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Die tollste Haltestelle Großenhains

Boden-Indikatoren, Blinden-Leitstreifen und eine blaue Wartehalle – das ist der Bus-Stopp der Zukunft. Am Kupferberg wird er demnächst gebaut.

Noch ist der Bus-Stopp an der Weßnitzer Straße nichts Besonderes. Doch das wird sich bald ändern.
Noch ist der Bus-Stopp an der Weßnitzer Straße nichts Besonderes. Doch das wird sich bald ändern. © Anne Hübschmann

Großenhain. Besser in den Bus ist künftig an "Golaniens" stadtauswärtiger Haltestelle angesagt. Ab 2023 soll ein barrierefreier öffentlicher Personennahverkehr Pflicht werden in Deutschland. Mit der Haltestelle in Höhe der Dr.-Jacobs-Straße wollte die Stadt schon vor zwei Jahren beginnen und sie besser für mobilitätseingeschränkte Menschen nutzbar machen. Die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) hatte eine Bestandsaufnahme vorgelegt und der Verwaltung Hinweise gegeben. Die Weßnitzer Straße kristallisierte sich als besonders dringlich heraus. 

Doch offenbar war anderes erstmal einfacher. Laut Stadtbaudirektor Tilo Hönicke habe man es mit einem "mühseligen Förderprogramm" und einer "langwierigen Antragstellung" zu tun. Es blieb so zuerst bei der Planung. Im Mai diesen Jahres wurden nun Abstimmungen mit einer beteiligten Eigentümergemeinschaft gemacht. Bisher liegen zwei von drei Unterschriften vor. Die Stadt rechnet damit, dass bis zum Baubeginn im September alle Beteiligten den Vertrag unterschreiben. 

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Immerhin rund 60.000 Euro werden an dieser Haltestelle ausgegeben. Auf der Seite der Kleingärten  wird ein ganz moderner Bus-Stopp entstehen: Auch der Zugang zur Bushaltebucht von der Dr.-Jacobs-Straße her wird barrierefrei, da im Wohngebiet Kupferberg, besser bekannt als "Golanien", sehr viele ältere Menschen leben. Die Gehwege beidseitig der Straße werden grundhaft ausgebaut. Die vorhandenen Betonsteinplatten und die Tiefborde sind in einem sehr schlechten Zustand. Die Gehwegplatten stammen aus den 80er Jahren. An den eigentlichen Bussteig kommen neue Borde. Am Einstiegsfeld sollen auch Boden-Indikatoren in Form von Rippenplatten und Blinden-Leitstreifen verlegt werden.

Aufgestellt wird ein neues Wartehäuschen, zu neudeutsch Fahrgastunterstand. Es ist "verkehrsblau" wie die Wartehalle an der gegenüberliegenden Straßenseite und drei Meter lang, 1,50 Meter tief und 2,20 Meter hoch. Im Inneren wird sich eine Sitzbank mit Rückenlehne und Abfallbehälter befinden. Ein Baum, der krank ist und teilweise schon kein Laub mehr zeigt, soll gefällt werden. Die Sträucher an dieser Stelle werden fachgerecht verschnitten.

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Vom 15. September bis 16. Oktober, also vier Wochen, wird die Bauzeit nach jetzigem Stand betragen. Die Gelder waren bereits 2018 im Doppelhaushalt eingeplant. Die Stadt kann mit Fördermitteln für den barrierefreien Umbau kalkulieren: 75 Prozent vom Landesamt für Straßenbau und 15 Prozent kommen vom Zweckverband Verkehrsverbund. Bleiben zehn Prozent, also 6.000 Euro für die Stadt. Als Folgekosten werden Winterdienst, Papierkorbentleerung und Reinigung der Glasscheiben in der Wartehalle angesetzt. 

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