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Die unbekannte Seite des Gohliser Lehrers

Hartmut Klitzsch war ein Multitalent. Dieses Jahr hätte er seinen 90. Geburtstag gefeiert. Der Heimatverein ehrt ihn.

Von Lars Kühl

Hartmut Klitzsch war nicht nur Lehrer. Obwohl er vielen seiner Schüler in Gohlis und Cossebaude zwischen 1950 und 1985 gerade als solcher in besonderer Erinnerung geblieben ist. Hartmut Klitzsch, 1923 in Leipzig geboren und 1995 in Würzburg gestorben, war ein richtiges Multitalent. Dieses Jahr wäre er 90 Jahre alt geworden. Grund genug für den Heimat- und Verschönerungsverein Cossebaude, eine bisher weitgehend unbekannte Seite des Pädagogen zu zeigen: seine künstlerische. Bis zum 1. Dezember sind mehrere Zeichnungen und Aquarelle im Heimathaus in der Talstraße 5 ausgestellt.

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Die Besucher sehen beeindruckende Bilder wie die Kohlezeichnung der „Gohliser Windmühle“, das „Rote Reethaus“ vom Ostseebad Boltenhagen oder das „Haus in Pudagla“ auf der Insel Usedom. Weitere Kohle- und Tuschmalereien zeigen die Bautzner Altstadt und die Prager Theynkirche. Der Schrecken der Zeit aus seiner sowjetischen Kriegsgefangenenschaft ist ebenfalls auf einem Blatt eingefangen – mit impressionistischen Stilmitteln.

Aus einer späten Schaffensphase von Klitzsch sind Bilder mit der Ruine der Frauenkirche, der Dresdner Silhouette, aber auch Eindrücke aus der Sächsischen Schweiz und aus Südtirol zu sehen. Die Werke, die zu Jahresanfang in Radebeul bereits in einer privaten Ausstellung präsentiert wurden, zeigen das beachtliche künstlerische Potenzial „des Lehrers aus Leidenschaft“, wie ihn sein Neffe Gottfried Klitzsch aus München anlässlich seines 90. Geburtstages beschrieben hatte.

1929 zog die Familie nach Dresden. Zeitlebens verband Hartmut Klitzsch eine große Liebe mit der Stadt. In schwierigen DDR-Zeiten war er mit seiner humorvoll-menschlichen Art nicht nur Lehrer, sondern auch Ratgeber. Es gab kaum ein Kind in Gohlis und Cossebaude, das nicht in Mathematik und Astronomie von ihm unterrichtet wurde. In seiner Wohnung an der Meißner Landstraße fanden seinerzeit aber auch viele offene Gespräche statt.

Hartmut Klitzsch steckte viele mit seiner Begeisterung an. Neben der Malerei interessierte er sich für Musik und Theater. Selbst dem Sport war er zugetan, erst als Betreuer der Handball-Schulmannschaft, später als erfolgreicher Jugendtrainer der Handballer der früheren BSG Lokomotive.

Am Wochenende von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 17 bis 19 Uhr ist die Ausstellung geöffnet.