merken
PLUS Löbau

Diebe hinterlassen Chaos im Tierheim

Unbekannte sind ins Tierheim Bischdorf eingedrungen, haben Geld, Technik und wichtige Unterlagen gestohlen. Besteht ein Zusammenhang zu anderen Taten?

Ramona Loske hat dokumentiert, welches Chaos die Diebe im Tierheim Bischdorf hinterließen.
Ramona Loske hat dokumentiert, welches Chaos die Diebe im Tierheim Bischdorf hinterließen. © Rafael Sampedro/Ramona Loske

Ramona Loske ist völlig aufgelöst. Die Chefin vom Tierschutzverein Löbau-Zittau kämpft mit den Tränen: Sämtliche Dokumente, die komplette digitalisierte Historie des Tierschutzvereins seit 2007, alle wichtigen Unterlagen sind weg. Gestohlen von Unbekannten. Einbrecher haben die Laptops mitgehen lassen. Und das war noch nicht alles, wie Frau Loske berichtet. 

Vermutlich kurz nach Mitternacht von Montag zu Dienstag waren der oder die Diebe im Bischdorfer Tierheim zu Gange, brachen die Türen auf, durchwühlten die Schränke, stahlen die Computertechnik, ebenso eine Spendenbüchse mit rund 100 Euro Münzgeld, drei leere Geldkassetten, Briefmarken im Wert von 20 Euro, ein Diensthandy und hinterließen bei ihrem Diebeszug ein absolutes Chaos, wie Martina Mucke, die 2. Vorsitzende, erzählt.

TOP Jobs
TOP Jobs
TOP Jobs

Finden Sie bei Top Jobs jetzt Ihren Traumjob in der Region!

Sämtliche Inhalte der Schränke waren querbeet über den Fußboden verteilt. Beiden Frauen bricht die Stimme. "Wer hat das unserem Tierheim angetan?", fragen sie. Gerade die ganzen Daten, die nun verschwunden sind, machen dem Verein Sorgen. Denn was wollen die Einbrecher damit anfangen?

Der Schock jedenfalls sitzt tief. Zumal Martina Mucke die erste und völlig alleine war, als sie den Einbruch entdeckte. "Gegen 5.50 Uhr bin ich auf Arbeit gekommen", sagt sie. Das Eingangstor vorn war verschlossen, ebenso die Haustür zum Hauptgebäude. Beim Licht anschalten dann der große Schreck: Die Türen vom Tierarztzimmer und vom Büro standen offen. Vermutlich eingetreten, die Schlösser demoliert. "Vorn an der Ecke sah es zuerst so aus, als liege da jemand", erinnert sich Martina Mucke. Der Eindruck täuschte. Unter den durchwühlten und herumgefledderten Sachen war auch Schutzkleidung für Hunde dabei, die auf dem Boden lag und somit wie ein Arm einer Person hinter der Tür aussah. 

Die Diebe durchwühlten die Büroräume.
Die Diebe durchwühlten die Büroräume. © Ramona Loske

Die Tierheimmitarbeiterin griff geistesgegenwärtig zum Telefon, informierte die Polizei. "Die Kripo war schnell vor Ort und hat den Schaden aufgenommen", so Martina Mucke. Dabei seien auch weitere Einbrüche – die ähnlich wirken – zur Sprache gekommen. In letzter Zeit gab es in der Region mehrere Vorkommnisse. Erst am vergangenen Wochenende in der Nacht zum Sonnabend war die Kita "Pfiffikus" Obercunnersdorf davon betroffen. Laut Polizei hatten die oder der Einbrecher ein Fenster aufgehebelt, sich Zutritt zu zwei Büroräumen verschafft, Computer und Bargeld entwendet. Auch in ein Lokal wurde eingebrochen. Die Löbauer Kita "Stadtzwerge" war die Woche zuvor von Kriminellen heimgesucht worden.

Martina Mucke zeigt auf das Fenster vom Tierarztzimmer: "Das haben der oder die Täter aufgehebelt", sagt sie und zeigt auf eine braune Hebelspur auf dem Fenstersims. Offensichtlich sei das die gleiche Vorgehensweise, wie bei der Kita „Pfiffikus“. Und noch eine eigenartige Entdeckung machten die Tierheimmitarbeiter. Das Büro müfft nach Bier. "Auf dem Tisch stand ein Viererpack tschechisches Büchsenbier, die Polizei hat die Packung zur Untersuchung mitgenommen", sagt Martina Mucke. Die Einbrecher hätten wahrscheinlich während oder nach ihrer Tat sogar noch Bier getrunken, einen Teil davon verschüttet und aus unerfindlichen Gründen die vollen vier Büchsen da gelassen.

Das Tierheim befindet sich zwar direkt an der Straße, die nächsten Gehöfte sind aber einige hundert Meter entfernt. Ob die Hunde da angeschlagen haben und ob das jemand hörte? Die 22 Hunde sind in Zwingern untergebracht, können also nicht raus, wenn sich Fremde unbefugt dem Gelände nähern. Nun überlegt das Tierheim, sich zum Schutz einen Wachhund anzuschaffen. "Am alten Standort in Lawalde hatten wir auch zwei Rottweiler", sagt Ramona Loske. Da habe sich niemand in der Nacht einfach einschleichen können.

Weiterführende Artikel

Der nächste Einbruch in ein Tierheim

Der nächste Einbruch in ein Tierheim

Jetzt hat es auch Freital erwischt. Zuvor waren Diebe schon in Riesa und Pirna eingedrungen. Der Schaden für die Betreiber ist immens.

Den Tieren selbst – neben den Hunden sind das aktuell 65 Katzen, etwa 100 Ratten, sieben Finken, 40 Rennmäuse, vier Chinchillas und drei Meerschweinchen – ist nichts passiert. Bürgermeister Roland Höhne hat durch die SZ vom Vorfall erfahren. "Wir sagen als Gemeinde auf jeden Fall unsere Unterstützung für das Tierheim zu", verspricht er.

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/loebau

www.sächsische.de/zittau

Mehr zum Thema Löbau