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Die Vollblutköchin von Caminau

Manuela Methner war lange arbeitslos. Mit ihrem neuen Job in ihrem alten Beruf als Großküchenköchin fühlt sie sich sehr wohl.

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Von Kerstin Fiedler

Freundlich strahlt Manuela Methner jeden an, der zu ihr in die Kantine kommt. Seit dem 1.November vergangenen Jahres ist sie beim wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Förderwerks Land- und Forstwirtschaft Sachsen angestellt. Dieser übernahm die Kantine in Caminau am Kaolinwerk.

Gemeinsam mit Kerstin Micklitza vom Förderwerk sucht Manuela Methner die Tagesgerichte aus. Derzeit sind es mittags etwa 25Portionen, die sie kocht –Steigerung durchaus gewünscht. „Wir haben ja erst angefangen und müssen uns noch bekannt machen“, sagt Kerstin Micklitza. Schließlich war die Kantine, in die nicht nur die Mitarbeiter aus den Betrieben des Gewerbegebietes kommen, ein paar Monate geschlossen.

Für Manuela Methner ist die Stelle ein neuer Anfang. Sie hat zu DDR-Zeiten den Beruf der Großküchenköchin gelernt. „Mir liegen kleine Gaststättenküchen nicht“, gibt sie zu. Gearbeitet hat sie zum Beispiel im Braunkohlewerk Welzow in der Betriebsküche, war später Unteroffizier der NVA und dort für die Feldküche zuständig. Dann kam die Wende. „Ich habe danach einiges gemacht, war auch Baggerfahrer“, sagt sie. Doch eine Stelle als Köchin bekam sie nicht. „Ich bin jetzt sehr froh, dass ich hier arbeiten kann“, sagt die 41-Jährige, die in Hoyerswerda wohnt.

Für das Förderwerk ist die Kantine als selbstständige wirtschaftliche Einheit die Chance, damit auch gemeinnützige Projekte finanzieren zu können. Für den Geschäftsführer Andreas Oelsner ist es außerdem die Möglichkeit, im Totholzpark eine Versorgung bei Veranstaltungen und Projekten anzubieten. „Dazu haben wir auch noch einen extra Imbisswagen“, sagt Andreas Oelsner. Der wird von der Kantine beliefert. So steht er jetzt nicht mehr nur am Freitag auf dem Markt in Königswartha, sondern an den anderen Tagen mittags neben der Verwaltung der Versorgungsgesellschaft am Gewerbegebiet.

Werben um Laufkundschaft

Neben dem täglich wechselnden Mittagsangebot gibt es auch ständige Gerichte, die die Gäste wählen können. Das reicht beim Mittag von Feuerfleisch oder Sülze mit Bratkartoffeln bis zu Kartoffelsalat mit Bock- oder Bratwurst. „Gesichert ist die Zahl der Gerichte durch die Anmeldungen vor allem der Schichtarbeiter“, sagt Kerstin Micklitza. Der Speiseplan der neuen Woche liegt ab Dienstag aus – bis Freitag sollten sich „Anlieger“ angemeldet haben. „Wir bringen das Essen auch in extra Thermobehältern in die einzelnen Abteilungen“, sagt Manuela Methner. Sie hofft, dass im Frühjahr die Lauf- und Radkundschaft zunimmt. Das Hinweisschild an der B96 soll auch Lkw-Fahrer locken, für die die Köchin Lunch-Pakete anbietet. „Wichtig ist, dass hier fast alles frisch zubereitet wird“, sagt Kerstin Micklitza. Sie hofft, dass in diesem Jahr endlich der Radweg gebaut wird. Auf der Grünfläche sollen überdachte Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Außerdem werden die beiden Räume der Kantine auch zum Feiern angeboten – für die Betriebe und auch privat.

Geöffnet hat die Kantine von 6 bis 14.30Uhr, ein Mittagessen kostet 3,50Euro.