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Dieb bekommt Freiheitsstrafe auf Bewährung

Im Juni 2014 wurde in der Filiale des Obi-Marktes Zittau eine Kettensäge entwendet. Nun wurde verhandelt.

© dpa

Von Rolf Hill

Bandendiebstahl und anderes legte das Amtsgericht Zittau einem 28-Jährigen aus der tschechischen Grenzstadt Varnsdorf zur Last. Es versprach ein kurzes Verfahren zu werden, da der Verteidiger des seit Januar aufgrund eines Haftbefehls in der Justizvollzugsanstalt Görlitz einsitzenden Mannes bereits vor der Eröffnung bekundete, dass sich sein Mandant in allen Punkten schuldig bekennen werde.

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Ganz konkret lagen dem Gericht unter Vorsitz von Dr. Holger Maaß zwei Anklageschriften vor, die nach Feststellung der Personalien von Staatsanwalt Jürgen Ebert vorgetragen wurden. Darin hieß es sinngemäß: Gemeinsam mit zwei gesondert verfolgten Tätern habe der Angeklagte im Juni 2014 in der Filiale des Obi-Marktes Zittau eine benzinbetriebene Kettensäge im Wert von etwa 500 Euro entwendet. Noch am gleichen Tage versuchte das Trio, im Obi-Markt Ebersbach-Neugersdorf zwei Bohrhämmer im Gesamtwert von rund 660 Euro zu stehlen und diese durch den Notausgang wegzuschaffen. Das misslang, da sich dort einer der Angestellten in den Weg stellte. So gab der Angeklagte nach Aussage seines Verteidigers das Diebesgut freiwillig zurück.

Genau dieser Umstand war es schließlich, warum Staatsanwalt Ebert beantragte, das Verfahren in diesem Punkt einzustellen. Es erging darum auch ein entsprechender Beschluss.

Die zweite Straftat des Angeklagten, ebenfalls mit einem Mittäter, ereignete sich im Februar 2016. Damals waren die beiden Diebe in das Kühlhaus des Schlosshotels „Althörnitz“ eingedrungen und hatten dort Fleisch im Werte von rund 280 Euro erbeutet. Auch diese Tat gab der Angeklagte unumwunden zu.

Bereits vor dem offiziellen Beginn der Hauptverhandlung hatten sich der Vorsitzende, der Staatsanwalt und der Verteidiger auf einen Deal zugunsten des jungen Mannes geeinigt, falls dieser geständig sein würde. Das fand nun bereits im Plädoyer des Anklagevertreters seinen Niederschlag. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von insgesamt neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung auf zwei Jahre.

Maßgeblich für ihn, so Staatsanwalt Jürgen Ebert, seien der lange Zeitraum seit Begehung der Straftaten, das volle Geständnis und die Tatsache, dass der Angeklagte inzwischen in einem gesicherten sozialen Umfeld lebe. Er gehe einer geregelten Arbeit nach und habe eine feste, eheähnliche Partnerschaft, aus der inzwischen auch ein gemeinsamer Sohn hervorging.

Erwartungsgemäß blieb dem Verteidiger nicht viel mehr, als sich im Sinne der eingangs getroffenen Verständigung, diesen Ausführungen anzuschließen. So lautete dann am Ende auch das Urteil auf neun Monate Freiheitsstrafe, allerdings beträgt die Bewährungszeit drei Jahre. Noch im Gerichtssaal erklärten alle Prozessbeteiligten, das Urteil anzunehmen, womit dieses nun bereits rechtskräftig ist.