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Die sieben Löschzwerge

Eine Kinderfeuerwehr gibt es jetzt in Wilthen. Beim Jubiläum am Wochenende zeigen die Fünf- bis Siebenjährigen ihr Können.

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© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Wilthen. Die Verletzungen sind schlimm. Pflaster reichen nicht aus. Binden müssen her. Vorsichtig umwickeln Alexander, Julius und die anderen Ersthelfer die Arme und Beine des Verunglückten damit. Der dicke Teddy ist größer als die meisten seiner Retter. Denn sie sind gerade mal zwischen fünf und sieben Jahre alt. Bei der Wilthener Feuerwehr bilden sie die jüngste Truppe – die Löschzwerge.

Seit Kurzem gibt es in der Stadt eine Kinderfeuerwehr. Warum, erklärt Gemeindewehrleiter Sven Kunath: „In der Jugendfeuerwehr dürfen Mädchen und Jungen erst ab acht Jahre mitmachen. Da sind sie bereits in der Schule und meist schon in andere Freizeitaktivitäten eingebunden, weil es zum Beispiel bei Sportvereinen kein Mindestalter gibt. Für die Feuerwehr bleibt dann oft keine Zeit mehr.“ Um Nachwuchsmangel zu vermeiden, wurden die Löschzwerge ins Leben gerufen. Den Weg dafür hat das Sächsische Innenministerium 2015 mit einem Erlass freigemacht, der unter anderem den Versicherungsschutz garantiert. Er regelt auch, was die Mitglieder der Kinderfeuerwehren dürfen und was nicht. Der Umgang mit echter Feuerwehrtechnik ist stark eingeschränkt. Deshalb konzentrieren sich die derzeit sieben Löschzwerge, die aus Wilthen und dem Ortsteil Tautewalde sowie aus den Nachbarorten Kirschau und Neukirch kommen, jetzt erstmal auf Erste Hilfe.

Was sagt bei einem Unglück?

„Denkt dran! Nicht auf die Verbandsfläche fassen!“, erinnert Silke Gierke Leo-Pascal, Connor, Joel und die anderen, als sie üben, wie man Pflaster aufreißt und sich diese gegenseitig auf die Arme und auf den Teddy kleben. Die Oberschullehrerin leitet gemeinsam mit ihrer Grundschul-Kollegin Ulrike Kunath die Treffen der Kinderfeuerwehr. Diese finden freitags aller 14 Tage statt; zurzeit aber wöchentlich. Denn die Löschzwerge bereiten sich auf ihren ersten öffentlichen Auftritt vor. Beim Fest zum 140. Jubiläum der Wilthener Feuerwehr am Wochenende gestalten sie die Schauübung mit. Das Szenario: Der Teddy ist auf einem Bürostuhl mit Rollen herumgeklettert und abgestürzt. „Welche Nummer müsst ihr wählen, um die Feuerwehr zu rufen?“, fragt Silke Gierke. „112“, rufen die Kinder einstimmig. Im Zusammenspiel mit Feuerwehrmann Jens Gierke üben sie dann das Telefongespräch mit der Rettungsleitstelle. „Wo ist es denn passiert?“, fragt der Kamerad. „Hier“, sagen die Kinder und lernen daraufhin, dass die Helfer eine genaue Ortsangabe, möglichst mit Adresse, brauchen. Hanna und Emma bewältigen das fiktive Telefongespräch besonders gut. Sie dürfen diesen Part bei der Schauübung am Sonntag übernehmen, während die Jungs dem Verunglückten Erste Hilfe leisten.