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Dieb einer Luxuslimousine bringt Polizist in Gefahr

Eine spektakuläre Verfolgungsjagd im Raum Bernsdorf/Bröthen hatte jetzt ein gerichtliches Nachspiel.

Von Jost Schmidtchen

Lukas B. (21) aus Litauen saß jetzt auf der Anklagebank des Amtsgerichts Bautzen – wegen Beihilfe zum gemeinschaftlichen Diebstahl in Tateinheit mit vorsätzlich gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr . Am 26./27. Januar 2014 war Lukas B. mit zwei weiteren Personen einer litauisch-polnischen Gruppierung, die auf Autodiebstähle in Deutschland spezialisiert ist, von Polen nach Wiesbaden gefahren. Dort entwendeten sie einen 5er-BMW im Wert von 60 000 Euro. Lukas B. hatte den Auftrag, den BMW für eine Prämie von 500 Euro nach Polen zu verbringen. Auf der Fahrt fiel die silbernfarbene Luxuslimousine am 28. Januar um 9.40 Uhr auf der B 97 im Raum Bernsdorf einer Zivilstreife der Polizei auf. Die verfolgte den BMW bis sie dem Auto bei Bröthen den Weg versperren konnte. Doch Lukas B. gelang die Flucht. Fast hätte er einen der Polizisten überfahren. Woraufhin die Polizei einen Reifen des BMW zerschoss. Der Pkw landete im Wald, ein Polizeibeamter konnte den zu Fuß flüchtenden Litauer festnehmen. Dabei brach sich der Polizist einen Finger. Er war bis Mitte März krankgeschrieben.

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In der Verhandlung gab es zunächst zwischen Amtsrichter, Staatsanwalt und Verteidiger eine Verständigung. Die lief darauf hinaus, dass bei Geständigkeit des Angeklagten die Strafe zwischen anderthalb und zwei Jahren liegt sowie eine zweijährige Bewährung ausgesprochen wird, weil B. in Deutschland nicht vorbestraft ist und schon seit fünf Monaten in Görlitz in U-Haft sitzt. In der Bewährungszeit darf er das Territorium der BRD nicht betreten. Dieses Einreiseverbot ist rechtens, weil Lukas B. nur deshalb nach Deutschland kam, um eine Straftat zu begehen.

Der Angeklagte hatte bereits bei den polizeilichen Ermittlungen alles eingeräumt. Ein Bekannter hatte ihn in einem Nachtlokal in Litauen angesprochen und ihm gutes Geld geboten. Weil Lukas B. kein Geld hatte, ließ er sich auf den Deal ein, ohne angeblich zu wissen, um was es überhaupt ging. Nur einen Führerschein musste er haben. In Polen war noch einmal ein Umstieg, mit zwei weiteren Litauern ging es dann in den Großraum Frankfurt/Main. Dorthin brachte ein Russe den in Wiesbaden gestohlenen BMW mit Zündschlüssel und 100 Euro zum Tanken. Die beiden Litauer fuhren auf anderer Strecke und gaben Lukas B. ständig telefonische Anweisungen, wie er sich zu verhalten habe, und überwachten die Fahrt. Abgeliefert werden sollte der BMW irgendwo in Polen. Dazu kam es aber nicht, denn die Fahrt endete im Wald bei Bröthen.

Weil der Angeklagte geständig war, erhielt er ein Jahr und neun Monate Freiheitsentzug, zwei Jahre Bewährung und das Einreiseverbot für Deutschland.