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Pirna

Die vergessenen Erfolge einer Stadt

Dohnas Stadtrat beschäftigt sich viel mit sich selbst. Das hat negative Folgen, lässt sich aber ändern. Eine Betrachtung im Vorfeld der Kommunalwahlen.

Dohna gehört zu den ältesten sächsischen Städten und macht daraus, aus seinen Erfolgen und sich selbst noch zu wenig.
Dohna gehört zu den ältesten sächsischen Städten und macht daraus, aus seinen Erfolgen und sich selbst noch zu wenig. © Daniel Schäfer

Dohna ist anders. Anders als es sich auf den ersten Blick zeigt und anders als es sich selbst darstellt. 

Oft schien es in den vergangenen fünf Jahren, als ob der Stadtrat einen Schritt vorwärts und zwei zurück ginge. Was klar war, wurde plötzlich wieder infrage gestellt. Und irgendwie dauert in Dohna immer alles etwas länger: So geht die Sanierung und der Umbau des Museums ins dritte Jahr, auf Geld für die Liesche-Brücke wird noch immer gewartet, die Belebung der Chemie-Industriebrache dauert. Nicht immer liegt es an der Stadt, doch der Stadtrat macht hier zu wenig Druck, ist oft zu viel mit sich selbst beschäftigt. Vor allem die beiden großen Fraktionen machen sich oft gegenseitig Vorwürfe und verantwortlich dafür, dass es nicht vorwärts geht.

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Selbst das, was geschafft wurde, wurde oft zerredet, statt als Erfolg verkauft zu werden. So entstand in der öffentlichen Wahrnehmung und im Vergleich mit anderen Kommunen der Eindruck einer nicht so richtig vom Fleck kommenden Stadt. Dabei ist mehr besser geworden, als den Dohnaern bewusst ist. Die SZ zieht kurz vor der Kommunalwahl eine Bilanz.

Beispiel Kinder, Schüler, Jugendliche

Schule, Hort, Kitas, Spielplätze – hier wurde kontinuierlich investiert. Oft sind es Projekte, die sich über viele Jahre von der ersten Idee über Planungen und Finanzierungen hinziehen. Das gilt auch für das nächste Vorhaben: die neue Grundschule. Hier ist inzwischen der Vorzugsstandort beschlossen. Statt auf Kahlbusch-Gartenland soll die Schule auf einer Fläche zwischen dem neuen Gewerbegebiet und dem Wohngebiet An der Bodlitz am Schilfteich in unmittelbarer Nähe des geplanten Industrieparkes Oberelbe gebaut werden. Aktuell verhandelt Bürgermeister Ralf Müller (CDU) zum Kauf des Grundstückes. Nächster Schritt ist der B-Plan.

Beispiel Veranstaltungen

Dohna will Laufstadt sein. Damit hat sich die Stadt in der Laufszene einen Namen gemacht. Nur in der Stadt selbst ist das noch nicht so verankert. Die Idee ist prima, nur hat sie die Dohnaer nicht ergriffen. Der Stadtrat hat sich kaum damit beschäftigt, und wenn, waren es meist kritische Nachfragen der Freien Wähler. Auch die „Mensch ärgere dich“-Meisterschaft überlässt man dem Rathaus und seinen Partnern. Aus dem Laufen und Spielen kann Dohna mehr machen, wenn es auch der Stadtrat will und darin eine Chance sieht.

Beispiel Wirtschaft

Die Stadt hat im Gewerbegebiet und darüber hinaus viele starke Unternehmen und Handwerker. Von ihnen allen lebt auch die Stadt. Der geplante Industriepark Oberelbe jedoch könnte zur Zerreißprobe für den neuen Stadtrat werden. Die Kritiker kommen nicht nur von den Freien Wählern, Befürworter sind kaum zu hören.

Beispiel Offenheit

Ein Dohnaer Pluspunkt, den die Einwohner viel zu wenig nutzen, sind die öffentlichen Diskussionen in den Ausschüssen. Während zum Beispiel in Heidenau und Bad Gottleuba-Berggießhübel das Meiste erst mal hinter verschlossenen Türen besprochen wird, hat Dohna keine Sorge, von Anfang an auf Transparenz zu setzen.

Ausblick

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Die Sitze im Dohnaer Stadtrat sind begehrt. 49 Kandidaten bewerben sich um die 18 Plätze. Einige Namen lassen aufhorchen.

Woran es Dohna weiter fehlt, ist ein Stadtmarketing – und etwas Selbstbewusstsein – auch der Stadträte, nicht nur für ihre Fraktion, sondern die Stadt insgesamt. Der nächste Rat sollte sich auf die Dohnaer Stärken und Besonderheiten besinnen. Geld aus dem Förderprogramm aktive Stadt- und Ortsteil könnte helfen. Der Antrag ist noch nicht bestätigt, es sieht aber laut Bürgermeister gut aus. Zwei Millionen Euro sollen binnen zehn Jahren ins Stadtzentrum fließen. Das ist ein langfristiges Projekt, für das der neue Stadtrat wichtige Entscheidungen treffen wird.