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Die Städte und Dörfer zahlen mit

Wenn sie nicht mitziehen, gibt es vom Kulturraum kein Geld, oder eben doch.

Wenn der Kulturraum Geld für ein Projekt gibt, soll auch die Stadt und Gemeinde, in der es stattfindet, sich finanziell beteiligen.
Wenn der Kulturraum Geld für ein Projekt gibt, soll auch die Stadt und Gemeinde, in der es stattfindet, sich finanziell beteiligen. © dpa

Bautzen. Das ist so ein typisches Beispiel aus dem deutschen Bürokratiewortschatz: der Sitzgemeindeanteil.

Damit gemeint ist Geld, das Städte und Dörfer zu einem Konzert, einer Ausstellung, einem Festival, einer Theateraufführung oder einem anderen Projekt dazugeben müssen, wenn es in ihrem Ort stattfindet. Wer vom Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien eine Projektförderung erhalten will, muss die Kommune ins Boot holen. 15 Prozent der Fördersumme muss von dort kommen. Der Grund: Die Städte und Gemeinden sollen mitentscheiden, welche Kultur bei ihnen läuft. Der Kulturraum soll nicht allein bestimmen, was vor Ort gemacht wird. 

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„Doch klamme Städte und Gemeinden haben das Geld teilweise nicht“, sagte kürzlich die Landtagsabgeordnete Franziska Schubert (Bündnis 90/Grüne). Deswegen, so erklärt Joachim Mühle vom Kulturraum, dürfen kommunale Gesellschaften (eine Wohnungsbaugesellschaft zum Beispiel) den Eigenanteil bezahlen, auch die Sparkassenförderung wird akzeptiert. Findet eine Veranstaltung wie das Neiße-Filmfest in mehreren Städten statt, kann der Sitzgemeindeanteil verteilt werden.

Das bedeutet nicht, dass eine Kommune ein Projekt ganz verbieten kann. Die Veranstalter können sich zum Beispiel Sponsoren besorgen und ihr Vorhaben ohne das Geld vom Kulturraum auf die Beine stellen. (ihg)