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Die Zerstörung der Freitaler CDU

Neun Austritte auf einmal. Darunter der Oberbürgermeister, der Fraktionschef des Stadtrates und der Stadtvorsitzende. So höhlt die CDU ihren Kern aus.

© Andreas Weihs

Das ist eine Nachricht, die über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgt. Freitals Oberbürgermeister und acht weitere zum Teil prominente Mitglieder treten aus der CDU aus. Sie meinen, innerhalb der Partei nicht mehr genug Gehör zu finden für ihre Positionen. Alles glattgebügelt, alles Einheitsbrei. So sagt es keiner, aber es lässt sich zwischen den Zeilen herauslesen, wenn es heißt, eine offene Diskussion innerhalb der CDU sei immer weniger möglich. Man wolle wieder zurückfinden zu einer ordentlichen Debattenkultur.

Dieses Ansinnen ist legitim. Ob der Parteiaustritt dafür das Mittel der Wahl sein muss, ist jedem selbst überlassen. Allerdings: In vielen Fällen ist schon zu beobachten gewesen, dass so eine Abspaltung der erste Schritt zur politischen Bedeutungslosigkeit war. 2017 beispielsweise traten in Pirna 29 Mitglieder geschlossen aus der CDU aus. Darunter auch Stadträte. Nicht wenige verschwanden in der Versenkung.

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Was die Freitaler CDU-Abtrünnigen nun vorhaben, wollen sie am Freitag öffentlich machen. Wie auch immer die Pläne aussehen: Der Freitaler CDU und wohl auch der Landespartei haben sie schon geschadet. Der Stadtverband braucht einen neuen Vorsitzenden und die Fraktion erscheint als Fragment. Das höhlt den Kern der CDU aus. So zerstört sie sich nach und nach selbst.

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