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Die Verwandlung

In einer Stunde wird aus Lutz Luise. Seit fast 25 Jahren begeistert sie mit frivolen Sprüchen ihr Publikum.

Von Cathrin Reichelt

Im Morgenmantel setzt sich Lutz Kaus-Hogen vor den Schminkkoffer mit dem beleuchteten Spiegel. Daneben hockt ein kleiner brauner Plüschhase mit Schlappohren. „Das ist seit 15 Jahren mein Maskottchen“, sagt Lutz. „Vor und nach jedem Auftritt bekommt er ein Küsschen.“ Aha. Daher das rote Schnäuzchen.

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Viele kleine Schritte sind zur optischen Veränderung nötig.
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Vor der Verwandlung: Lutz Kaus-Hogen ganz privat.
Vor der Verwandlung: Lutz Kaus-Hogen ganz privat.
Lutz Kaus-Hogen begeistert als Luise mit seinen frivolen Sprüchen die Gäste der Travestie-Show im Volkshaus. Zwischen September und Mai bestreitet er 130 bis 140 solcher Veranstaltungen. Den Rest des Jahres macht er Pause und tüftelt an neuen Nummern. Eig
Lutz Kaus-Hogen begeistert als Luise mit seinen frivolen Sprüchen die Gäste der Travestie-Show im Volkshaus. Zwischen September und Mai bestreitet er 130 bis 140 solcher Veranstaltungen. Den Rest des Jahres macht er Pause und tüftelt an neuen Nummern. Eig

In einer reichlichen Stunde wird aus Lutz Luise geworden sein. Aber weshalb Luise? Zum einen sind die Anfangsbuchstaben der Vornamen gleich. „Zum anderen, weil die Königin Luise von Preußen einmal in meiner Heimatstadt Tangermünde genächtigt hat. Und meine Lieblingstante hieß Luise.“ Die Travestie-Luise unterhält die Gäste der -Show mit ihren Kollegen und frivolen Sprüchen. Und Luise weiß: „Je mehr man unter die Gürtellinie geht, umso mehr wachen vor allem die älteren Besucher auf.“

Mit einem Pinsel streicht Lutz Hautkleber auf die Augenbrauen, aber auch in die Falten zwischen Nase und Mund. „Dadurch bricht das Make-up nicht auf“, erklärt er. Mit einer Zahnbürste wird nachgebürstet. Mit schnellen Bewegungen verteilt Lutz Lippenstift im unteren Bereich des Gesichts. „Damit der Bart nicht so durchkommt. Grün wäre noch besser.“ Puder überdeckt das Ganze.

Jetzt kommt Farbe ins Spiel. Die Augenbrauen und der Mund erhalten rote Konturen. Malen nach Zahlen nennt Lutz das Auftragen von kräftigem Rouge. Um eine gerade Linie zu erhalten, legt er eine Pappkarte an die Wange. „So was lernt man von Kollegen“, sagt Lutz und plaudert so ganz nebenbei aus dem Nähkästchen der Travestie. Fünfmal wird er in der kommenden Vorstellung die Kleider und die Kopfbedeckung wechseln. Wie viel er davon hat, weiß er nicht. Und wenn mal ein ganz enges Kleid dabei ist? Dann wird das beste Stück des Mannes nach hinten geklemmt und mit diversen Höschen drüber versteckt. Ja – wehtun kann das auch.

Ein kleiner Spiegel kommt zum Vorschein. Die Feinarbeit beginnt. Die Augen werden schwarz betont. Aus einer Schachtel holt Lutz irre lange Wimpern, bestreicht sie mit Kleber und legt sie zum Antrocknen beiseite. Das Feuerzeug wärmt kurz den Kajalstift an. „Dadurch wird er weicher.“ Lipgloss füllt den großen Kussmund aus. Jetzt sind die Wimpern dran. „Mist, weshalb habe ich denn zwei linke rausgesucht“, flucht Lutz und kramt noch mal in der Wimpernkiste. Mit einer Pinzette platziert er die unechte Verlängerung über seinen eigenen Wimpern. Nun fehlt nur noch Glitzer auf Augenbrauen, Wangen und Mund. Mit einer Strumpfhose in der Hand verschwindet Lutz um die Ecke. Sind die Beine rasiert? „Nee, ich bin die Komiknummer. Die Arme auch nicht.“ Als er zurückkommt, hat er ein Dirndl an, in das er sich gerade Schaumgummibrüste stopft. Die eigene Brust hebt sich dadurch und wird mit verschiedenfarbigem Puder noch mehr betont. Bevor er die blonde Perücke aufsetzt, bürstet Lutz sie sorgfältig, um dann die einzelnen Strähnen mit Haarspray in der richtigen Position anzukleben. Noch Schmuck in die Ohren und hochhackige Schuhe an. Fertig.

Die Rückverwandlung von Luise in Lutz erleben die Zuschauer gestern und heute Abend live auf der Bühne im Volkshaus. Mit Palmin schminkt er sich blitzschnell ab. „Theaterschminke ist fettig. Deshalb wird sie mit Fett bekämpft.“