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Die Touristinfo kann kommen

Zum Neujahrsempfang lädt die Stadt Königstein in das neue Begegnungszentrum. Doch der Bau ist noch nicht komplett.

Von Ines Mallek-Klein

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Die Fensterscheiben glänzen in der Sonne. Sie werden gerade frisch geputzt. Bevor die ersten Mieter in das Königsteiner Begegnungszentrum ziehen, soll auch das letzte Körnchen Baustaub beseitigt sein.

Das Haus ist fertig, zumindest fast. In der kommenden Woche wird noch der Balkon am ersten Obergeschoss montiert. Er dient als zweiter Fluchtweg und ist ein Muss, soll der Raum im ersten Obergeschoss als Saal genutzt werden. Mit der Montage des Balkons sind die Bauarbeiten abgeschlossen, die Einrichtung des Begegnungszentrums aber noch nicht. Rund 180 000 Euro will die Stadt noch investieren und dafür unter anderem neue Stühle für den großen Saal kaufen. Auch die Touristinformation wird neues Mobiliar erhalten. Kofinanzieren lassen will sich die Stadt diese Anschaffungen aus Fördermitteln, vorausgesetzt, die Stadträte stimmen am Montagabend bei ihrem nächsten Treffen dem entsprechenden Beschluss zu.

Die Geschichte des Gebäudes ist lang und interessant, wie eine Studie von Olav Helbig zeigt. Er hat sich dafür alte Stiche und Zeichnungen angesehen. Vermutlich wurde das Bauwerk in der heutigen Pirnaer Straße 2 um 1755 errichtet. Auf einem Stich aus diesem Jahr ist das Haus mit einfachem Satteldach klar zu erkennen. „Es gehört damit vermutlich zu den ältesten Gebäuden in Königstein“, sagt Bürgermeister Frieder Haase. Das ist einer der Gründe, warum sich die Stadt entschied, das baufällige Mauerwerk zu sanieren.

Nach längerem Überlegen, wie Frieder Haase einräumt. Denn 2002, nachdem das erste große Hochwasser die Stadt heimgesucht hatte, dachte auch er an den Abriss der Ruine. Denkmalschützer schalteten sich ein und überzeugten den Königsteiner Stadtchef vom Potenzial des Hauses. Die Stadt kaufte das Haus und schrieb einen Architektenwettbewerb aus. Parallel wurden die ersten Förderanfragen gestellt. In der Pirnaer Straße 2 sollte ein deutsch-tschechisches Begegnungszentrum entstehen. Mittel aus dem Förderprogramm Ziel 3 der Europäischen Union wurden dafür bereitgestellt. Parallel dazu kämpfte die Stadt immer wieder mit Hochwassern, die das Gebäude weiter beschädigten. Es steht am tiefsten Punkt der Stadt und in unmittelbarer Nähe zur Biela, die bei Hochwasser immer von der Elbe zurückgestaut wird.

Immer wieder nasse Füße

Viele Königsteiner bezweifeln deshalb bis heute, dass die Sanierung des Hauses eine kluge Entscheidung war. Bürgermeister Haase verteidigt das Projekt, das 2009 zunächst einen überraschenden Dämpfer erhielt. Der Förderausschuss lehnte das Projekt kurzfristig ab. Warum, weiß der Stadtchef bis heute nicht so genau. Gerüchte besagen, dass sich die tschechische Seite bei dem Vorhaben benachteiligt fühlte.

Doch dann kam der Stadt der Zufall zu Hilfe. Der Freistaat Sachsen legte ein neues Förderprogramm auf, mit dem kleine und mittlere Kommunen unterstützt werden sollen, die vom demografischen Wandel besonders betroffen sind. Königstein stellte den Antrag und wurde gemeinsam mit drei anderen Orten aus Sachsen ausgewählt. Zum damaligen Zeitpunkt war längst klar, dass die 1,5 Millionen Euro nicht mehr ausreichen würden, um das Gebäude zu retten. Die Baukosten waren gestiegen, die Schäden hatten sich weiter vergrößert. Mittlerweile wurde mit 1,7 Millionen Euro kalkuliert. Eine Zahl, die man bis heute auch eingehalten hat, sagt Haase. Der Löwenanteil stammt aus dem Förderprogramm. Die Stadt musste etwa ein Drittel der Baukosten selbst finanzieren, hatte dafür aber fünf Jahre Zeit.

Weit weniger Zeit bleibt jetzt, ein Nutzungskonzept zu erstellen. Die Arbeit daran läuft, sagt Bürgermeister Haase. Er hat seine Rede für den Neujahrsempfang schon fast fertig. Bei der Recherche dazu fand er eine E-Mail von Ivo Teichmann. Der Vorsitzende des Tourismusvereins Elbsandsteingebirge gilt als größter Kritiker des Begegnungszentrums. „Das war aber offenbar nicht immer so“, sagt Haase und verweist auf die E-Mail aus dem Jahre 2003. Damals hatte der Tourismusverein angefragt, ob er einen Raum für sein Informationsbüro in dem Haus anmieten könne.

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