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Die schönsten Radtouren in Sachsen - Teil 7

Vor den Dresdner Toren erstreckt sich der Heidebogen. Die Gegend mit ihren Schlössern bietet eine malerische Kulisse, Natur und dem Radler sportliche Ausarbeitung.

Herrschaftliche Anwesen und romantische Parks.
Herrschaftliche Anwesen und romantische Parks. © Sylvio Dittrich

Langsam erwacht es aus seinem Dornröschenschlaf: Das Wasserschloss zu Oberau. Es wurde in den vergangenen Jahren saniert, dank der rührigen Arbeit des Fördervereins und der Gemeinde Niederau, und gehört heute zu den ältesten noch erhaltenen Schlössern dieser Bauart in Deutschland.

Im 13. Jahrhundert war das Schloss wohl eine wehrhafte Wasserburg. Von hier aus geht es los auf dieser Tour, die als erstes via Thomas-Müntzer-Ring , die Großdobritzer und die Grenzstraße gen Südosten nach Weinböhla führt. Wer mit dem Zug anreist, kann sich in Niederau dazugesellen, hier berührt die Strecke fast den Bahnhof.

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Am Sachsenplatz in Weinböhla führt die Tour fast geradeaus weiter auf die Nizzastraße, die in die Moritzburger Straße übergeht. Sie führt auch nach Moritzburg – vorher lohnt jedoch ein Abstecher nach links zur Schweizerhöhe. Der Ausblick vom König-Albert-Turm ist wunderschön, hier liegt einem das Elbtal zu Füßen. 

Wer auf der Strecke bleibt, radelt durch die Gemeinde Auer hindurch und quert die Kreuzung im Ort diagonal, um auf den K-Weg einbiegen zu können. Die Bäume des Friedewalds spenden im Sommer wunderbar Schatten und sorgen dafür, dass der Radler recht entspannt am Moritzburger Schlossteich ankommt. 

August der Starke ließ hier sein Jagd- und Lustschloss errichten. Ständige Ausstellungen zeugen von der höfischen Kultur jener Zeit, während die weitläufige Parkanlage viel Platz zum Relaxen bietet. Radler finden gute Wege vor und so ist eine Abweichung von der Hauptstrecke nur ein Katzensprung – aber ein lohnender: etwa zum Fasanenschlösschen, dessen spektakuläre Wandverkleidungen aus Federn, Stroh, Perlen und chinoisen Stickereien aufwendig restauriert wurden.

Quer durch den Wald führt die Radeburger Straße nach Nordosten, nach Berbisdorf. Auch hier steht ein Schloss, ebenfalls am Wasser. Im Gegensatz zu Moritzburg ist es aber in Privatbesitz. Nach diesem kleinen Abstecher dreht die Tour gen Süden, auf der Bärnsdorfer Straße geht es durch den gleichnamigen Ort, am Dorfteich vorbei, bevor die Marsdorfer Straße nach links abzweigt und Radfahrer sicher über die A13 leitet. 

An der Strecke liegt Gomlitz und gleich danach Lausa, das man auf der Königsbrücker Landschaft schnell durchradelt hat und nach rechts einbiegt auf die Grünberger Straße. Grüne Berge säumen mit Galgenberg und Mühlenberg linker Hand in der Tat den Weg, auch wenn sie eher noch Hügeln gleichen.

Das nächste Etappenziel ist Hermsdorf. Dorthin führt die 2. Allee, in die man aus Lausa kommend nach links einbiegen muss. Hier steht auch schon das nächste Schloss, einst aus einem Rittergut entstanden. Seine Tore öffnet es allerdings nur für Veranstaltungen und Feiern. Jeden zweiten Sonntag im Monat versorgt die Sommerwirtschaft Besucher mit Snacks und Getränken. Jeden Tag zugänglich ist dagegen der romantische Schlosspark.

