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Die schönsten Radtouren in Sachsen - Teil 4

Wer die Straßen Dresdens verlassen hat, findet auf der ehemaligen Kesselsdorfer Schmalspurtrasse Ruhe. Auch der Rückweg über die Anhöhen im Westen ist radelfreundlich.

Halb Stadt, halb Land.
Halb Stadt, halb Land. © Bybbisch94

Von Ulrike Kolberg. Der Bahnhof Dresden-Neustadt ist der zweitgrößte der Stadt und Ausgangspunkt dieser Tour. Wer schnell noch etwas Proviant braucht, kann sich hier eindecken, der Supermarkt hat auch sonntags geöffnet. 

Mit dem Bahnhof im Rücken geht es rechts in die Antonstraße hinein und dann den sogenannten 26iger Ring entlang – über die Marienbrücke hinüber und der Könneritzstraße folgend. Am Bahnhof-Mitte bietet sich ein Schlenker nach links in die Schweriner Straße an, um recht schnell rechts auf den Wettiner Platz zu gelangen. 

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Früher rauchten hier die Schornsteine eines Kraftwerks, heute wird in den restaurierten Hallen sowie neu gestalteten Räumen Schauspielkunst geboten: Anfang 2017 öffneten die Staatsoperette sowie das theater junge generation an ihrer neuen Spielstätte erstmals ihre Türen. Am Ende des Kraftwerksgeländes biegt die Ehrlichstraße nach rechts ab und mündet wieder in die Könneritzstraße. Vorsicht beim Überqueren – denn weiter geht es auf der anderen Seite, unter den Gleisen hindurch.

Nun ist es fürs Erste geschafft mit dem vielen Verkehr: Nach der Überquerung der Bauhofstraße rollt man auf dem Radweg weiter, im sogenannten Weißeritzgrünzug. Einst hatte die Weißeritz hier ihr altes Bett, musste aber Industrien weichen. 2007/08 gestaltete die Stadt das lange brachliegende Gelände zu einem grünen Band um. Ein kleines Labyrinth aus Klinkermauern sowie eine lange Seilbahn à la Flying Fox bieten Kindern hier eine kurze Zerstreuung.

Die Tour verlässt den Weißeritz-Grünzug bereits an der Kreuzung mit der Hirschfelder Straße und folgt dieser nach links, bis zur Freiberger Straße. Schräg rechts gegenüber beginnt die Fabrikstraße. Bis Altplauen geht es geradeaus, rechterhand plätschert recht bald die Weißeritz, die am Ende der Straße auch überquert werden muss. 

Die großen Felsen des Tals sind nun gut zu sehen und werden im Plauenschen Grund treue Begleiter. Bevor hier in großem Stil Industrie einzig und Stein abgebaut wurde, muss der Grund ein lauschiges Plätzchen gewesen sein. Mittlerweile sind sowohl die Industriebauten, Mühlen sowie die Steinbrüche geschlossen, verfallende Bauten liegen in einem Dornröschenschlaf.

Kurz vorm Tunnel müssen Radfahrer die Straßenseite wechseln, denn Radeln im Tunnel ist verboten. leider gibt es auch im kommenden Verlauf keinen schönen Weg direkt an der Weißeritz. Allerdings lohnt immer wieder ein Blick zurück ins Tal – und nach oben, sobald die Autobahnbrücke naht. Da thront die weiße Begerburg auf dem Felsen, an dem sich manchmal auch Kletterer erspähen lassen.

Auf der anderen Flussseite erscheint bald eine weitere Industrieruine, wenn auch eine erhabene: die ehemalige Garnisonsmühle. Sie dient als Wegweiser, hier rüber muss man also. Drüben angekommen, muss das Fahrrad kurz über Treppen getragen werden, bevor es wieder in den Sattel und nach rechts in Birkigter Straße geht.

Wer dem Straßenverlauf folgt, kommt in Freital Birkigt an einen Kreisverkehr, den man nur zu überqueren braucht und dann auf der Coschützer Straße die Tour fortsetzt. Sowohl Weißeritz als auch die Dresdner Straße werden schnurstracks überquert, denn nach der Marktstraße sieht man schon die Gleise und bald linkerhand die Brücke, die Radfahrer und Fußgänger sicher über die Zugstrecke bringt.

