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Die Welt der Reptilien lässt Besucher staunen

Rund 150 exotische Tiere sorgten am Wochenende im Krone-Saal in Bautzen für Begeisterung. Mehr als eintausend Gäste kamen.

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Von Carmen Schumann

In eine Tierschau verwandelte sich der Bautzener Krone-Saal am Wochenende. Exotische Tiere tummelten sich in verglasten Terrarien, aber auch in Freigehegen. So beäugte ein riesiges Krokodil die zahlreichen Besucher, die nur durch einen Zaun von ihm getrennt waren. Gestreichelt hat es allerdings niemand. Die Schildkröten ließen dies jedoch widerspruchslos mit sich geschehen. – Nach Bautzen gebracht hatte die bunte Tierwelt Fernando Richter aus Torgau, der dort eine Art Reptilien-Zoo betreibt, der noch im Aufbau begriffen ist. „Wir sind vor zwei Jahren von Soest nach Torgau gezogen“, berichtet er. „Wir verstehen uns auch als Auffangstation für Reptilien, die beispielsweise in Tierparks überzählig sind oder privaten Haltern wegen unzulänglicher Bedingungen abgenommen werden.“ Momentan leben in Torgau rund 300 Reptilien. Mit der Hälfte von ihnen bestreitet Fernando Richter die mobile Ausstellung „Welt der Reptilien“. Bautzen ist in diesem Jahr die erste Station. Am nächsten Wochenende ist sie in Zittau zu Gast. Sechs Mitarbeiter betreuen die Ausstellung, darunter vier Tierpfleger. In Torgau sind dreizehn Personen mit der Pflege und Betreuung der Kriechtiere beschäftigt.

Viele Besucher unerschrocken

„Wir wollen mit der Schau dazu beitragen, Ängste und Abscheu vor den Reptilien abzubauen“, sagt Fernando Richter. So präsentierten seine Mitarbeiter mehrmals einzelne Tiere, wie Schlangen oder Schildkröten, damit die Besucher sie berühren oder sich gar umlegen konnten.

Die Gäste aus Bautzen und dem Umland, die in den Krone-Saal kamen, erwiesen sich jedoch ohnehin als sehr unerschrocken, so zum Beispiel Julia Bolz aus Sdier. Die 18-Jährige hatte sich die 40-Kilo schwere Riesenpython um den Hals legen lassen. „Das war ein einzigartiges Erlebnis“, sagt sie stolz. Auch einen Brillenkaiman nahm Tierpfleger Enrico Richter für sie aus dem Terrarium, damit sie sich mit ihm fotografieren lassen konnte. „Ich finde, die Reptilien haben so einen Hauch von Dinosaurier an sich“, sagt Julia Bolz. Angst habe sie nicht, denn ihr Opa habe sie schon frühzeitig mit Spinnen und Käfern vertraut gemacht.

Elaine Buchert aus Ringenhain ist mit ihren Kindern Danilo und Joelle gekommen. Sie findet die Ausstellung sehr schön, besonders die große Vielfalt an Tieren. Der zweijährigen Joelle und dem vierjährigen Danilo hätten es besonders die größeren Tiere angetan. Die Bucherts sind ebenfalls furchtlos. Kein Wunder, schließlich betreiben die Eltern der jungen Frau Zoohandlungen in Ringenhain und Wilthen. Carola Schimmel aus Bautzen ist vor allem wegen ihrer fünfjährigen Tochter Laura hergekommen. „Hier kann man was lernen“, sagt sie. Für ihre Tochter sei es sehr spannend gewesen, einer Schlange beim Häuten zuzusehen. Klaus Hantscho aus Auritz bietet den Besuchern Mehlwürmer zum Verkauf an, die er selbst züchtet, und zwar für seine Ziervögel. Der Vogelzüchter weiß, dass auch Reptilien diese proteinreiche Nahrung mögen und hofft auf den Zuspruch von Reptilienhaltern.

Am kommenden Wochenende ist die Ausstellung in Zittau zu Gast, und zwar in der Aula an der Hochwaldstraße.