante zum Ableiten des Oberflächenwassers zusammen. „Der Platz bekommt keine herkömmliche Drainage. Deshalb musste nicht in die Tiefe gegraben werden“, erklärt der Präsident des Sportvereins Gnaschwitz-Doberschau Jens Steinbeck. Stattdessen werden Kunststoffplatten auf die Tragschicht gelegt, bevor der Kunstrasen darauf kommt. Deren Rillen führen das Wasser an die Längsseiten des Spielfeldes, wo es abgeleitet wird. – Bis Mitte September sollen die Arbeiten am Unterbau des Platzes abgeschlossen sein, so dass anschließend der Kunstrasen verlegt werden kann. „Mit der Fertigstellung des Platzes rechne ich gegen Ende Oktober“, sagt Jens Steinbeck. Eine Einweihungsfeier werde es dann aber wohl nicht mehr geben, sondern erst im neuen Jahr. Gefeiert werden soll aber auf jeden Fall. Denn der Verein freut sich sehr, dass er nach mehrjährigen Bemühungen, die von Steinbecks Vorgänger Andreas Ducke angeschoben wurden, nun einen Kunstrasenplatz bekommt. Damit verbessern sich die Bedingungen für die Sportler deutlich. Der vorher an der Stelle befindliche Hartplatz war oft nicht nutzbar. Weil er keine Drainage hatte, war er bei Nässe schlammig. Bei Trockenheit wurde er schnell hart wie Beton. Der Kunstrasen, der künftig parallel zum Rasenplatz zur Verfügung steht, kann ganzjährig genutzt werden. „Das ist auch nötig. Immerhin haben wir zehn Fußballmannschaften“, betont der Vereinspräsident. Das Spektrum reicht von der F-Jugend, deren Sportler sieben oder acht Jahre alt sind, über ein Männer- und ein Frauen-Team bis hin zu den Alten Herren.

Spenden gesucht

Aber nicht nur die Fußballer profitieren vom neuen Platz. Auch den anderen Abteilungen des Sportvereins, der insgesamt reichlich 300 Mitglieder hat, steht das Gelände zur Verfügung. „Die Volleyballer können mit Netzständern darauf trainieren und die Aerobic-Gruppe kann sich im Sommer ja durchaus auch auf dem Kunstrasen treffen“, nennt Jens Steinbeck zwei Beispiele. Auch Kita-Gruppen sind willkommen zum Laufen, Ballspielen und und und. Ebenso andere Gruppen und Vereine. Doch bis es so weit ist, bleibt noch einiges zu tun. Für die Bauarbeiter, aber auch für den Verein. Nachdem er vorm Baubeginn alte Barrieren und Tore beseitigt hat, sind noch weitere Eigenleistungen geplant. Außerdem gilt es, Spenden einzutreiben.

Die Kosten für den Kunstrasenplatz sind zwar gedeckt. 400 000 Euro kommen aus einem EU-Fördertopf. 100 000 Euro stellt die Gemeinde bereit. Sie übernimmt auch die Vorfinanzierung, denn das Fördergeld fließt erst nach Abschluss der Arbeiten. „Damit es eine richtig tolle Anlage wird, sind einige zusätzliche Dinge zu erledigen. Dafür benötigen wir Geld“, sagt Jens Steinbeck. Deshalb hat der Verein eine Spendenaktion gestartet, bei der jeder symbolisch Stücke des Kunstrasens kaufen kann. Die Preise reichen von 50 Euro für ein kleines Quadrat auf dem Spielfeld bis zu 5 000 Euro für den Mittelpunkt. Aktuell steht das Spendenbarometer bei 625 Euro. „Ich hoffe, dass sich jetzt, wo zu sehen ist, wie der Kunstrasenplatz wächst, noch einiges tut“, sagt der Präsident. Außerdem wünscht er sich, dass sich weitere Engagierte finden, die den Verein ehrenamtlich unterstützen; vor allem bei der Pflege des Sportgeländes, die der Verein allein bewältigen muss.

sv-gnaschwitz-doberschau.de