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Die „Trini“ putzt sich heraus

Kurz vor dem Tag der Sachsen wird rund um Riesas größte Kirche gearbeitet. Eine andere Baustelle muss warten.

Die unterirdischen Arbeiten sind geschafft, nun werden die Spuren beseitigt. Christopher Werner von der Baufirma Otto aus Stauchitz befestigt den Weg vor dem Seiteneingang der Trinitatiskirche.
Die unterirdischen Arbeiten sind geschafft, nun werden die Spuren beseitigt. Christopher Werner von der Baufirma Otto aus Stauchitz befestigt den Weg vor dem Seiteneingang der Trinitatiskirche. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Das hohe Andiengerüst ist längst vom Lutherplatz verschwunden, nun stehen stattdessen Bagger und Bauzäune vor der Trinitatiskirche. „Wir arbeiten gerade an der Entwässerung“, erklärt Andreas Wolf vom Riesaer Pfarramt. Die Leitungen stammen aus dem Jahr 1897, entsprechend notwendig war eine Sanierung. Stellenweise waren schon zentimeterdicke Wurzeln hineingewachsen. 

Den ersten Teil der Leitungsarbeiten hatte die Kirchgemeinde bereits vor zwei Jahren hinter sich gebracht. Damals war der Eingangsbereich der Trinitatiskirche neu gestaltet worden. Nun sind die beiden anderen Seiten dran. In wenigen Tagen sollen auch diese Arbeiten vollständig beendet sein.

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Während Richtung August-Bebel-Straße der Lutherplatz die Bauspuren schon wieder beseitigt werden – es soll schließlich zum Tag der Sachsen ordentlich aussehen – muss die gegenüberliegende Seite noch eine Weile warten. Denn dort, so hofft man in der Kirchgemeinde, könnten schon im nächsten Jahr wieder Baufahrzeuge anrollen. Dann würde erneut ein Gerüst an der Kirche in die Höhe wachsen – diesmal fürs Dach. 

„Das wird noch ein Stück höher werden als das letzte“, erklärt Andreas Wolf. Voraussetzung für die Arbeiten ist, dass die Kirche dann auch auf Fördermittel zugreifen kann. Eigentlich hatte sich die Riesaer Gemeinde Hoffnungen gemacht, die Zusage schon in diesem Jahr zu bekommen und direkt nach den Arbeiten im Inneren des Turms das Dach angehen zu können. 

Daraus wurde aber leider nichts, sagt Wolf. Weil offenbar weniger Geld zur Verfügung stand, sei man doch noch aus dem Förderprogramm gefallen. Für den zweiten Bauabschnitt rechnet die Kirchgemeinde mit Kosten von etwa einer Million Euro. Allein könnte sie das nicht stemmen. Teuerster Posten wird dabei nicht etwa das Material oder die Arbeitskraft, sondern das Gerüst sein, heißt es.

In die Sanierung der Stahlkonstruktion im Inneren des Turms sind derweil schon etwa 600 000 Euro geflossen. Sie wird jetzt abgeschlossen, laut Andreas Wolf sind lediglich Kleinigkeiten zu erledigen. „Bereits jetzt laufen die mechanische Uhr und das Schlagwerk der Kirche, 1897 gebaut durch die Leipziger Uhrenfirma Bernhard Zachariä“, so Wolf.

 Weil im Inneren des Turmes auch im zweiten Bauabschnitt aus statischen Gründen Teile des Gerüstes montiert werden müssen, erfolgt die Steuerung der Zifferblätter vorerst aber noch elektrisch. Diese Zwischenlösung, die nun noch etwas länger bleibt, war durch Unterstützung des Riesaer Uhrmachermeisters Eckehard Preuß möglich geworden.

Wenn der zweite Bauabschnitt abgeschlossen sein wird, steuert die alte Uhr dann die Zeitanzeige wieder allein. Während die Verzögerung des zweiten Bauabschnitts ärgerlich sein mag, hat sie zumindest einen Vorteil: Der Kirchturm ist wieder zugänglich. 

Schon Anfang Juli konnten sich die ersten Besucher davon überzeugen, was im Inneren getan wurde. Solche Turmbesteigungen werden bis zum Beginn der Arbeiten am Dach wieder möglich sein. 

Die Arbeiten an der Kirche sind nicht die einzigen Bauprojekte, die die evangelisch-lutherische Gemeinde noch in diesem Jahr angehen möchte. Auch mithilfe städtischer Unterstützung soll beispielsweise im Herbst die Haustechnik im Trinitatis-Kinderhaus erneuert werden. Auch die hat mittlerweile schon 20 Jahre auf dem Buckel. 

„Für so alte Geräte finden Sie heute kein Ersatzteil mehr.“ Konkret geht es um einen Austausch der Belüftung. Auch das eine Herausforderung, denn die Arbeiten werden im laufenden Betrieb stattfinden.

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