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Die traurigen Reste des Alten Leipziger Bahnhofs

Baut der Handelsriese Globus einen SB-Markt auf der Fläche an der Leipziger Straße und saniert die denkmalgeschützten Bauten?

© twenty4pictures

Von Bettina Klemm

Im Alten Leipziger Bahnhof begann vor 175 Jahren die Geschichte der Ferneisenbahn Dresden - Leipzig und damit auch auf dem europäischen Festland. Im April nächsten Jahres soll dieses Ereignis mit einer Festwoche gewürdigt werden. „In dieser Woche rechnen wir mit über 150.000 Gästen“, sagt Peter Pfeifer vom Verein Dresdner Industriekultur. Die Organisatoren wollen neben einer großen Veranstaltung auf dem Altmarkt auch das Areal Leipziger Bahnhof einbeziehen.

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Doch wie schlimm dort der Verfall ist, zeigen aktuelle Luftaufnahmen. Das Leipziger Filmteam „twenty4pictures“ hat sie am vergangenen Donnerstag angefertigt. Die sollen den Denkmalpflegern bei der weiteren Planung und statischen Berechnung helfen. Das Handelsunternehmen Globus hat die Aufnahmen beauftragt. Es will auf der Fläche zwischen Leipziger Straße und Bahnhof Neustadt einen SB-Markt errichten. „Parallel werden wir auch die historischen Gebäude sanieren“, erklärt Architekt Dietmar Kretschmar. Er ist davon überzeugt, dass sich die verfallenen Hallen noch retten lassen. In seinen Plänen sind die alten Bögen bereits saniert und ergänzt. In ihnen sollen Cafés und kleine Geschäfte, aber auch Ateliers eingerichtet werden.

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Doch der großflächige Handel an dieser Stelle ist arg umstritten. Der Ortsbeirat Neustadt wird am heutigen Montag darüber beraten. Dazu hat Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) einen überarbeiteten Vorschlag für einen Bebauungsplan unterbreitet. Darin werden die Auswirkungen für den Handel und den Verkehr beleuchtet. Globus hat die geplante Handelsfläche von 12.000 auf 8.800 Quadratmeter reduziert. Die geplanten Kosten sind aber von 40 auf 60 Millionen Euro gestiegen, weil beispielsweise mehr Straßen und Haltestellen im Umfeld ausgebaut werden sollen.

Das Video mit den Luftaufnahmen gibt es unter www.sz-link.de/video