merken
PLUS Leben und Stil

Die Verantwortung des Handels

Lidl ist ein gutes Beispiel, Edeka ein schlechtes: Der Handel könnte auf Zustände in den Erzeugerländern einwirken. Ein Kommentar.

Wolfgang Mulke ist SZ-Korrespondent.
Wolfgang Mulke ist SZ-Korrespondent. © Oliver Berg/dpa/SZ

Die aktuelle Krise bringt eine lange Liste von gesellschaftlichen Fehlentwicklungen an den Tag. Sie beginnt bei unterbezahlten Pflegekräften und wirtschaftlich bedrohten Existenzen, führt über Abhängigkeiten von der Produktion notwendiger Arzneien zu Fragen der Gerechtigkeit und Moral. Eine Folge davon ist eine hohe Sensibilität für Missstände. Das ist gut so, vielleicht auch eine Zeitenwende. Denn daraus erwächst eine Chance, die Welt etwas besser zu machen.

Lange Zeit haben Verbraucher in Deutschland die bekannten Zustände in den Fleischfabriken hingenommen. Die Kritik daran befasste sich vornehmlich mit der Aufzucht der Schlachttiere. Seit dem Skandal bei Tönnies rückt nun auch die Frage in den Mittelpunkt, wie viel Ausbeutung von Menschen wir für niedrige Fleischpreise hinnehmen wollen. Der öffentliche Druck auf eine Veränderung der Branche scheint zu wirken. Die Bundesregierung will der Ausbeutung gesetzlich einen Riegel vorschieben.

Anzeige
Den Sommer ungestört genießen!
Den Sommer ungestört genießen!

Wandern, Waldspaziergänge, Ausflüge mit der Familie: So richtig entspannt wird das nur mit dem richtigen Schutz vor fliegenden und krabbelnden Plagegeistern.

Weiterführende Artikel

Supermärkte im Ausbeutungs-Check

Supermärkte im Ausbeutungs-Check

Zwar haben sich Lidl, Rewe und Aldi verbessert, zeigt eine Oxfam-Analyse. Doch am Ende entscheidet der billigste Preis.

Doch sollte es dabei nicht bleiben. Auch die Ausbeutung von Arbeitskräften in anderen Ländern sollte nicht tatenlos hingenommen werden. Wenn Kinder auf Plantagen schuften müssen oder Reis-Bauern und Ananas-Pflückerinnen trotz Arbeit hungern müssen, hat das auch etwas mit dem Preiskampf der hiesigen Supermarktketten zu tun. Der Handel könnte auf die Zustände in den Erzeugerländern einwirken. Der Discounter Lidl ist ein gutes Beispiel dafür, Edeka ein schlechtes. Auch hier sollte notfalls gesetzlich dafür gesorgt werden, dass der Handel sich der Verantwortung für menschliche Arbeitsbedingungen stellt.

Mehr zum Thema Leben und Stil