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Die „Zoo-Kids“ sind da!

Acht Jungen und Mädchen wollen bei dem einjährigen Projekt mehr über Tiere und deren Lebensweise erfahren.

Diese Jungen und Mädchen haben sich eine Zoo-AG gewünscht und prompt bekommen. Der Verein der Zoofreunde unterstützte das Projekt mit 500 Euro.
Diese Jungen und Mädchen haben sich eine Zoo-AG gewünscht und prompt bekommen. Der Verein der Zoofreunde unterstützte das Projekt mit 500 Euro. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Wer die Begeisterung von Emil, Frido, Vin, Anna-Lena, Vanessa-Lyn, Nils, Katharina und Alexander am Dienstagnachmittag erleben durfte, dem war klar, dass die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Zoo-Kids“ eine richtige Entscheidung war. In der letzten Zeit hatten sich Anfragen gehäuft: Ob man im Zoo nicht eine Arbeitsgemeinschaft für Kinder gründen könne? „Ja“, sagten Zoodirektor Eugène Bruins und Zoopädagogin Silke Kühn. Allerdings erst nach reiflicher Überlegung. Ist doch solch ein anspruchsvolles Zusatzangebot für Kinder auch mit erheblichem Aufwand und Zeit verbunden. „Und wenn wir so etwas machen, dann richtig“, bekräftigt die 47-jährige AG-Leiterin.

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Angebot war sofort ausgebucht

Acht Mädchen und Jungen werden sich nun für die Dauer eines Jahres mit verschiedenen Themen rund um Zootiere näher beschäftigen. Das Limit an möglichen Teilnehmern ist damit schon auf Anhieb ausgeschöpft. „Weitere Kinder können wir deshalb leider nicht aufnehmen. Wir schauen, wie sich alles entwickelt, und entscheiden zu gegebener Zeit, ob wir die Arbeitsgemeinschaft im kommenden Schuljahr weiterführen“, erklärte Silke Kühn bei der Gründungsveranstaltung.

An diesem Nachmittag aber standen erst einmal das Kennenlernen und die Suche nach einem passenden Namen auf dem Programm. Die meisten Kinder entschieden sich nach demokratischer Abstimmung für „Zoo-Kids“. Und weil solch ein Projekt größtenteils von den Ideen und Vorstellungen der Jungen und Mädchen leben soll, wurde im Anschluss eine Wunschliste erstellt.

Emil wünscht sich zukünftig noch mehr Tiere im Zoo. Vin ist von Schlangen fasziniert. Katharina mag Eidechsen sehr und Anna-Lena möchte viel Zeit mit Schafen verbringen. Nils könnte sich hingegen gut vorstellen, beim Bau von neuen Tier-Gehegen zu helfen. Einiges wird sich in der gewünschten Form nicht oder nur teilweise umsetzen lassen können, deshalb brauchte es Alternativvorschläge wie den Bau von Unterschlupfmöglichkeiten für Igel und andere kleine Tiere. Das Vorhaben fand begeisternde Zustimmung bei den Kindern. Zoopädagogin Silke Kühn brachte auch ihren eigenen Wunsch zu Gehör: Die 47-Jährige hätte nämlich im Zoo gern Falltürspinnen. Das seien sehr faszinierende Tiere ob ihrer ausgeklügelten Beutezüge. Diese Achtbeiner sind clevere, perfekte Baumeister, die unter der Erde leben und unterirdische Gänge anlegen, die sie mit ihren feinen Spinnenfäden „tapezieren“. Die Gangöffnungen werden mit einem exakt passgenauen Deckel verschlossen, der sogar eine Art drehbares Gelenk in Form eines Scharniers hat. Auf der Jagd lauern die Falltürspinnen mit leicht angehobenem Deckel auf Insekten und andere Tiere, um sie dann, quasi im Vorbeihuschen, blitzschnell in ihre unterirdischen Gänge zu ziehen. Ein Spinnenbein bleibt dabei oftmals zwischen Gang und Deckel stehen, um sich bei drohender Gefahr schnell wieder in geschützte Räume zurückziehen zu können. „Das ist ja sehr interessant“, entfährt es Alexander begeistert bei dieser spannenden Beschreibung.

Lernen, was die Schule nicht lehrt

Nachdem die Jungen und Mädchen in den nächsten Wochen gelernt haben werden, was im Umgang mit den einzelnen Tierarten wichtig ist und was es zu beachten gilt, wird es auch die ein oder andere Begegnung mit den Zoobewohnern geben. „Cool, ich freue mich sehr darauf und möchte ganz viel lernen, was ich in der Schule und bei üblichen Zoobesuchen nicht erfahre“, schwelgte Katharina in Vorfreude, bevor der erste gemeinsame Zoorundgang begann. Vin war ganz besonders interessiert und wollte wissen, wie die Tiere in den Zoo kommen. Der Junge erfuhr, dass sie oft aus anderen zoologischen Einrichtungen stammen und dass deren verantwortliche Mitarbeiter sogar Transportzertifikate brauchen, um das jeweilige Tier sicher, artgerecht und möglichst stressfrei in seine neue Heimat bringen zu können.

Auf die „Zoo-Kids“ aber wartet jetzt eine spannende und sehr interessante Zeit – mindestens ein Jahr lang.

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