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Die schwierige Suche nach einem Tennisplatz

Probleme mit dem Natur- und Gewässerschutz machen Stadt und Verein zu schaffen. Es gibt noch andere Störungen.

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Von Dieter Hanke

Lange war das Steinbusch-Gelände in Nossen favorisiert für eine Zweifeld-Tennisanlage in Nossen. Doch jetzt ist das Areal aus dem Rennen. Nach starken Protesten von Anwohnern, die beträchtliche Lärmbelästigungen befürchten, hatte der Stadtrat keine Zustimmung gegeben.

Doch aufgegeben hat der vor einem Jahr gegründete Tennisverein Nossen sein Vorhaben nicht. Er ist weiter auf der Suche nach einem geeigneten Gelände. „Notwendige Voraussetzung für den Platz ist eine Fläche von etwa 40 mal 40 Meter in windgeschützter und nicht zu weit abgelegener Lage innerhalb der Stadt. Vorhandene Infrastruktur wie Zufahrt, Wasser- und Stromversorgung wäre vorteilhaft“, wandte sich der Verein an den Stadtrat. Er ist der Ansicht, dass ein Tennisplatz das Freizeit- und Sportangebot bereichern würde. Die Tennisfreunde wollen nach Möglichkeit schon im Herbst oder im nächsten Frühjahr mit dem Bau beginnen. Die Finanzierung sei gesichert, öffentliche Gelder würden nicht beansprucht, bemerkt der Verein und fügt hinzu: „Dann kann spätestens 2014 in Nossen Tennis gespielt werden.“

Für den Stadtrat und für Bürgermeister Uwe Anke ist das Anlass, nach weiteren Alternativen für ein mögliches Gelände in der Muldestadt zu suchen. „Es wäre schön, wenn es klappen würde“, sagt Anke.

Doch einen Standort in Nossen zu finden, ist nicht leicht. Es gab schon etliche Ablehnungen auf Vorschläge. Am Muldentalsportplatz wäre ein solcher Platz ideal. Es gibt sanitäre Anlagen, eine Lärmbelästigung von Bürgern scheidet aus. Doch die Nähe zur Mulde, ein ausgewiesenes Überschwemmungsgebiet, sowie auch ein Flora-Fauna-Habitat sind da Grund für die Landkreisbehörden, Nein zu sagen. Sie würden allerdings eventuell einlenken, wenn die Umzäunung transportabel sei und auch keine Fluchtlichtanlage entstehe – doch Naturschützer, Landestalsperrenverwaltung und weitere Gremien müssten dem Projekt zustimmen. Außerdem sei vorher eine Biotop-Kartierung erforderlich.

Auch ein Platz oberhalb der Dr.-Eberle-Mittelschule kam nach Prüfung nicht in Betracht. Dort ist Hanglage, auch die Zufahrt wäre zur Tennisanlage schwierig.

Die Stadt untersucht jetzt weitere Möglichkeiten, wie Bauamtsleiterin Carola Bieber sagte. Auch private Flächen sollen auf Anregung von Stadträten da mit einbezogen werden. Vorschläge sind zum Beispiel ein Gelände an der früheren Haar- und Wollgarnspinnerei, Flächen in Eula, am Sportplatz in Deutschenbora, oder auch am ehemaligen Sportplatz in Katzenberg.

„Wir würden es für uns und Nossen sehr bedauern, wenn hier keine Lösung gefunden werden kann“, so der Verein.