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„Die wachsende Einwohnerzahl wird die größte Herausforderung“

CDU-Fraktionschef Reno König bekam die meisten aller Stimmen. Das überraschte ihn, wichtig aber sei etwas anderes.

1 777 Stimmen machten Reno König zum Stimmen-König bei der Wahl zum Heidenauer Stadtrat am 25. Mai. Damit wird er Chef der CDU-Mehrheitsfraktion bleiben. Welche Aufgaben sieht er, und was bedeutet der Einzug des NPD-Kandidaten?

Herr König, Sie sagten, der Stimmenkönig hat Sie überrascht. Warum? Immerhin waren Sie Spitzenkandidat …

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Das mit dem Stimmenkönig ist zwar schön, zumal es mir gelungen ist, besser zu sein als der Kandidat der Linken, aber eigentlich ist das nicht wirklich wichtig. Wichtig ist das Ergebnis der Gesamt-CDU, und damit können wir sehr zufrieden sein.

Ihre Fraktion hat wieder elf Ratssitze. Hätten Sie sich mehr ausgerechnet?

Wir hatten vor fünf Jahren ein sehr gutes Ergebnis. Es war die Frage, ob wir das wieder erreichen. Es ist uns gelungen, die Mehrheit im Stadtrat zu verteidigen, die wir ja mit der Stimme des Bürgermeisters haben. Nur das war uns wichtig.

Die CDU hat damit zwar nicht die absolute, aber doch eine sichere Mehrheit. Gibt das Sicherheit und Kontinuität, oder ist da auch die Gefahr, etwas einfach durchzuziehen?

Natürlich gibt es Sicherheit, wenn man weiß, die Bürger honorieren das Ergebnis der letzten fünf Jahre, indem sie einem wieder das Vertrauen aussprechen. Aber es ist auch Ansporn, weiterhin die Bürger mitzunehmen bei allem, was entschieden werden muss. Es gab durchaus schwierige Entscheidungen, wir haben aber immer versucht, sie mit den Bürgern abzusprechen.

Erstmals sitzt ein NPD-Vertreter im Stadtrat. Was bedeutet das für Sie?

Die NPD ist eine Partei, die zur Wahl zugelassen wurde. Somit ist auch das Ergebnis zu akzeptieren. Bei jeder bisherigen Wahl konnte man sehen, dass die NPD in Heidenau ein Potenzial für fünf und zehn Prozent hat. Uns war völlig klar, wenn ein Kandidat antritt, wird er auch im Stadtrat sitzen. Im Heidenauer Stadtrat gingen wir immer sachlich mit allen Entscheidungen um. Da ziehen oft alle politischen Parteien an einem Strang. Wir stimmen auch Anträgen anderer Parteien zu, wenn sie gut für die Heidenauer und unsere Stadt sind. Man muss die anderen politischen Parteien deshalb nicht lieben. Ich denke, auch die NPD wird sich hier einfügen. Die Kommunalparlamente sind nicht dafür da, die Fehler der großen Parteien auszubügeln.

Welche Schwerpunkte will die CDU in den nächsten Jahren setzen?

Grundsätzlich werden wir nicht viel ändern. Wir sind aufbauend auf den Ergebnissen der letzten Jahre angetreten und haben nicht versprochen, ab morgen alles anders zu machen. Es kommen aber große Herausforderungen auf uns zu. So wächst in Heidenau wieder die Einwohnerzahl, und wir werden schon in diesem Jahr den ersten Kinderkrippenneubau bekommen. Wir müssen sehen, wie diese Entwicklung weitergeht. Das wird eine große, vielleicht die größte Herausforderung.

Das Gespräch führte Heike Sabel.