Nach den Gleisen beginnt der Radweg – auch eine ehemalige Bahntrasse. Ab 1856 schnauften hier Kleinbahnen entlang, transportieren die in den nahegelegenen Stollen abgebaute Steinkohle und später auch Passagiere. 

Der Radweg hält sich bis ans Ende von Wurgwitz an den Verlauf des Flüsschens Wiederitz, schwenkt dann nach links und führt durch grüne Weideflächen und hügelige Felder nach Kesselsdorf. Über die Wiederitz spannte sich einst eine Eisenbahnbrücke, deren Reste noch zu erkennen sind. 1935 sackte die Stahlkonstruktion unter der Last eines Zuges zusammen – eine Informationstafel erinnert an den Unfall, bei dem wie durch ein Wunder niemand zu Schaden kam.

In Kesselsdorf angekommen, endet auch der Radweg mit der Einmündung in die Christian-Klengel-Straße. Hier wendet sich die Tour nach rechts, kreuzt die Straße des Friedens/Wilsdruffer Straße und nimmt links versetzt gegenüber die Unkersdorfer Straße. 

Nach wenigen Minuten werden Radfahrer für die vergangenen Anstiege belohnt. Vom Steinhübel aus hat man einen schönen Blick ins Umland und kann sich an einem Rastplatz ausruhen. 1869 wurde auf dem Hügel eine Vermessungssäule gesetzt, die seit 1999 allerdings im Ort zu finden ist, gegenüber dem Landhotel Unkersdorf. Durstige und hungrige Radfahrer können hier einkehren.

Frisch gestärkt rollt es fast von selbst die Straße Am Steinhübel entlang, über die Autobahnbrücke hinweg und nach rechts auf die Rennersdorfer Straße. Linkerhand erstreckt sich etwas versteckt das Oberbecken des Pumpspeicherwerks Niederwartha. Auf Rennersodrf folgt Brabschütz, das ebenfalls geradeaus durchfahren wird.

Die Oberlandstraße geleitet den Radfahrer dann in einer Talabfahrt hinüber in die Dresdner Ortschaft Mobschatz und geht in die Elbhangstraße über. In Mobschatz selbst hält man sich links und nimmt die Straße Am Berg, überquert später die Meißner Landstraße und folgt dann in rechter Richtung der Flensburger Straße.

An der Autobahnbrücke biegt ein Weg nach links ab, der Radfahrer zum Elberadweg führt. Am Beginn des Ostrageheges, kurz hinter der Hafenbrück, zweigt ein schöner Weg, der bald zu einem kleinen Pfad wird, nach links ab. 

Grüne Elbauen links und rechts, am anderen Ufer das morbid anmutende Übigauer Schloss, Wiesen, auf denen im Sommer zig Gräser und Blümchen gedeihen und im Herbst die Herbstzeitlosen blühen – bis fast vor zur Marienbrücke durchfährt man eine kleine Idylle. Nach der Brücke folgt das Verkehrsgetümmel – weg vom Elberadweg, hinauf aufs Ostra-Ufer und die Brücke und via Antonstraße zum Neustädter Bahnhof.

Am Felsen der Begerburg darf geklettert werden.
Am Felsen der Begerburg darf geklettert werden. © Norbert Neumann
Von Kesselsdorf sieht man zuerst den Kirchturm. 
Von Kesselsdorf sieht man zuerst den Kirchturm.  © Konrad Krause
Dort steht auch eine der ersten Betonbrücken mit Ziegelauskleidung. 
Dort steht auch eine der ersten Betonbrücken mit Ziegelauskleidung.  © Konrad Krause
Mit Glück sieht der Radler Kühe. 
Mit Glück sieht der Radler Kühe.  © Michael Gaida

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Länge: 36 km, Höhenmeter: 310 hm, Sehenswürdigkeiten: Weißeritzgrünzug, Brücke Wiederitz, Triangulationssäule Steinhübel, Schloss Übigau, Startpunkt: Bahnhof Dresden Neustadt

Radtyp: Tourenrad

Schwierigkeit: 2/5

In Kooperation mit dem adfc Sachsen

Streckenkarte.
Streckenkarte. © Grafik: Sylvia Tietze

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