SZ +
Merken

Die Stadt der drei Täler

Tharandt. Ein Stadtrundgang in der Forststadt ist eigentlich nicht möglich. Es sei denn, man hat eine Wanderung geplant.

Teilen
Folgen

Von Henry Lehmann

Am Weißeritzknie unterhalb des Burgbergs, im ursprünglichen Kern Tharandts, treffen sich drei Täler. Der Grundriss der Stadt ist auch deshalb vergleichbar mit einem unregelmäßigen, dreizackigen Stern. Die Häuser strahlen gewissermaßen hinein in diese drei Täler. Nach Osten erstreckt sich das Dresdner Tal, nach Süden das Badetal und in Richtung Norden das Schloitzbachtal. Ein gewöhnlicher Stadtrundgang ist in Tharandt deshalb eigentlich nicht möglich. Sondern nur eine anstrengende Berg- und Talwanderung rund um die Stadt.

Vor 30 Jahren wurde der Arbeitskreis zur Erforschung der Geschichte des Burgbergs gegründet. Durch Grabungen und geophysikalische Untersuchungen gelangte man zu neuen Erkenntnissen über die Anlage der Burg Tharandt.

Etwa im Jahr 1200 könnte demnach dieses Bollwerk gegen das mächtige Böhmen erbaut worden sein. Die Ruine steht unter Denkmalschutz.

Pflanzungen am Burgberg

In den Jahren 1974/75 haben Tharandter Bürger gemeinsam mit Studenten der Sektion Forstwirtschaft der Technischen Universität Dresden am Burgberg Hand angelegt. Zu den Arbeiten gehörte die Entfernung des allzu üppigen Baumwuchses, die Pflanzung von Sträuchern zur Verhütung von Erosionsschäden sowie das Anlegen einer Freilichtbühne auf dem Plateau.

Auf dem äußersten Vorsprung des Burgbergs steht die Bergkirche zum Heiligen Kreuz. Dazu diente als Standort das Gelände der verfallenen Unterburg, wo das Gotteshaus von 1626-1629 entstand. Der Turm ist nach einem Brand im Jahre 1808 völlig erneuert worden. Außen und innen erhielt das Bauwerk 1979/80 eine Sanierung.

Neues Aussehen nach der Flut

Der größte Teil der so genannten Forststadt Tharandt liegt im Schloitzbachtal und seinen Nebengründen sowie auf den Randhöhen. Der kleine Rudolf-Breitscheid-Park am Schloitzbach bekam nach dem Hochwasser von 1958 ein völlig neues Aussehen. Dort steht auch eine Postmeilensäule aus der Zeit Augusts des Starken.

Am Markt auf dem rechten Schloitzbachufer beginnt der Tharandter Naturlehrpfad, den es bereits seit 40 Jahren gibt. Wenn man unbedingt will, könnte man die markierte Route (8 Kilometer) für einen Stadtrundgang nutzen. Der Wanderer wird nicht nur mit vielen geologischen, botanischen und forstlichen Erscheinungen bekannt gemacht, sondern auch an kulturgeschichtliche Stätten geführt.