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Die Zahl tragischer Einsätze wird immer größer

Feuerwehrleute können viel von ihrer gefährlichen Arbeit erzählen. Heute: die Freiwillige Feuerwehr Kreba.

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Von Jost Schmidtchen

Lang ist die Liste der Brandereignisse von Kreba. Die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung erinnern sich daran noch gut.

Eine von einem Traktor gezogene Handdruckspritze diente jahrzehntelang zur Brandbekämpfung. Die Kameraden waren bei vielen Bränden dabei, so auch bei einem Scheunenbrand in Tschernske Mitte der 1970er Jahre. Für die dabei angewendete Taktik bei der Brandbekämpfung erhielt die Freiwillige Feuerwehr Kreba sogar eine Prämie von der Staatlichen Versicherung der DDR, weil sie eine Brandausdehnung erfolgreich verhindern konnte: Es gelang, ein Loch durch die Decke der Scheune zu stechen und die angestauten Wassermassen somit abzuleiten. Dadurch konnte ein Zusammenbrechen der Scheunendecke verhindert werden.

1981 bekämpften die Krebaer Kameraden das Hochwasser des Weißen Schöps, das Kreba-Neudorf bedrohte. Durch den ständigen Regen stand der Sportplatz unter Wasser. Stundenlang liefen die Pumpen. In der Kinderkrippe Neudorf wurde das gesamte Mobilar in die oberste Etage geräumt.

Viele Einsätze merkt man sich

Weitere nennenswerte Einsätze waren 1987 der Torfbrand in Klitten an der alten S 121, der Waldbrand 1996 an der Bahnlinie zwischen Mücka und Görlitz sowie der tragische Wohnungsbrand im September 1998 in Reichwalde mit drei Toten.

Als größten Unfallschwerpunkt bezeichnet Wehrleiter Fred Thiel die enge und kurvenreiche Straße nach Reichwalde in Höhe Bahlsen. Ursache ist hier immer wieder zu schnelles Fahren.

Erst im März 2004 sorgte die Einsatzstatistik diesbezüglich für negative Schlagzeilen. Trotz großem Einsatz von allen Rettungskräften überlebte die Fahrerin eines an einen Baum geprallten Pkw den Unfall nicht. „Die Tragik wird immer größer“, resümiert Wehrleiter Fred Thiel. Er ist froh, dass sich auch der Pfarrer Andreas Rietschel der Notfallseelsorge angenommen hat. Bei solchen Einsätzen wie im März 2004 lässt sich das Erlebte bei den Kameraden im Nachhinein nicht einfach mit einem Schnaps in Vergessenheit spülen.

Der Kreisfeuerwehrtag 2004 in Spree endete für die Krebaer Kameraden mit einem von ihnen selbst verschuldeten Ereignis recht unliebsam. Der Oldtimer „S 4 000“ zog auf der Heimfahrt eine Ölspur von Neuliebel bis Kreba, verursacht durch eine gebrochene Dieselleitung. Das Reinigen der Straße nahm drei Stunden in Anspruch.

Praktikant war übereifrig

Anfang Juli 2004 brannte es am Baruther Berg. Ein schwelender Waldbodenbrand wurde an die Leitstelle nach Weißwasser gemeldet und der dort tätige Praktikant alarmierte im Übereifer gleich mehrere Feuerwehren. Die Brandausdehnung belief sich auf ganze 0,5 Quadratmeter und das Feuer war bereits abgelöscht, ehe ein Tanklöschfahrzeug der Krebaer Wehr mit voller Besatzung an der Einsatzstelle anrückte.

Doch lieber später über einen solchen Einsatz schmunzeln als den Erstschlag der Brandbekämpfung verpassen und dann dem Feuer tagelang hinterher laufen, das ist inzwischen eine bewährte Erkenntnis, nicht nur bei den Kameraden in Kreba.