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Diebe landen nach Fischzug im Straßengraben

Fischwirt Armin Kittner ist beklaut worden. Die mutmaßlichen Täter sind auf freiem Fuß.

Von Carla Mattern

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Eigentlich wollte Knut Miethe helfen. Das war sein erster Gedanke, als seine Mutter ihm berichtete, dass ein Audi mit polnischen Kennzeichen in den Graben am Koseler Weg in See gerutscht sei. Der Florist-Meister stellte sich vor, wie es sei, im Ausland mit dem Auto einen Unfall zu haben. „Da hast du doch Hoffnung auf Hilfe“, sagt er. Doch dann kam es anders. Statt den Insassen aus dem Audi zu Hilfe zu eilen, riefen die Miethes doch lieber die Polizei. Denn die gut angezogenen Männer verhielten sich auffällig. Sie holten einen Kanister aus dem Auto und machten Feuer. So berichtet der Mann aus See.

Wollten sie sich wärmen? Wollten sie die Ummantelung von dem Kabel abbrennen, das unweit des Autos lag? Als die Polizisten am Koseler Weg ankamen, war von dem Kabel erst einmal nichts zu sehen. Das war unter einem Schneehaufen versteckt, berichtet Knut Miethe.

Der ungewöhnliche Vorfall geschah bereits am 29. Dezember, und er sprach sich in See herum. Per E-Mail meldete sich ein Seer bei der SZ und fragte nach, warum nichts in der Sächsischen Zeitung berichtet worden sei. Diese Frage ging an die Pressestelle der Polizeidirektion in Görlitz. Von dort kam die Erklärung zur Funkstille in dieser Angelegenheit. Das Polizeirevier Görlitz habe nichts zugearbeitet. „Wir werden prüfen, wo der Fehler liegt und versuchen, derart relevante Sachverhalte für die Zukunft nach Möglichkeit in Erfahrung bringen zu können“, teilt ein Polizeisprecher mit.

Im vorliegenden Fall ermittelt seinen Aussagen zufolge der Revierkriminaldienst des Polizeireviers Görlitz seit dem 29. Dezember 2014 gegen drei Männer im Alter von 18, 24 und 35 Jahren sowie eine 18-Jährige. „Die vier polnischen Staatsbürger stehen im Verdacht, in Petershain 300 Meter Starkstromkabel gestohlen zu haben. Das Quartett entdeckte eine Anwohnerin des Koseler Weges, als diese mit einem in Polen zugelassenen Audi A 6 Kombi in den Straßengraben gerutscht sind. Der Eigentümer hat seine Kabel bereits zurückerhalten.

Dieser Eigentümer ist Armin Kittner, Chef der Teichwirtschaft in Petershain. Als die Diebe mit dem Kabelklau beschäftigt waren, fuhr er gerade in Richtung Ostsee. Das Kabel war an einem Teich verlegt worden, damit die Tiere darin mit Frischwasser versorgt werden. „Das ist lebenswichtig für die Fische“, sagt Armin Kittner. In dem Teich überwintern Graskarpfen, Schleie und Emma-Fische, so der Teichwirt. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Kabelklau nicht entdeckt worden wäre. „Die Fische wären gestorben, Schaden etwa 15 000 bis 20 000 Euro“, sagt Armin Kittner. Glücklicherweise lag das Kabel noch da, und Kittners Fischmeister Matthias Kuntsche konnte die Belüftung des Teichs wieder in Ordnung bringen.

Obwohl das noch glimpflich abgegangen ist, schimpft Armin Kittner wie ein Rohrspatz, wenn er auf das Thema angesprochen wird. Denn die Polizisten brachten nach einiger Zeit die Polen wieder zurück zu ihrem Audi. Das Abschleppunternehmen Dussa zog den Audi heraus, und sie fuhren davon.

Armin Kittner wollte in Erfahrung bringen, was denn nun unternommen wird von der Polizei. Aber gelungen ist ihm das trotz mehrerer Telefonate bisher nicht. Er fragt sich, warum sie mit angeblich abgefahrenen Sommerreifen wieder los durften. In See wird übrigens auch erzählt, dass in der gleichen Nacht in ein Wohnhaus in See eingebrochen wurde.

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