Hermsdorf war der östlichste Zipfel dieser Tour, die sich nun wieder in Richtung Norden und Westen bewegt, und zwar auf der Medinger Straße, die in die Weixdorfer Straße mündet. In Medingen biegt man nach links auf die Hauptstraße, der man parallel zur Großen Röder bis nach Radeburg folgen kann. 

Auch in Radeburg existiert ein Schloss – die Schlossherren sind allerdings Beamte, denn hier sitzt die Stadtverwaltung. Wer in Radeburg Lust bekommt, die Tour nach Norden bis Schloss Schönfeld auszudehnen und später in Lauterbach wieder dazuzustoßen, der findet übrigens Anschluss auf der vorangegangenen Strecke, der Tour 9. 

Und wer gar nimmer mag, steigt in den Lößnitzdackel: Die Schmalspurbahn transportiert im Packwagen das Rad und bringt die Passagiere bequem nach Moritzburg. Ansonsten radelt es sich recht leicht auf der Großenhainer Straße stadtauswärts. Am Röderner Ortseingang verlässt man diese Straße zugunsten des links abzweigenden Ebersbacher Wegs.

In Ebersbach angekommen leitet die Strecke die Radler erst kurz nach links, um dann recht schnell wieder nach rechts auf den Weg Am Bahndamm. Würde man noch eine Abzweigung weiter radeln, so käme man an der Ebersbacher Bockwindmühle vorbei, an der sich eine schöne Rast einlegen lässt. 

Doch auch das nächste Zwischenziel bietet eine feine Gelegenheit, die Beine ruhen zu lassen: Im Lauterbacher Schlosspark mit Blick auf das 300 Jahre Barockschlösschen. Wer es besichtigen möchte, meldet sich am besten vorher beim Schlossverein an (Fritz Baronner, 0174-8665452).

Über die Kirschallee verlässt der Radler nun Lauterbach und hält sich an deren Ende nach links, um die kleine Siedlung Marschau zu durchfahren. Kraft braucht es jetzt kaum noch, meist rollt das Rad fast von allein, denn es geht leicht bergab. Einmal muss man noch aufpassen, wenn es nach rechts Richtung Buschhäuser geht und dann im Kreisverkehr fast eine 180-Grad-Wende gefahren wird, um kurz auf die Großenhainer Straße zu kommen und diese dann bei erster Gelegenheit nach rechts in den Friedewald Richtung Oberau zu verlassen. 

Am Großteich heißt es dafür nach rechts abbiegen. Nicht lange und das Waldbad Oberau taucht linker Hand auf. Entweder, man lässt hier noch einmal die Seele baumeln, oder radelt nach rechts auf den Oberen Buschmühlenweg, der nach Überquerung des Niederauer Dorfbachs auf die Großdobritzer Straße trifft. Ein letztes Mal heißt es: nach links abbiegen. Dann ist bald das Ziel am Wasserschloss erreicht.

Schlösserpracht Schloss Hermsdorf. 
Schlösserpracht Schloss Hermsdorf.  © Thorsten Eckert
Oberau. 
Oberau.  © Andreas Weihs
Lauterbach. 
Lauterbach.  © Sylvio Dittrich

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Länge: 67 km, Höhenmeter: 430 m, Sehenswürdigkeiten: Schloss und Schlosspark Moritzburg; Fasanenschlösschen und Leuchtturm; Schloss und Park Hermsdorf; Radeburg; Bockwindmühle Ebersbach; Schloss und Park Lauterbach; Schlosspark Naunhof; Buschmühlenteich mit Gondelfahrt; Wasserschloss und Schloss park Oberau; Schweizerhöhe mit KönigAlbert-Turm; Friedensturm auf der Bismarckhöhe Schloss Lauben, Startpunkt: Großparkplatz am Schloss Moritzburg 

Radtyp: Tourenrad, Mountainbike

Schwierigkeit: 3/4

In Kooperation mit dem adfc Sachsen 

Streckenkarte. 
Streckenkarte.  © Grafik SZ

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