merken
PLUS

Die späte Liebe

Nächste Woche wird Wolfgang Pönisch 79 Jahre alt. Vor zehn Jahren verlor er im Urlaub sein Herz an Islandpferde.

Von Heike Stumpf

Wolfgang Pönisch ist über Hartha hinaus vor allem den Naturfreunden bekannt. Der Biologe, der das Pflanzenschutzlabor in Bockelwitz mit aufgebaut hatte, arbeitet als Rentner weiterhin im Vorstand der Lößhügelland-Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) mit. Seine Liebe zu Natur und Umwelt ist also kein Geheimnis. Was kaum einer weiß, ist, dass Wolfgang Pönisch noch eine Schwäche hat, die er in doppelter Hinsicht erst spät entdeckte: seine Liebe zu Pferden und nun speziell zu Islandpferden. Wenn er von ihnen erzählt, gerät er regelrecht ins Schwärmen.

Gesundheit
Gesund und Fit
Gesund und Fit

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Mit 27 Jahren – also relativ spät – hat Wolfgang Pönisch das erste Mal auf dem Rücken eines Pferdes gesessen. „Damit geliebäugelt hatte ich aber schon länger. Bei meinem Onkel in Beerwalde bin ich mit Pferden in Kontakt gekommen. Allerdings waren das keine Reitpferde“, erzählt der Harthaer, wie alles begann.

Reiten lernen konnte er dann später in Wermsdorf. In den 1970er-Jahren besaß er zeitweise selbst ein Pferd, das in Meinsberg untergekommen war. Danach bediente er sich der Tiere von mehreren Reiterhöfen in der Region. Was ihm aufgefallen ist: Auf fast allen Höfen saßen überwiegend Frauen im Sattel. „In Zweinig ist das ein bisschen anders“, so Pönisch. Da finden sich immer wieder auch Männer, mit denen er ausreiten und das gemeinsame Hobby genießen kann.

Aber nicht deswegen fährt der Harthaer seit inzwischen zehn Jahren von Ende März bis Anfang November jede Woche einmal in den Roßweiner Ortsteil. Es sind vor allem die Islandpferde, die es ihm angetan haben und in die er sich 2004 verliebt hat. „Das war in unserem Urlaub in Dänemark“, erinnert er sich. Denn auch im Urlaub – zuletzt im Mai in Ahrenshoop – versuche er, in den Sattel zu kommen. In Dänemark sei dieser damals eben auf einem Islandpferd gewesen.

An Pferden dieser Rasse liebt der Biologe deren angenehmes Gemüt. Außerdem schätzt er eine Besonderheit: den Tölt. Das ist eine Gangart, die nur diese Pferde beherrschen. „Sie ist auch für ältere Reiter gut geeignet und hält fit“, findet Wolfgang Pönisch, der dies inzwischen relativ gut beurteilen kann. Seit längerer Zeit reitet er den zwölfjährigen Wallach Refür. „Dieses Pferd hat viel Power, darf allerdings nur ohne Gerte geritten werden“, erklärt er.

Den Pferdesport kann er nur allen empfehlen, die Tiere und Natur mögen. Bei den Ausritten kommen Mensch und Tier auf ihre Kosten. Und: Reiter haben immer ein Gesprächsthema. Das wird sich wieder bestätigen, wenn Wolfgang Pönisch aus Anlass seines zehnjährigen Reitens in Zweinig Vereinsmitgliedern und Reitern einen ausgibt. Auf dieses gesellige Beisammensein freut er sich schon sehr.