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Die Sonne hat unsere Äpfel süßer gemacht

Die Keltereien im Landkreis sind zufrieden. Trotz Trockenheit wird es eine gute Apfelernte. Rund 30000 Liter Saft können im Kreis täglich gepresst werden.

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Von Andreas Herrmann

Apfel-Mango-Saft ist die Neuheit der Saison bei Kekila in Lauba. „Die Äpfel haben heuer wegen der Sonne einen höheren Zuckergehalt“, freut sich Geschäftsführer Karl-Heinz Kitsche. „Nur Birnen gibt es etwas weniger, die anderen Saisonfrüchte waren reichlich vorhanden.“ Aus Pflaumen kann Kekila allerdings keinen Saft machen, weil die dortigen Maschinen diese Früchte wegen der Kerne nicht verarbeiten können. Aber dafür steht der große Apfel-Ansturm noch bevor.

Insgesamt 36 Sorten Saft und Obstwein gehören zum Kekila-Sortiment. Ende Oktober will die Firma zum „Tag rund um den Apfel“ einladen. Dazu gibt es dann eine „Apfelgetränkneuheit“. Cidre, ein schwach-alkoholhaltiges Getränk mit Kohlensäure aus Frankreich, wird neu in das Angebot aufgenommen.

Rund 10 000 Liter Saft kann die Bandpresse der Firma täglich produzieren. Die werden dann in 0,7 Liter Flaschen abgefüllt. „Damit gibt es ein kleines Problem“, sagt der Geschäftsführer. „Der Großhandel möchte die Literflasche, obwohl unsere Kunden lieber die kleinerem 0,7er nehmen. Da sind wir auf dem Markt im Nachteil.“

Vor allem Lohnware ist deshalb das Kerngeschäft der Mosterei mit sieben Mitarbeitern und einigen Saisonkräften. Einige Kunden kommen schon seit Jahren. Simone Hiekmann hat beispielsweise nicht nur die Äpfel von ihrem eigenen Grundstück zum Saften nach Lauba gebracht, sondern mit ihren zwei Kindern auch überall auf Wiesen und Feldrainen Streuobst gesammelt. „Eine halbe Tonne ist da zusammengekommen“, freut sich die Schönau-Berzdorferin.

Auch Kitsches selbst haben hinter der Mosterei auf einem halben Hektar Streuobstwiese 40 Apfelbäume für den Eigenbedarf neu gepflanzt.

Auch bei Linkes Fruchtsäften in Neugersdorf beklagt man sich nicht über zu wenig Obst. „Wir füllen in Literflaschen oder in die 0,7er ab“, sagt Geschäftsführer Ronny Linke, der zusammen mit seinem Bruder Rene die Kelterei in der zweiten Generation führt. Neben der Lohnware für die Kundschaft liefern die Oberländer auch an Großhändler, die den Fruchtsaft aus der Oberlausitz bis nach Spremberg, Dresden oder München vertreiben.

Pressabfälle gehen in

die Landwirtschaft

Ludwig Böhme in Ebersbach kann in diesem Jahr sogar einige Saisonkräfte zusätzlich beschäftigen. „Wegen des großen Einzugsgebietes unserer Kundschaft bis in den Bautzener Raum bei Hochkirch und die Oppelner Gegend gibt es ausreichend Obstlieferungen, allerdings ist die Saftmenge wegen der Trockenheit geringer als sonst.

Seine Siebband-Presse verarbeitet pro Stunde vier bis fünf Tonnen Äpfel und Birnen. Das macht etwa 6 000 bis 7 000 Flaschen. 40 Prozent der Produktion gehen in den Handel. Die Trockenabfälle der Ebersbacher Firma werden in der Viehwirtschaft verbraucht, aber auch an das Rotwild im Raum Sdier verfüttert.