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Die Sorge ums Personal bleibt

SZ-Redakteurin Susanne Sodan schreibe über Bedenken an der SB-Kasse.

Von Susanne Sodan
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© Bildstelle

vielleicht war ich zu feige. Vielleicht hätte ich doch ein paar kompliziertere Waren einkaufen sollen. Granatäpfel zum Beispiel. Aber mit dem Inhalt meines Einkaufskorbs war`s tatsächlich einfach an der SB-Kasse. Um die habe ich bisher einen Bogen gemacht. Nicht, weil ich neue Technik ablehnen würde. Eher liegt es daran, dass ich skeptisch bin bei Kartengeräten, die in der Öffentlichkeit installiert, nicht dauernd überwacht und damit – so meine Angst – leichter manipulierbar sind. 

Am Sonnabend vor einer reichlichen Woche standen die Kunden im Marktkauf in langen Schlangen bis in den Markt hinein. Nur drei der klassischen Kassen waren besetzt: Es soll einen Ausfall beim Personal gegeben haben, auch mit größter Mühe habe sich kurzfristig kein Ersatz finden lassen. Selbst in dieser Situation habe ich mich bei einer der klassischen Kassen eingereiht. Wie übrigens die meisten. Einige waren aber mutiger, steuerten die SB-Kassen an. In der Wartezeit ließ sich eben auch feststellen, dass es dort nicht immer so reibungslos verläuft: Tapfer der Mann, der unermüdlich immer und immer wieder eine pinke Waschmittel-Packung über den Scanner zog, die sich irgendwie nicht einbuchen lassen wollte.

Vorteil liegt im Sich-Zeit-lassen

Andererseits, ohne Warteschlange im Nacken: ging alles reibungslos. Man muss nicht hetzen, um die Waren möglichst fix vom Band in die Taschen zu stopfen. Komisch, dass alle darauf verweisen, dass man schneller ist. Der Vorteil der SB-Kasse liegt eher darin, dass man sich Zeit lassen kann. Und niemand guckt, was man so einkauft – großer Vorteil. Trotzdem, ein komisches Gefühl bleibt. Mag sein, dass die SB-Kassen bisher keinen Einfluss auf die Personallage hatten. Aber was soll denn langfristig der Sinn solcher SB-Systeme sein, wenn nicht der Ausgleich von Personalmangel oder – schlimmer – Personalabbau? So revolutionär sind die Teile in ihrer Technik nicht. Und irre schneller ist man an der SB-Kasse auch nicht. Man muss zwar nicht warten, dafür aber alle Waren mindestens einmal mehr in die Hand nehmen als bei der klassischen Kasse. Der Verdacht liegt nahe, dass man damit irgendwann auch ganz gut Personalkosten einsparen kann.

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